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Überlieferung städtischer Stellen im Universitätsarchiv

Handelshochschule (1901-1919) und Universität (1919-1954)

Städtische Überlieferungen befinden sich auch im Archiv der Kölner Universität. Dies liegt an der engen Verbindung zwischen Stadt und Hochschule: Die 1901 aufgrund einer Stiftung Gustav (v.) Mevissens ins Leben gerufene Städtische Handelshochschule  - wie die 1912 ergänzend dazu begründete Hochschule für kommunale und soziale Verwaltung - eine kommunale Dienststelle mit eigener Registratur. Daneben wurden in der seit 1886 u.a. für das Schulwesen zuständigen städtischen Registratur "C" (nach 1912 Registratur "A4") auch die Akten der als "Kuratorium" bezeichneten städtischen Deputation für die Hochschulen geführt.

Als 1919 aus diesen und weiteren Einrichtungen die heutige Universität (zu) Köln entstand, war diese eine preußische Landesuniversität, vergleichbar den benachbarten Universitäten in Bonn oder Marburg. Allerdings behielt die Stadt Köln aufgrund der ihr im Universitätsvertrag vom 22./29. Mai 1919 zugedachten Trägerrolle bedeutende Einflußmöglichkeiten:  Der Oberbürgermeister blieb Vorsitzender des Kuratoriums. Auch das Gros der Verwaltungbeamten stand weiterhin in städtischen Diensten, leistete aber an der Universität Dienst. In den General-Akten der Universität finden sich daher auch städtische Verordnungen; diese sind für die Jahrgänge ab 1924 auch durch das städtische "Verwaltungsblatt"  bis 1945 greifbar, ferner vereinzelte städtische Verwaltungsberichte und Statistiken unter den Beständen der Gesetzes- und Verordnungsammlung.

Akten der Stadtbibliothek

Die 1880 vom Stadtarchiv getrennte Stadtbibliothek wurde 1920 mit der Bibliothek der Kölner Hochschulen zur heutigen "Universitäts- und Stadtbibliothek" vereinigt und erscheint deswegen bis in die 1930er Jahre in den städtischen Organisationsplänen als kommunale Dienststelle.

Seit den 1970er Jahre befinden sich die Akten der bis zum Umzug nach Lindenthal 1934 als "Abteilung 1" geführten Stadtbibliothek am Gereonskloster im Universitätsarchiv. Sie wurden seitdem mehrfach durch kleinene Abgaben ergänzt. Unter den Akten befinden sich auch Handakten dss Stadtbibliothekars Adolf Keysser und des Bibliothekssekretärs, die ausschließlich aus den hektographierten Verfügungen der Kölner Oberbürgermeister Becker und Wallraf bestehen. Sie reichen von 1886 bis in die 1890er Jahre.

Forschungsinstitut für Sozialwissenschaften

Das 1919 gegründete städtische "Forschungsinstitut für Sozialwissenschaften" wurde 1933 unter den Nationalsozialisten aufgelöst. Da der Geschäftsführende Vorsitzende des Universitätskuratoriums, Prof. Dr. Dr. Christian Eckert, auch Direktor des Forschungsinstituts war, wurden die Akten als Gruppe VII in der Kuratorial-Registratur aufbewahrt. Die erhaltenen Etats- und Rechnungsunterlagen befinden sich in Zugang 604 (Universitätskasse).