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Vortragsreihe "Globale Ernährungssicherung" im Studium Integrale WS 2019/20

Wintersemester 2019/20, dienstags 18 - 19:30 Uhr
Hörsaal 0.024 Biozentrum, Zülpicher Straße 47b, Universität zu Köln

Eine stetig wachsende Weltbevölkerung und die negativen Folgen des Klimawandels stellen die Menschheit des 21. Jahrhunderts vor große Herausforderungen. Die zu bewältigenden Herausforderungen in der globalen Ernährungssicherung haben viele Dimensionen und können nur durch eine interdisziplinäre Herangehensweise gelöst werden.
Die Vorlesungsreihe spiegelt die verschiedenen Herausforderungen der Debatte um globale Ernährungssicherung wieder. Es werden u.a. biologische, ökonomische und ethische Aspekte angesprochen und die Multidisziplinarität des Themas aufgezeigt.

Die Themen sind so aufbereitet, dass sie auch für Fachfremde von Interesse sind. Die Vorlesungsreihe richtet sich neben BA-Studierenden an Hörer aller Fakultäten sowie an die interessierte Öffentlichkeit.

 

Programm:

8.10.2019   

Prof. Peter Westhoff, Universität Düsseldorf

Die Rolle der Nutzpflanzen im globalen Kontext und die Herausforderungen der Zukunft  

                        

22.10.2019   

Dr. Markus Stetter, Universität zu Köln  

Der Beitrag verlorener Kulturpflanzen zur Diversität und Ernährung der Zukunft

Seit Beginn menschlicher Zivilisation wurden weltweit tausende Kulturpflanzen domestiziert und waren essentiell für die frühe Ernährungssicherung. Dennoch liefern heute nur drei Kulturpflanzen über 40 % der Kalorien für fast 8 Milliarden Menschen. Die Nutzung verlorener und lokaler Kulturpflanzen kann in Zukunft einen Beitrag zur Erzeugung nachhaltiger und qualitativ hochwertiger Nahrung leisten.

 

29.10.2019   

PD Dr. Anja Linstädter, Universität zu Köln

Einfluss von Klima- und Landnutzungswandel auf die Ökosystem-Dienstleistungen - Von Grundlagenforschung zu Handlungsempfehlungen

Der neueste Sonderbericht des Weltklimarats zu Klimawandel und Landsystemen vom August 2019 macht erneut deutlich, dass der menschengemachte Klimawandel den Druck auf Landsysteme immens verstärken wird. Dies bedroht zunehmend die Ernährungssicherheit der Menschen. Bislang sind die komplexen Wechselwirkungen zwischen Klimawandel und Landnutzung jedoch immer noch schlecht verstanden. Der Vortrag erläutert, welche Methoden hier in der modernen ökologischen Forschung eingesetzt werden und wie die gewonnenen Ergebnisse helfen können, unsere Ökosysteme besser zu schützen und nachhaltiger zu nutzen.

 

12.11. 2019   

Prof. Michael Schmitt, Universität Düsseldorf

Warum wandelt sich das Klima und inwieweit sind wir dafür verantwortlich?

Die anomale Zunahme der globalen Durchschnittstemperatur in den letzten 100 Jahren hat weitreichende Folgen für die Menschheit, was Nahrungsmittelsicherheit, meteorologische Extremereignisse und Bewohnbarkeit großer Bereiche unseres Planeten betrifft. In diesem Vortrag sollen die physikalischen und chemischen Zusammenhänge erklärt werden, die nötig sind, um zu verstehen inwieweit die bereits eintretende Klimakrise anthropogen verursacht ist. Nur die genaue Analyse der Ursachen versetzt uns in die Lage Lösungsvorschläge zu erarbeiten.

 

19.11.2019   

Prof. Peter Dannenberg , Universität zu Köln

Periurbane Landwirtschaft in Kenia - zwischen Verdrängung und Intensivierung

Der Vortrag zeigt am Beispiel einer der am schnellsten wachsenden Städte der Welt, Nakuru in Kenia, wie städtisches Wachstum die Landwirtschaft im peri-urbanen Stadtrandgebiet  in Afrika verändern kann. Dabei wird deutlich, dass die Urbanisierungsprozesse in Kenia deutlich anders verlaufen als in Europa und dass die peri-urbane Landwirtschaft keinesfalls nur verdrängt wird.  Hierbei nimmt sie wichtige Agrarproduktionsfunktionen ein, die deutlich über die lokale Ernährungssicherung hinausgehen.

 

26.11.2019   

Prof. Peter Stehle, Universität Bonn

Hunger und Fehlernährung: eine Folgenabschätzung

Ein Großteil der Weltbevölkerung ist aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht adäquat ernährt: auf der einen Seite Protein-Energie-Mangelernährung und mangelhafte Nährstoffzufuhr („versteckter“ Hunger), auf der anderen Seite energetische Überernährung und unphysiologisch hohe Nährstoffzufuhr durch unkontrollierte Supplementierung. Alle diese Situationen führen zu einer Beeinträchtigung der Gesundheit (Prävention) und zu einem ungünstigen Heilungsverlauf (Therapie). Folgen und mögliche Lösungsansätze werden vorgestellt.

