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3. Advanced Talents Day 2018

Am 11. Januar 2018 fand bereits zum dritten Mal der Advanced Talents Day statt. Dieser Tag drehte sich rund um das Thema „Ruf = Berufung? Gestalten Sie Ihren Karriereweg“! In Kooperation mit der RWTH Aachen University lud die Universität zu Köln ihre NachwuchswissenschaftlerInnen ein, die eigene Karriereplanung zu reflektieren und zu optimieren. Advanced Talents – so bezeichnet das Organisations-Team Postdocs auf dem Weg zur Professur. Um die Hürden auf dem wissenschaftlichen Karrierweg zu meistern, ist eine frühe Planung und Orientierung ein entscheidender Punkt.

Ein Bericht von Sonja Hülsebus

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Aachener und Kölner Karrieremodelle

Prorektor Prof. Dr. Henssler (UzK) und Prorektorin Prof.‘ Dr.‘ Doris Klee (RWTH) stellten die jeweiligen Modelle zur Förderung wissenschaftlicher Karrieren ihrer Universitäten vor. Mit der ernüchternden Wahrheit über Karrierechancen als ProfessorIn konfrontiert, nutzten die NachwuchswissenschaftlerInnen die Gelegenheit, sich in Kleingruppen über die Vorträge auszutauschen. Dabei lernten die TeilnehmerInnen nicht nur durch den gegenseitigen Austausch dazu, sondern auch etwas über die Vernetzung der beiden Hochschulen. Denn als die „Maskottchen“ der Diskussionsgruppen waren die Universitäten aus dem Netz strategischer Partnerschaften ausgewählt. Diese kurze Reflexionsphase war genau richtig, um die wichtigsten Fragen zu sammeln und sie anschließend an beide Prorektoren zu stellen. Diese stellten sich im Plenum den Fragen der TeilnehmerInnen. 

ATD: Eine bewährte Veranstaltung mit neuen Formaten

Nicht nur das gut reflektierte Q&A (questions & answers) mit den Vortragenden war ein Novum auf dem diesjährigen Advanced Talents Day. Die zuvor an zwei Tagen stattfindende Veranstaltung wurde auf einen Tag reduziert, gleichzeitig spielten interaktive Elemente eine wichtigere Rolle. So konnten sich die TeilnehmerInnen beispielsweise mit „Kontaktkarten“ besser kennen lernen, ein Konzept, das laut Dr. Bernd Zimmermann vom Forschungszentrum Jülich aufging: „Mich haben neben den interessanten Workshops vor allem die neuen Kontakte und Unterhaltungen mit Gleichgesinnten weitergebracht. Besonders gut fand ich die zahlreichen kleinen Aktionen, die sich die Organisatoren überlegt haben, um fleißig zu ‚netzwerken‘“.

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Workshops

Auch die vier thematisch verschiedenen Workshops boten viele Gelegenheiten, sich nicht nur mit den Referierenden, sondern auch untereinander auszutauschen. Vom DHV (Deutscher Hochschulverband) waren wie bei den beiden vorangegangenen Advanced Talents Days auch wieder Frau Dr.' Ulrike Preißler und Herr Dr. Hubert Detmer vom Deutschen Hochschulverband mit den Themen „Die erfolgreiche Bewerbung auf eine Professur“ und „Die optimale Berufungsverhandlung“ vertreten. „Obwohl ich bereits selber ein Berufungsverfahren durchlaufen habe, habe ich viele wichtige Hinweise mitgenommen, um meine Unterlagen noch systematischer aufzubereiten“, resümiert Jun.-Prof.' Dr.' Sandra Kurfürst (UzK). Auch die Workshops „Karriereplanung auf dem Weg zur Professur“ mit Frau Dr.' Anja Frohnen (impulsplus) und „Karrierewege aus der Wissenschaft heraus“ mit Herrn Robert Kötter (Zweirat) waren gut besucht. Hier setzten die Referierenden ebenfalls verstärkt auf interaktive Elemente.

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Manometer! Mentimeter!

