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Universität zu Köln freut sich über vier Exzellenzcluster

Heute haben die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Wissenschaftsrat (WR) in Bonn die Exzellenzcluster bekannt gegeben, die gefördert werden. Mit der Exzellenzstrategie wollen Bund und Länder den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig stärken und seine internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessern.

Bund und Länder fördern an der Universität zu Köln vier Exzellenzcluster. Damit waren alle eingereichten Anträge erfolgreich. „Wir sind überglücklich, dass die Universität zu Köln mit vier hervorragenden Projekten überzeugt hat“, sagt Professor Dr. Axel Freimuth, Rektor der Universität zu Köln.  

Von den insgesamt 88 eingereichten Vollanträgen wählte die Exzellenzkommission insgesamt 57 Exzellenzcluster an 34 Universitäten zur Förderung aus. Die Förderung von mindestens zwei Exzellenzclustern bildet die Grundlage für das Bewerbungsverfahren um die Exzellenzuniversitäten, die im Sommer 2019 bekannt gegeben werden.


Die Exzellenzcluster der Universität zu Köln sind:

CECAD – Exzellenzcluster für Alternsforschung
Der demographische Wandel und die alternde Bevölkerung stellen unsere Gesellschaft durch steigende Gesundheitskosten vor große Herausforderungen. Das erneut erfolgreiche Exzellenzcluster CECAD für Alternsforschung untersucht die biologischen und medizinischen Grundlagen des Alterungsprozesses und sucht nach Möglichkeiten, um neue Strategien und Therapien im Kampf gegen altersassoziierte Erkrankungen zu finden. Zukünftig soll in der Forschung die Interaktion zwischen Organen eine größere Rolle spielen: Wie kommunizieren Leber und Gehirn oder Herz und Muskeln miteinander? „Wir sind sehr glücklich, dass wir durch den erfolgreichen Antrag den nächsten Schritt machen können. Von der Grundlagenforschung in Richtung der klinischen Anwendung,“ sagt Professor Dr. Thorsten Hoppe von der Universität zu Köln.
Der Exzellenzcluster für Alternsforschung ist ein Projekt der Universität zu Köln, der Uniklinik Köln, den beiden Max-Planck-Instituten für Stoffwechselforschung und für Biologie des Alterns sowie dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Die Universität zu Köln ist Sprecheruniversität.
Weitere Infos: www.cecad.uni-koeln.de


CEPLAS - Exzellenzcluster für Pflanzenwissenschaften – SMARTe Pflanzen für die Anforderungen von morgen
Der steigende Bedarf an Nahrungsmitteln sowie der Klimawandel stellen eine enorme Herausforderung für die nachhaltige Nahrungsproduktion und den Erhalt der Ökosysteme dar. Das Ziel der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen im Exzellenzcluster CEPLAS für Pflanzenwissenschaften ist es, Nutzpflanzen so entwickeln und züchten zu können, dass diese vorhersagbar auf künftige Herausforderungen reagieren und zur Ernährungssicherung beitragen. Das Exzellenzcluster CEPLAS untersucht daher, wie sich Pflanzen an veränderte Umweltbedingungen anpassen, wie sie fast jeden Lebensraum der Erde besiedeln können und wie diese Erkenntnisse für die Landwirtschaft von Nutzen sein können.
Professor Dr. Stanislav Kopriva, Sprecher des Clusters an der Universität zu Köln zum erneut erfolgreichen Antrag: „Das ist die Anerkennung der wichtigen Rolle der Pflanzenwissenschaften für die Zukunft unserer Gesellschaft und eine große Chance für uns in Köln, Düsseldorf und Jülich einen Unterschied zu machen.“
Das Exzellenzcluster CEPLAS ist ein gemeinsames Projekt der Universität zu Köln mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf als Sprecherhochschule, dem Max-Planck-Institut für Pflanzen-züchtungsforschung und dem Forschungszentrum Jülich.
Weitere Infos: www.ceplas.eu