 

03.12.2019   

Sarah Schneider, Misereor

Agrarökologie – ein Weg zu nachhaltigen Ernährungssystemen

Welches Potenzial hat Agrarökologie in der Praxis? Funktioniert agrarökologische Bewirtschaftung auch unter klimatisch schwierigen Bedingungen? Im Rahmen einer Wirkungsstudie wurden in semiariden Regionen im Senegal, in Indien und in Brasilien über zwei Jahre hinweg mehr als 1.200 Interviews mit Kleinbauern und Kleinbäuerinnen geführt. Der Vortrag gibt Einblick in das Konzept der Agrarökologie und zeigt anhand der Studienergebnisse und Beispielen aus der Praxis, vor welchen Herausforderungen die kleinbäuerliche Landwirtschaft steht und wie die agrarökologische Transformation gelingen kann.

 

10.12.2019   

Dr. Stefan Schwarz, KWS SAAT SE

Ertragsreiches Saatgut als Beitrag zur weltweiten Ernährungsfrage – aus dem Blickwinkel der Saatgutindustrie

Die gesamte landwirtschaftliche Wertschöpfungskette und damit auch die Saatgutentwicklung und -produktion sind einem starken Wandel unterzogen. Saatgutfirmen müssen sich den großen Herausforderungen einer wachsenden Weltbevölkerung, dem Klimawandel, Änderungen von menschlichen Ernährungsgewohnheiten, stärkeren Anforderungen an eine nachhaltige Landwirtschaft und nicht zuletzt gewaltiger, technischer Umwälzungen stellen. Mit der Entwicklung und Produktion von hochqualitativem und den zukünftigen Bedürfnissen angepasstem Saatgut tragen Saatgutfirmen dazu bei, die globale Ernährungssicherheit zu erlangen und zu bewahren.

 

17.12.2019   

Dr. Sarah M. Schmidt, Universität Düsseldorf    

Bacterial Blight of Rice - Wie können wir die Cholera für die Landwirtschaft bekämpfen?

Reis ist das wichtigste Grundnahrungsmittel für 56% der Weltbevölkerung. Reis wird hauptsächlich von Kleinbauern in Asien angebaut, die besonders hart von Ernteverlusten durch Pflanzenkrankheiten wie Bakterienbrand getroffen werden. In dem humanitären Projekt „Healthy Crops“ haben wir ein Kit für Reiszüchter und Reisbauern entwickelt um Bakterienbrand von Reis nachhaltig und dauerhaft zu bekämpfen und so die Lebensgrundlage für Millionen Reisbauern zu sichern.

 

07.01.2020   

Prof. Ulrich Schurr, Forschungszentrum Jülich

Ernährung und Klimawandel - zwei eng verschränkte globale Herausforderungen

In dem Special Report zu Klima und Land, den der Weltklimarat IPPC im August 2019 veröffentlicht hat, wird die große Bedeutung der Produktion von Nahrungsmittel und der Ernährung für den Klimawandel betont. Pflanzen- und Agrarforschung kommt hier eine besonders hohe Verantwortung zu - sowohl bei der Vermeidung von klimaschädlichen Prozessen als auch bei der Anpassung an regional veränderte Klima- und Wetterbedingungen. Gleichermaßen bedeutsam ist aber der Konsum von Nahrungsmitteln und Biomasse für non-Food -Anwendungen, da dadurch die Landnutzung in klimafreundliche oder -schädliche Richtungen gelenkt wird. 

 

14.01.2020   

PD Dr. Simone Dohle, Universität zu Köln

Gesunde Ernährung - Eine psychologische Betrachtung

In diesem Vortrag wird es um die Frage gehen, welchen Einfluss psychologische Faktoren auf unsere Essenswahl haben. Es wird außerdem erläutert, wie aus psychologischer Sicht eine gesunde Ernährung gelingen kann, und welche Bedingungen erfüllt sein müssen, dass Menschen unbekannte Lebensmittel (z.B. alternative Proteinquellen) in Erwägung ziehen. 

 

21.01.2020   

Ute Latzke, Deutsche Welthungerhilfe e.V. 

Nachhaltige Ernährungssicherung durch multisektorale  Ansätze

In ihrer Programmarbeit kombiniert die Welthungerhilfe Maßnahmen zur unmittelbaren Bekämpfung von Unterernährung mit längerfristigen präventiven Ansätzen in wichtigen Sektoren.  Gezielt auf Verbesserung der Ernährung ausgerichtete Interventionen in den Bereichen Landwirtschaft, Wertschöpfungsketten, Erhalt natürlicher Ressourcen, Wasser/Hygiene & Sanitation zusammen mit einer umfassenden,  auf Verhaltensänderungen abzielenden Ernährungsberatung der Dorfgemeinschaften tragen zur nachhaltigen Hungerbekämpfung bei.  (Agro)biodiversität spielt besonders beim LANN+ Ansatz (Linking Agriculture, Natural Resources Management towards Nutrition) durch den wichtigen Beitrag von Wildpflanzen und lokalen vernachlässigten Sorten zur Diversifizierung der Ernährung eine wichtige Rolle.