Den Vortrag als ZuhörerIn mitgestalten? Das geht! Prof. Dr. Wim Veen (TU Delft) ist Experte für die Digitalisierung im Alltag und in der Wissenschaft, was er u.a. mit dem Einsatz von Mentimeter zur Live-Abfrage zeigte. In seinem Vortrag „Buch drucken oder twittern?“ wollte er u.a. wissen, welchen Stellenwert das Publizieren in Printmedien heute noch hat. Die Publikumsabfrage ergab, dass nur noch 8 von 41 WissenschaftlerInnen die letzte Arbeit in Buchform veröffentlichten. Eine weitere Umfrage zeigt, dass ein Drittel der Befragten die virtuelle Präsenz mindestens genauso wichtig findet, wie die physische. „Der Vortrag von Wim Veen war sehr provokant - im besten Sinne! Er ist uns auf dem Gebiet der Digitalisierung zwar schon zwei Schritte voraus, aber für uns ist die Richtung, in die es gehen wird, allen klar", konstatiert Dr. Timo Klein und wird Mentimeter wohl demnächst selbst einsetzen. Digitalisierung wird eine immer größere Rolle spielen. Daran besteht kein Zweifel. Doch sollte man diesen Wandel begeistert mit vorantreiben oder kritisch hinterfragen? Die anschließende, lebhafte Diskussion zeigte deutliche Pole zwischen Skeptikern und Enthusiasten.

Clubbing mal anders

Bei einem so straffen Veranstaltungsprogramm sind Pausen und gutes Essen ebenso wichtig wie anregende Inhalte. Die Mittagspause wurde aber nicht nur zur Stärkung genutzt, sondern auch vom Junior Faculty Club Vorstand, um auf das vielseitige Angebot des noch recht jungen Clubs aufmerksam zu machen. Mitglied kann jeder werden, der bereits promoviert ist und sich auf dem Weg zur Professur befindet. Diese Zielgruppe der angehenden ProfesorInnen können hier für Universitäten eher untypische Serviceangebote annehmen, wie die Teilnahme an professionellen Fotoshootings für die Bewerbungsmappe oder intensive und individuell zugeschnittene Bewerbungscoachings. Weitere Informationen zum Angebot des Junior Faculty Clubs finden Sie hier.

Graphisch protokollieren

Das Visualisieren von Informationen hilft nachweislich, diese länger im Gedächtnis zu behalten. Deshalb wurde Christoph Illigens vom Bikablo Bildwerk eingeladen, mit der Methode des Graphic Recording den Tag bildlich festzuhalten. Da die Teilnehmenden jeweils nur einen der parallel stattfindenden Workshops besuchen konnten, hatten sie so die Möglichkeit, sich auf einen Blick über die Inhalte der anderen Workshops zu informieren. Mit Begeisterung wurde das Prozessbild noch während der Entstehung angenommen.

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„Tenure Track“ – wie die Brötchen vom Bäcker?

Dass es auf Veranstaltungen rund ums Thema wissenschaftliche Karrieremodelle auch laut und lustig werden kann, bewies das Organisations-Team, indem es zum abendlichen Ausklang den Kölner Stand-up Künstler Quichotte einlud. Charmant und ein wenig selbstironisch ließ Quichotte zunächst seine eigene berufliche Erfahrung als Gymnasiallehrer Revue passieren. Nach nur wenigen Sätzen hatte er die Aufmerksamkeit der doch schon ein wenig erschöpften TeilnehmerInnen sicher. Diese waren zuvor vom Moderationsteam dazu aufgefordert worden, für den Tag wichtige Begriffe zu sammeln. Gekonnt verknüpfte Quichotte das Begriffspuzzle zu einer Freestyle-Geschichte, die den Tag für die Anwesenden zusammenfasste – wenn auch sehr frei. Beim Begriff „Tenure Track“ musste er jedoch trotz hervorragender Englischkenntnisse improvisieren und spann daraus eine seiner beliebten Bäcker-Geschichten. Die hervorragende Stimmung ließ jede Müdigkeitserscheinung wieder verschwinden, sodass sich bis zuletzt bei Kölsch und Brezeln noch angeregt ausgetauscht wurde.