zum Inhalt springen

Die Rektoratsübergaben vor 1968

Verwendung fanden große Rektorkette, Rektorstäbe und Becher bius Ende der 1960er Jahre im Rahmen der feierlichen Amtsübergabe an den neugewählten Rektor. Das dabei befolgte Zeremoniell ist seit 1932 (Rektoratsübergabe Kuske an Ebers) überliefert. Nach seinem Bericht wandte sich der scheidende Rektor an die Versammlung mit den Worten:

"Wir schreiten jetzt zur feierlichen Inauguration des neu gewählten Rektors. Ich bitte deshalb die Festversammlung, sich zu erheben, um Zeuge zu sein bei der Ablegung des Amtseides und der Investitur mit der Rektorkette."

Bei diesen Worten zogen die Chargierten der studentenverbindungen die Schläger. Die beiden Pedelle holten den neuen Rektor von seinem Sitzplatz ab. Dieser begab sich mit dem Prorektor unter Vorantritt der beiden Pedelle auf die rechte Seite des Podiums vor die Stühle der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Die Pedelle, dem neuen Rektor zugewandt, kreuzten die Rektorstäbe, der neue Rektor legte dann Zeige- und Mittelfinger der entblößten rechten Hand auf die Stäbe und leistete den Amtseid. Dieser lautete nach der von dem Germnaisten Prof. Dr. Ernst Bertram revidierten und vom Senat am 22.6.1932 angenommenen Form:

"Die Universität erwartet von ihrem Rektor, dass er sein Amt unparteiisch führe und die Satzungen der Civitas academica Coloniensis treulich wahre, dass er innerhalb der Universität den Lehrenden und Lernenden Anwalt sei und über die Wahrung der Satzungen wie über die Pflege des akademischen Geistes wache; dass er außerhalb der Universität fest und entschlossen für ihre Rechte und Interessen eintrete und nach Kräften ihr Ansehen hüte und mehre." - "Ich gelobe es."

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde - vermutlich durch Rektor Josef Kroll - der Amtseid in lateinischer Sprache neu gefasst. In dieser Form wird er bis heute vom antretenden Rektor geleistet:

Der scheidende Rektor: "Rectoratum Universitatis initurum + te N.N. + coram hoc conventu academico + conceptis verbis fas est interrogare: Spondesne + te officium tuum + secundum statuta huius Universitatis + fideliter et diligenter exsecuturum" Praecipue Universitatis privilegia ac iura + fortiter et considerate defensurum + in negotiis academicis administrandis + et docentium et discentium vera commoda servaturum Denique litteris in quinque [gemäß der Zahl der Fakultäten angepaßt, heute: "sex"] Universitatis ordinibus colendis et promovendis + cum iustitia esse prospecturum?" Der neue Rektor: "Spondeo sollemniter ac iuro: sic me Deus adiuvet."

Darauf erfolgt die Investitur mit der Rektorkette: In der älteren Form ging diese mit den Worten vor sich:

"Ich übergebe Ihnen nunmehr das hohe Amt, indem ich Sie mit den Insignien ihrer Würde bekleide." (Beim Umlegen der Kette): "Quod bonum felix faustum fortunatumque sit!"

Darauf nahmen die Pedelle den Stab wieder bei Fuß. Unter Vorantritt der beiden Pedelle stieg bis 1968 der neue Rektor auf das Pult zu seiner Rektoratsrede, während der Prorektor sich zu seinem Sessel begab. Auch die beiden Pedelle nahmen wieder ihre Plätze ein. Heute lautet die Investiturformel:

"Investio te rectoratu Universitatis Coloniensis" und, indem der Altrektor die Kette umlegt "Accipe symbolum hoc splendidissimum velut signum dignitatis tuae eximiae et officii maximi praeclarum". Dann begrüßt er den neuen Rektor mit den Worten "[Gestrichen: Quod bonum, felix faustum fortunatumque sit!] Ave rector magnifice".

Eine andere - eventuell ältere - Form der Investiturformel lautet:

"Investio te rectoratu Universitatis Coloniensis. Accipe catenam hanc symbolum hoc valde pretiosum/pretiosam in dignitatis tuae eximiae et officii gravis tui signum praeclarum."

Nach 1932 fanden außer am 14. November 1938 keine öffentlichen Rektoratswechsel mehr statt. Die Wiederaufnahme der Tradititon erfolete erst mit dem Wechsel von Joseph Kroll zu Gotthold Bohne (Rektoratsjahr 1949/50).