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Internationale GastwissenschaftlerInnen

Professor Dr. Guilherme Valle Moura

Prof. Dr. Guilherme Valle Moura (Universidade Federal de Santa Catarina, Brasilien), ist vom 01.01.2020 bis 31.12.2020 im Rahmen eines Capes-Humboldt-Forschungsstipendium. Gemeinsam mit Prof. Dr. Roman Liesenfeld, Institut für Ökonometrie und Statistik, arbeitet er an dem DFG-Forschungsprojekt  "Vektorautoregressive Modelle mit zeitvariierenden Parametern und stochastischer Voltilität" .


Professor Dr. Peter Graham

Professor Dr. Peter Graham, University of California Riverside (UCR), ist im Wintersemester 2019/20 mit einem Alexander von Humboldt-Forschungspreis zu Gast bei Professor Dr. Sven Bernecker am Cologne Center for Contemporary Epistemology and the Kantian Tradition (CONCEPT).

Als Erkenntnistheoretiker befassen sich Professor Bernecker und Professor Graham mit der Art, dem Ursprung und den Grenzen menschlichen Wissens. Bernecker entwickelt derzeit eine explanationistische und Graham eine funktionalistische Wissenstheorie. Jeder Theorieansatz soll durch die kritische Auseinandersetzung mit dem jeweils anderen verbessert und ergänzt werden. Darüber hinaus beschäftigen sich beide Philosophen mit der Beziehung zwischen der Erinnerung und dem Zeugnis anderer als Quellen des Wissens und der epistemischen Rechtfertigung. Speziell geht es um die Frage, ob es sich bei diesen Quellen des Wissens und der Rechtfertigung um bloß vermittelnde oder um generierende Quellen handelt und ob die Art und Weise, wie Wissen generiert wird, strukturell verwandt ist.

Da Sven Bernecker sich intensiv mit der angewandten Erkenntnistheorie beschäftigt, ist der Beitrag von Peter Graham im Bereich der sozialen Erkenntnistheorie ein weiterer Eckpfeiler der Zusammenarbeit. Es sind bereits einige gemeinsame Forschungsvorhaben angestoßen worden, welche die Rolle der wahrscheinlichkeitsbasierten Definition von Evidenz in der Medizin und den Rechtswissenschaften beleuchten und die Frage nach der Kompetenz zur Bewertung von (angeblichen) Expertenaussagen durch Laien stellen.

Graham wird im Rahmen des Center for Language, Information and Philosophy (CLIP) auch mit Professor Dr. Klaus von Heusinger aus der Linguistik zusammenarbeiten. Für das Wintersemester 2019/20 ist bislang ein CLIP Workshop mit Herrn Graham geplant.


Dr. Kathrin Yacavone

Dr. Kathrin Yacavone ist als Alexander von Humboldt-Forschungsstipendiatin für erfahrene WissenschaftlerInnen bis 2021 am Romanischen Seminar der Philosophischen Fakultät bei Professor Dr. Wolfram Nitsch zu Gast.

Die Literaturwissenschaftlerin und Photographiehistorikerin forscht zur Theorie und Geschichte der Photographie und zur französischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts. Sie promovierte 2008 an der University of Edinburgh mit einer Arbeit zur Photographietheorie bei Walter Benjamin und Roland Barthes und ist seit 2012 Assistant Professor in French Studies an der University of Nottingham.

Ihr aktuelles Forschungsprojekt „Portrait of the Writer: Photography in French Literary Culture“ untersucht aus kulturgeschichtlicher Perspektive die Konstruktion und Rezeption von literarischer Autorschaft im photographischen Porträt und im literarischen Diskurs der 1830er bis 1980er Jahre.

Ihre Forschung zu visuellen und textlichen Porträts von Schriftstellern verbindet traditionelle französische Sprachwissenschaft mit der Erforschung der Geschichte der Fotografie. In einer kombinierten Kulturgeschichte der Fotografie und der Textautorschaft untersucht sie die vielfältigen Beziehungen zwischen Literaturkritikern, Theoretikern, Schriftstellern und Dichtern – Sainte-Beuve, Balzac, Hugo, Baudelaire, Proust, Blanchot und Barthes – und innovativen Porträtaufnahmen, darunter Félix und Paul Nadar, Carjat, Gisèle Freund und Daniel Boudinet.

Das Projekt soll zeigen, dass die Produktion und Verbreitung fotografischer Porträts dieser kanonischen französischen Autoren bei der kulturellen Rezeption ihrer Werke und bei der selbstbewussten Konstruktion ihrer Autorenpersönlichkeiten eine entscheidende Rolle spielte. Fotografien waren ein hochwirksames und einflussreiches Mittel der (Selbst-)Konstruktion. Damit zeigt das Projekt die bisher vernachlässigte visuelle Dimension der französischen Literaturgeschichte und -theorie von den 1830er bis 1980er Jahren auf.