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Nachruf Renate Gruber (1936 - 2022)

Schnappschuss: Man Ray und Renate Gruber

Foto: © L.Fritz Gruber + Renate Gruber

Am 30. Oktober 2022 ist die Kölner Sammlerin und Expertin von Fotokunst Renate Gruber gestorben. Gemeinsam mit ihrem Mann L. Fritz Gruber baute sie seit Ende der 1970er Jahre eine Sammlung von Fotokunst auf, deren komplexes Material und ausgewiesene Expertise das Fundament der fotografischen Sammlung des Museums Ludwig legte. L. Fritz Gruber und Renate Gruber pflegten enge und freundschaftliche Kontakte zu den Künstler*innen ihrer Sammlung, so auch zu Man Ray, den L. Fritz Gruber 1951 persönlich kennengelernt hatte und dem er Publikationen und Werkschauen widmete.

Das Institut für Kunst- und Kunsttheorie ist Renate Gruber insbesondere durch den L. Fritz Gruber-Preis verbunden.

Unter dem Rektorat von Tassilo Küpper wurde 2004/2005 der L. Fritz Gruber-Photopreis an der Universität zu Köln initiiert. Dieser adressiert im Zwei-Jahres-Rhythmus Studierende aller Fakultäten sich mit einem fotografischen Beitrag zu einem jeweils ausgelobten Thema zu bewerben. Seit 2017 können sich auch Mitarbeiter*innen und der Universität verbunden fühlende Bürger*innen bewerben. Eine Jury aus den Bereichen Fotografie, Kunstgeschichte und Kunst wählt die 20 besten Fotografien aus; es gibt drei honorierte, sponsorenfinanzierte erste Preise. Die Beteiligung der Studierenden aller Fakultäten stieg im Laufe der Jahre; Altrektor Küpper engagierte sich für die Fortschreibung dieses Preises und ist ihm aktiv verbunden geblieben.

Dieser universitäre fotografische Wettbewerb wurde unter das Ehrenpatronat von Renate und L. Fritz Gruber gestellt. Nach dem Tod von L. Fritz Gruber im Jahre 2005 führte Renate Gruber das Ehrenpatronat weiter. 2013 ist der L. Fritz Gruber-Preis an die Humanwissenschaftliche Fakultät umgezogen und wurde bis 2017 unter meiner Leitung am Institut für Kunst- und Kunsttheorie koordiniert. Heute führt die Künstlerin Ingrid Roscheck den L. Fritz-Gruber Preis am Institut für Kunst- und Kunsttheorie weiter. Im Laufe der Jahre entstand ein Archiv von diversen wie komplexen Blicken und Sichten auf die Institution Universität. Dieses Archiv wird mit jedem weiteren Wettbewerb wachsen und darin eine eigene Form fotografischer Zeitgenossenschaft universitärer Blickachsen zusammentragen.

Wir verdanken Renate Gruber eine konstruktive und bereichernde Zusammenarbeit. Sie brachte ihre Expertise als Sammlerin und Kennerin der Fotoszene ein, sie stellte ihre Netzwerke zur Verfügung und schärfte den fotografischen Blick aller Beteiligten. Die Jury-Sitzungen waren coloriert von ihrem Humor und ihrem stets jungen Blick auf die Beiträge der Studierenden und Bewerber*innen.

Der Familie und Nahestehenden von Renate Gruber gilt unser Mitgefühl.

 

Prof. Dr. Heidi Helmhold