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Veranstaltungen

DoktorandInnen-Workshop: "We are compost, not posthuman! Queer-feministische Kompostierungen des Anthropozän"
13 April - 14 April
Information:

Mit dem Anthropozän wird aktuell das geologische Zeitalter der Erde bezeichnet, das vom Einfluss ‚des Menschen' eindeutig gezeichnet ist. Gemeint sind damit nicht nur der massive Verbrauch von Rohstoffen, sondern auch die Zunahme von Naturkatastrophen, das Aussterben vieler Tier- und Pflanzenarten durch Umweltverschmutzung und Klimawandel. Geschieht nichts, so Dipesh Chakrabarty, müssen wir zum ersten Mal in der Humangeschichte über eine Zukunft ohne Menschen spekulieren. Im Zusammenhang dieses „Horrors des Anthropozän" (Donna Haraway 2015) möchten wir fragen, wer oder was in der Verantwortung steht und was zu tun ist. Die Regierungen oder guardians (Isabelle Stengers 2015) des globalen Nordens geben vor, die Katastrophe mit genau den Mitteln abwenden zu können, die sie hervorgebracht haben: den Epistemologien der Objektivität und des Fortschritts, der Modernisierung und des Wachstums. Der Übergang vom Anthropozän zu dem von Donna Haraway so genannten ‚Chthulucene‘, dem Zeitalter der ‚earthly critters‘, markiert eine Verschiebung weg von dieser Art des Wissens, hin zu einer anderen, relationalen Ontologie - die wir hier als queer-feministische Kompostierung des Anthropozäns bezeichnen möchten. Dabei geht es nicht um die Handlungsfähigkeit eines menschlichen Subjekts, das einer Welt von Objekten gegenübersteht, vielleicht auch für sie verantwortlich ist, sondern um die fundamentale Relationalität der Welt selbst, deren Teil wir auf je spezifische Weise sind. Für diese andere Ontologie benötigen wir ein Denken der diffraktiven Verschränktheit jedes Eigenen mit der unverfügbaren Alterität der Welt. Haraway nennt dies tentakuläres, nichtindividuelles, vielzähliges, partiales Denken (Haraway 2016).

Im Workshop behandeln wir Gesten der Diffraktion natur-, sozial- und kulturwissenschaftli­chen Wissens jenseits von menschlichem Exzeptionalismus und dem Dualismus von Indivi­duum und Umwelt. Im Zusammenhang einer solchen queer-feministischen Öffnung diszipli­nären Wissens möchten wir die Ansätze von Astrid Schrader, Martha Kenney und Henriette Gunkel diskutieren, um Arten und Weisen des Intra-Agierens (Karen Barad) von nicht/huma­nen Akteur*innen, des gemeinsamen Werdens oder des Weltens-mit, gedanklich zu konkreti­sieren und dabei Handlungsmöglichkeiten zu multiplizieren.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage unter http://www.hf.uni-koeln.de/39613

Organisation: Department Erziehungs- und Sozialwissenschaften und Institut für Medienkultur und Theater, Universität zu Köln; Institut für Medien- und Kulturwissenschaft, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in Kooperation mit der Graduiertenschule der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln

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