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1st Cologne Conference on Food for Future

05. – 07. September 2018
Rautenstrauch-Joest-Museum, Köln

Das Erreichen globaler Ernährungssicherung ist eine der zentralen Herausforderungen heutiger Zeit. Möglichkeiten diese Aufgabe zu bewältigen, diskutierten Wissenschaftler auf der „1st Cologne Conference on Food for Future“ am 5. – 7. September in Köln, ausgerichtet durch das Kompetenzfeld „Food Security“ der Universität zu Köln.

Die Schwerpunkte des Programms lagen auf den Themengebieten „Orphan Crops“, „Functional Food” und „Innovative Food Sources and Production Systems”. Neben dem Ziel eine fächerübergreifende Diskussion zu fördern, strebten die Organisatoren den internationalen Austausch, insbesondere mit WissenschaftlerInnen aus Schwellenländern, an. Aus diesem Grund vergab das Kompetenzfeld „Food Security“ sechs Travel Awards in Höhe von bis zu 1500 Euro an NachwuchswissenschaftlerInnen aus Entwicklungsländern.
Verwaiste Pflanzen (Orphan Crops) bekommen, wie der Name sagt, keine große globale Aufmerksamkeit und sind daher weniger bekannt. Zu dieser Klasse gehören beispielsweise Fingerhirse, die Zwerghirse Tef, Yamswurzel oder Maniok. Sie gelten als nahrhaft und resilient gegen Umwelteinflüsse. Ein weiterer Vorteil ist, dass viele lokale Kleinbauern die sogenannten Orphan Crops ohnehin anbauen und die Pflanzen somit bei den Bauern akzeptiert sind. Orphan Crops werden nicht international gehandelt und auch in Bezug auf die angewendeten Züchtungsmethoden stehen sie weit hinter den modernen Technologien, die für Mais, Weizen oder Reis angewendet werden. In Folge dessen bieten Orphan Crops die Möglichkeit viele Menschen zu ernähren, denn in Bezug auf Ernteertrag, Krankheitsresistenzen oder Resilienzen wie gegen Trockenheit oder Hitze gibt es noch enormes Potential. Über die vielen Möglichkeiten dieses auszuschöpfen, diskutierten die Konferenzteilnehmer. Insbesondere die Vortragenden aus den afrikanischen Ländern konnten eindrucksvoll von Ihrer Forschung vor Ort berichten.
Unter „Functional Food“ versteht man Lebensmittel, die neben ihrer Funktion als Nahrung, zusätzlich gesundheitsfördernde Effekte zeigen sollen. So beleuchtete ein Vortrag in der Functional Food Session beispielsweise die „purple tomato“, die durch ihren erhöhten Anthocyan Wert einen positiven Einfluss auf die Gesundheit hat.
Am dritten Konferenztag wurde in der Session  „Innovative Food Sources and Production Systems“ über Nahrungsmittel der Zukunft diskutiert. Der steigende Bedarf an Lebensmitteln wie Getreide und Fleisch erfordert Alternativen. Insekten wie Grillen, Heuschrecken oder Mehlwürmer stehen in vielen Ländern auf dem Speiseplan, sie gelten als Alternative zu Fleisch und sind eine gute Proteinquelle. Auch Algen als nährstoffreiches Lebensmittel der Zukunft wurde debattiert.

Zwei öffentliche Veranstaltungen stießen nicht nur bei den WissenschaftlerInnen, sondern auch in der interessierten  Öffentlichkeit auf großes Interesse. Dr. Simone Dohle vom Social Cognition Center Cologne der Universität zu Köln, gab in ihrem Vortrag „Warum essen wir, was wir essen? Die Psychologie des Essens.“ einen Überblick über die verschiedenen Faktoren, die eine Rolle bei der Nahrungsmittelauswahl spielen. Dr. Dohle betonte in diesem Zusammenhang besonders die Bedeutsamkeit interdisziplinärer Forschung. In der öffentlichen Podiumsdiskussion „Ernährungssicherheit und Zukunft der Pflanzenzüchtung - Können wir die globale Ernährungssicherheit auf Basis des aktuellen Standes der Pflanzenwissenschaften sicherstellen?“ wurde die hohe Bedeutung neuer Technologien diskutiert. Neben Pflanzenwissenschaftlern kamen hier auch Ethiker wie Prof. Dieter Birnbacher und eine Vertreterin der Nicht-Regierungs-Organisation Misereor, Dr. Sabine Dorlöchter-Sulser, zu Wort. Um Ernährungssicherheit gewährleiten zu können, bedarf es neuer Technologien, die den Gegebenheiten vor Ort angepasst werden müssen. Dabei ist es fundamental lokale Kleinbauern in den Prozess mit einzubeziehen.
Die nächste „Cologne Conference on Food for Future“ wird als „Travelling Conference“ in Kooperation mit den internationalen Büros der Universität zu Köln geplant.