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Exzellent forschen im Ausland

Mobility Grants der Uni Köln für die Förderung Ihrer Karriere


„Jegliche Bewegung setzt ein Unbewegliches voraus.“, sprach der Philosoph Thomas von Aquin (1225-1274).  Um der besagten Starrheit in der Forschung mit Bewegung entgegenzuwirken fördert die Uni Köln an internationalem Austausch interessierte Nachwuchswissenschaftler*innen  mit den Mobility Grants for National and International Young Faculty. Herausragende Forschung setzt einen internationalen Austausch voraus, aus dem sich wiederum Kooperationsmöglichkeiten ergeben. Diese Möglichkeit ergibt sich durch die Mobility Grants, die im strategischen Zukunftskonzept der Universität verankert sind. Sie ermöglichen promovierte Wissenschaftler*innen an Kurzaufenthalten an kooperierenden Forschungsinstitutionen weltweit teilzunehmen. Auch internationale Nachwuchswissenschaftler*innen können durch den Grant nach Köln eingeladen werden.


Palästina · Widerstand als Forschung

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  • Shoshela bei Bethlehem: Beispiel für erfolgreiche Klärung der Besitzansprüche zugunsten der palästinensischen Besitzer auf juristischem Weg © S. Korstian
  • Gemeinsamer Protest gegen die Zwangsräumung einer palästinensischen Familie in Ost-Jerusalem © S. Korstian

Frau Dr. Korstian ist seit 2011 Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Uni Köln. Forschung betreibt sie daher nur nebenbei und freut sich, wenn die dabei entstehenden Unkosten übernommen werden. Schon 2016 war sie Dank eines Mobility Grants in Israel und den palästinensischen Gebieten und konnte nun ihre Forschung dort fortsetzen.

„Dank des Mobility Grants konnte ich meine schon im letzten Jahr geförderte Forschung zu gewaltfreien Formen des Widerstandes in den palästinensischen Gebieten im September diesen Jahres fortsetzen. Mit Hilfe von Kolleginnen der al-Quds-Universität (Ost-Jerusalem) konnte ich viele weitere Kontakte zu palästinensischen, israelischen und internationalen Aktivist*innen knüpfen, deren Wahrnehmung und Interpretationen des Konflikts und ihrer eigenen Aktivitäten mich interessieren. Nicht nur für Interviews und unzählige Gespräche mit zum Teil schwierigen Diskussionen ist ein Aufenthalt vor Ort unerlässlich, sondern auch um sich einen konkreten Eindruck von den Bedingungen und Aktionen zu verschaffen."


Brasilien · Libras: Die gehörlose Sprache

Dr. Marta Donazzan forscht seit Jahren im Feld der Linguistik und hat sich dadurch schon intensiv mit Brasilien und seiner Sprachvielfalt auseinandergesetzt.

„Ich war als Postdoc Teil der Emerging Group "Dynamic structuring in Language and Communication" an der Uni Köln.  Ich habe schon seit Jahren mit Forscher*innen an den Universitäten von São Paulo und Rio de Janeiro zusammengearbeitet, um mich mit der Verbreitung des Portugiesischen, des Chinesischen und der indigenen Sprachen Brasiliens in Bezug auf die Sprachenvielfalt Brasiliens auseinanderzusetzen. Im August 2017 konnte ich dank des Mobility Grants die Universidade Federal Fluminense in Niterói (Rio de Janeiro) besuchen, wodurch ich in der Lage war Erhebungen und Untersuchungen zu Libras, der brasilianischen Zeichensprache durchzuführen. Im Jahr 2002 wurde Libras von der brasilianischen Regierung anerkannt und ist somit offiziell eine der Landessprachen Brasiliens. Trotz des offiziellen Status ist Libras eine überraschend unerforschte Sprache. Ihre Muttersprachler*innen gehören stark unterschiedlichen Dialekten quer durch das ganze Land an, die wiederum beeinflusst sind von regionalen und sozio-kulturellen Unterschieden. Ziel dieser Forschungsreise war es, mittels der Erhebungen Daten über die Verbreitung von Libras zu gewinnen und die Grundlage für ein weiterführendes kollaboratives Forschungsprojekt zu schaffen."


UK · Altehrwürdig & Innovativ

Dr. Martin Wetzel ist Teil des Instituts für Soziologie und Sozialpsychologie der WiSo-Fakultät der Uni Köln. https://www.wiso.uni-koeln.de/en/news/


„Im Rahmen des Mobility Grants erhielt ich die Möglichkeit, das Cathie Marsh Institute an der Manchester University zu besuchen. Mein siebenwöchiger Forschungsaufenthalt wurde teilweise vom Mobility Grant der Universität zu Köln übernommen. Für mich war es eine tolle Gelegenheit mich mit anderen Forscher*innen im Bereich des Alterns und der sozialen Ungleichheit zu vernetzen. Der Ausflug war jedoch nicht nur beruflich sehr inspirierend, sondern hat mich auch persönlich sehr bereichert. Auch nach meiner Rückkehr nach Köln bestehen die Kontakte und die neue Motivation weiter und geben mir dadurch einen besonderen Antrieb für meine Forschung."


Suriname & Guyana · Erkundungen in sprachlichem Neuland

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  • Ein hinduistischer Tempel mit wehenden Gebetsflaggen © S. Kloß
  • Der Grenzfluss Corantijn, zwischen Suriname und Guyana © S. Kloß

Dr. Sinah Kloß ist seit 2016 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Internationalen Kolleg Morphomata und legt in ihrer Forschung einen besonderen Fokus auf die karibischen Regionen.

„Der Mobility Grant hat es mir ermöglicht, mich ohne finanzielle Einschränkungen vollkommen der Felderschließung in meiner neuen Forschungsregion zu widmen. Bei meinem einmonatigen Aufenthalt im Grenzgebiet von Suriname und Guyana konnte ich den Grundstein für meine ethnologische Feldforschung legen, erste narrative Interviews führen und wichtige historische Dokumente im Nationalarchiv sichten. Zudem konnte ich erste Sprachkenntnisse in Sarnami und Niederländisch erlangen, Informant*innen gewinnen, Tempelbesuche durchführen, Forschungsliteratur erwerben (die nur lokal verfügbar ist) und Kontakte an der Universität in der surinamischen Hauptstadt Paramaribo pflegen. Für die langfristige Feldforschung im Rahmen meiner Habilitation war dieser Aufenthalt eine notwendige Vorbereitung und wertvolle Bereicherung. Er wird für die weitere Planung, Konzeption und den Erfolg meines Projektes von entscheidender Bedeutung sein."