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Förderprogramm der Uni Köln unterstützt vier innovative Forschernetzwerke

Themen von Alzheimer-Modellen bis China-Studien / Förderung im Programm „UoC Forum“ in Höhe von insgesamt bis zu 800.000 Euro

Die Universität zu Köln fördert den Aufbau von neuen Forschernetzwerken in Köln. Mit dem internen Förderprogramm „UoC Forum“ werden vier innovative Projekte mit jeweils bis zu 100.000 Euro jährlich für die Dauer von zwei Jahren unterstützt. Insgesamt steht somit eine Fördersumme von bis zu 800.000 Euro bereit.

Das UoC Forum ist eine Förderlinie im Excellent Research Support Program der Universität zu Köln und Teil des Zukunftskonzepts. Mit dem UoC Forum soll der wissenschaftliche Austausch innerhalb der Universität sowie mit Partnern der Research Alliance Cologne (RAC) und den Global Network Partners intensiviert werden.


In der vierten Ausschreibungsrunde wurden folgende vier Projekte zum Starttermin November 2017 bewilligt (alphabetische Reihenfolge):

  • „CHINA GLOBAL – ideas – values – practices“ (Prof. Dr. Susanne Brandtstädter, Prof. Dr. Wilfried Hinsch)

    Die Entwicklung Chinas von einer Agrarnation zum urbanisierten Global Player hat weitreichende Effekte, denn die Ausweitung des chinesischen Handels, neue politische Allianzen sowie Investitionen in transregionale Infrastrukturprojekte verändern die Verhältnisse der globalisierten Welt. „CHINA GLOBAL – ideas – values – practices“ ist ein interdisziplinäres Projekt innerhalb der Geistes- und Sozialwissenschaften, das die Rolle chinesischer Ideen, Werte und Praktiken in der globalisierten Welt erforscht. Das Projekt geht dabei von der Prämisse aus, dass die neuen Verflechtungen durch die Erstarkung Chinas die Globalisierungsprozesse entscheidend um neue, spezifisch chinesische Perspektiven erweitern.
  • „Classical and quantum dynamics of interacting particle systems“ (Prof. Dr. Alexander Drewitz, Prof. Dr. Joachim Krug)

    Was passiert, wenn kleinste Partikel in Bewegung geraten, und welche Effekte zeigen sich dann langfristig und auf großen Skalen? Das Projekt „Classical and quantum dynamics of interacting particle systems“ möchte neue Perspektiven auf wechselwirkende Teilchensysteme eröffnen. Bei diesen Systemen handelt es sich um fundamentale Modelle an der Schnittstelle zwischen Wahrscheinlichkeitstheorie und theoretischer Physik. Sie wurden in den letzten Dekaden intensiv erforscht, da sie ein hohes Potenzial für Anwendungen zum Beispiel im Bereich von Transportphänomenen und in der Proteinsynthese haben. Nachdem in den letzten Jahren große Fortschritte im Verständnis universeller Eigenschaften von klassischen wechselwirkenden Teilchensystemen erreicht worden sind, zielt das Projekt darauf ab, neue Aspekte wie das Verhalten der Teilchensysteme unter Störungen sowie quantentheoretische Verallgemeinerungen der Modelle zu untersuchen.
  • „From Structure to function: sensory processing and decision in full-scale cortical network models“ (Prof. Dr. Martin Nawrot)

    Entscheidungen zu treffen ist ein Prozess, bei dem verschiedene Gehirnregionen aktiv sind und sich untereinander koordinieren müssen. Das Projekt „From Structure to function: sensory processing and decision in full-scale cortical network models“ geht der Frage nach, wie das neuronale Netzwerk diese Koordination beim Entscheiden hinbekommt und wie sich Entscheidungsmuster zudem kontrollieren lassen. Die Forscherinnen und Forscher streben an, ein neuartiges Hirnmodell zu entwickeln, das einerseits die Biologie des Hirns anatomisch realitätsgetreu wiedergibt, und das andererseits in der Lage ist, eine sensorische Entscheidungsaufgabe von alleine zu lösen. Im Projekt wird dazu die Kompetenz aus den computergestützten Neurowissenschaften und der Neuroanatomie mit statistischer Datenanalyse verknüpft.
  • „Neurodegeneration Forecast - Computational Brainsphere Model for Simulation of Alzheimer‘s Disease“ (Prof. Dr. Angela Kunoth, Prof. Dr. Alexander Drzezga, Prof. Dr. Yaping Shao)

    Alzheimer-Demenz ist eine schwerwiegende und bis heute unheilbare Krankheit. Sie geht mit der Ablagerung von zwei Proteinen im Gehirn einher: dem Amyloid-Protein und dem Tau-Protein. Ziel des Projektes „Neurodegeneration Forecast - Computational Brainsphere Model for Simulation of Alzheimer‘s Disease“ ist die genauere Erforschung der Ausbreitung dieser Proteine im Gehirn. Durch ein neuartiges computergestütztes Modell möchte das Projekt den Krankheitsverlauf simulieren, um diesen möglicherweise auch vorhersagen zu können. Das Modell soll dazu beitragen, die Alzheimer-Demenz zukünftig besser zu erkennen, Aussagen zur Prognose zu machen und Möglichkeiten zur besseren Therapiekontrolle zu entwickeln. Eine Besonderheit des Projekts ist der neuartige Ansatz, mathematische Konzepte aus der Wettervorhersage auf die Ausbreitung von erkrankten Strukturen im Gehirn zu übertragen.



Inhaltlicher Kontakt:     
Maria Riese, Projektmanagerin Zukunftskonzept, UoC Forum
+49 221 470-1088
m.riese(at)verw.uni-koeln.de


Presse und Kommunikation:
Frieda Berg
+49 221 470-1704
f.berg(at)verw.uni-koeln.de