Exzellenzcluster ECONtribute: Märkte & Public Policy
In dem neuen wirtschaftswissenschaftlichen Exzellenzcluster ECONtribute der Universität zu Köln und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn geht es um die Erforschung von Märkten im Spannungsfeld von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft („Public Policy“). Das Ziel der am Cluster beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist die Erforschung von Märkten und die Entwicklung eines neuen Paradigmas zur Analyse von Marktversagen, das über die traditionellen Ansätze hinausgeht und den aktuellen politischen, sozialen und technologischen Herausforderungen Rechnung trägt. „Wir sind hocherfreut über die Förderzusage. Wir möchten mit ECONtribute eine neue, umfassende Perspektive auf Märkte wagen. Ob globale Finanzkrisen, Regulierungserfordernisse der digitalen Märkte oder sich verfestigende Ungleichheit - traditionelle Perspektiven stoßen hier an ihre Grenzen. Mit ECONtribute werden wir nicht nur Erkenntnisse aus der Ökonomie nutzen und weiterentwickeln, sondern auch Politikwissenschaft, Psychologie und Rechtswissenschaft miteinbeziehen“, sagt Professor Dr.  Felix Bierbrauer, designierter Clustersprecher der Universität zu Köln von der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät.
Gesamtgesellschaftliche Anliegen wie Fairness, soziale Mobilität und die Übernahme sozialer Verantwortung sollen bei der Marktgestaltung Berücksichtigung finden. Diese Ziele sollen in systematischer Weise in die Analyse von Anreizen, Marktmechanismen und politischen Entscheidungsverfahren integriert werden. Professorin Dr. Isabel Schnabel, designierte Clustersprecherin der Universität Bonn: „Wir werden in vielen Fällen neue Antworten auf die Frage geben, unter welchen Umständen Märke zu guten Ergebnisses führen und wann mehr politische Steuerung wünschenswert ist. Dabei suchen wir auch den Austausch mit der Politik und der Öffentlichkeit. Das ECONtribute Netzwerk soll eine ganz neue Form des Austauschs zwischen Spitzenforschung und Politik etablieren.“ Das Cluster ECONtribute begegnet den neuen Herausforderungen der Märkte unter dem Dach des im vergangenen Jahr durch beide Universitäten gegründeten Reinhard Selten Instituts. Es ist das einzige wirtschaftswissenschaftliche Cluster.  
Weitere Infos: https://selten.institute/econtribute/


Exzellenzcluster Materie und Licht für Quanteninformation (ML4Q)
Das neue Exzellenzcluster verfolgt das Ziel, neue Computer- und Netzwerkarchitekturen zu schaffen, die auf den Prinzipien der Quantenmechanik beruhen. „Wir möchten dazu beitragen, die vielversprechenden Entwicklungen auf diesem Gebiet zu beschleunigen. Die Fördermittel aus der Exzellenzstrategie eröffnen uns und unseren Partnerinstitutionen dabei wunderbare neue Möglichkeiten“, sagt der designierte Sprecher des Exzellenzclusters, Professor Dr. Yoichi Ando vom II. Physikalischen Institut der Universität zu Köln.
In Quantenrechnern werden extrem schnelle Prozessoren modular realisiert und miteinander vernetzt. Diese neue Generation von Computern könnte zur Lösung unterschiedlicher Zukunftsherausforderungen beitragen, beispielsweise zur Entwicklung neuer Werkstoffe und Pharmazeutika, der Gewährleistung sicherer Kommunikation oder der Herstellung umweltschonender Düngemittel. Dabei würden Quantencomputer über Rechen- und Netzwerkleistungen weit jenseits existierender Technologien verfügen.
Die Forschung und Entwicklung im Bereich der Quantencomputer hat in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte erzielt, aber bedeutende Anwendungen dieser Technologie sind noch Zukunftsmusik. „Die bereits erreichten Fortschritte zeigen jedoch, dass es keinen physikalischen Grund gibt, der gegen die Verwirklichung eines quantenmechanischen Rechners spricht“, resümiert Ando.
Das Exzellenzcluster Materie und Licht für Quanteninformation ist ein Verbundprojekt mit der Universität zu Köln, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und dem Forschungszentrum Jülich. Hauptantragstellerin ist die Universität zu Köln.
Weitere Infos: ml4q.uni-koeln.de/


Pressesprecher:
Dr. Patrick Honecker
+49 221 470 2202
p.honecker(at)verw.uni-koeln.de