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Appell des Rektorats der Universität zu Köln gegen Fremdenhass und Gewalt

Aus gegebenem Anlass gibt das Rektorat der Universität zu Köln folgende Erklärung ab: 

Wir betrachten mit großer Sorge, dass in unserem Land ein Klima der Fremdenfeindlichkeit entsteht. Im Internet, bei öffentlichen Kundgebungen und vielen anderen Gelegenheiten wird mit Hetzparolen und übelsten Verleumdungen Stimmung gemacht. Das bereitet den Nährboden für  Täterinnen und Täter, die glauben im Namen des Volkes aktiv werden zu müssen. Wir finden das unerträglich! „Wir sind das Volk“-Rufe und Forderung, die tausendjährige Geschichte und Tradition des deutschen Volkes zu bewahren, haben in der aktuellen Flüchtlingsdebatte nichts zu suchen. Und es ist unfassbar, dass auf Demonstrationen Galgen für demokratisch gewählte Politiker und Politikerinnen herumgetragen werden. 

Einer solchen Entwicklung muss man entgegentreten, in Wort und Tat. Dies gilt insbesondere auch für uns an der Universität zu Köln. Die Universität ist ein Ort, an dem angemessen, respektvoll und sachlich über Probleme diskutiert wird, an dem Lösungen vorgeschlagen werden. Wir sind gefordert, ein solches tolerantes Miteinander zu bewahren und dabei zu helfen, dass Deutschland nicht in einem Sumpf volksverhetzender Parolen versinkt, wie schon einmal in seiner Geschichte. 

Die Universität zu Köln verurteilt den Messerangriff auf die OB-Kandidatin Henriette Reker aufs äußerste. Gewalt und Fremdenhass haben keinen Platz in unserer Gesellschaft. Der Angriff am Wochenende unterstreicht einmal mehr, dass wir uns alle jeden Tag für ein friedliches Miteinander einsetzen müssen. 

Frau Reker und allen anderen Verletzten des Angriffs gelten unsere herzlichsten Genesungswünsche. Wir gratulieren Frau Reker und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zugleich zum Erfolg bei der gestrigen OB-Wahl. 

Für die Universität zu Köln 

Prof. Dr. Axel Freimuth