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Zweifel an Macht von Cambridge Analytica

Der Kölner Computerlinguist Jürgen Hermes hat den tatsächlichen Einfluss der in den neuen Facebook-Datenskandal verwickelten Firma Cambridge Analytica infrage gestellt.

Mit Blick auf eine mögliche WahIbeeinflussung durch individuelle Wahlwerbung sagte Hermes im RBB-Hörfunk, er könne nicht glauben, dass das Unternehmen in der Entwicklung so weit sei, wie es behaupte. Aus seiner Sicht stehe die Wissenschaft in dem Punkt noch ziemlich am Anfang. Er gehe vielmehr davon aus, dass es sich zum größten Teil um PR handele.

Hermes stellte dar, dass Cambrigde Analytica behaupte, aus Daten eine Art Psychografik-Plattform gebaut zu haben. Diese solle die Gefühlswelt jedes Amerikaners darstellen. Dadurch könnten im Wahlkampf empfängergerechte Nachrichten verschickt werden. Ängstlichen Wählern könnte man zum Beispiel mehr Schutz versprechen.

Berichten zufolge sollen einige Informationen von rund 50 Millionen Facebook-Mitgliedern zu Cambridge Analytica gelangt sein. Um sie zu sammeln, wurde eine Umfrage zu Persönlichkeitsmerkmalen aufgesetzt, die bei Facebook als wissenschaftliche Forschung angemeldet wurde. Die Daten gingen dann ohne Wissen der Nutzer an Cambridge Analytica. Facebook wirft Cambridge Analytica vor, die unrechtmäßig erhaltenen Nutzerdaten entgegen früheren Zusicherungen nicht gelöscht zu haben.

Diese Nachricht wurde am 21.03.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.