16. Juli 2012

Verantwortlich: Dr. Patrick Honecker

Leuchtende Tapeten, Mini-Solarzellen und Sensorarmband?

Kölner Uni-Wissenschaftler suchen nach zukunftsträchtigen Anwendungen der Organischen Elektronik

Ein leuchtendes Miniaturbild des Kölner Doms in 3D – nur eine Anwendung der Organischen Elektronik

Prof. Dr. Klaus Meerholz, Lehrstuhlinhaber am Department für Chemie der Universität zu Köln und Vorstandsvorsitzender von COPT.NRW.

Leuchtende Tapeten, mit flexiblen Solarzellen betriebene MP3-Player oder ein Sensorarmband, das Elektrosmog messen kann und Patienten mit Herzschrittmachern vor lebensbedrohlichen Strahlungen warnt? Diese und ähnliche denkbare Anwendungen basieren auf den Forschungsergebnissen der Organischen Elektronik, einem zukunftsträchtigen Teilgebiet der Elektronik, das elektronische Schaltungen aus organischen Verbindungen verwendet. Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat die Organische Elektronik als Zukunftstechnologie identifiziert und fördert sie strategisch. Nutznießer dieser Entscheidung ist unter anderem das Zentrum für Organische Produktionstechnologie (COPT.NRW), das sich kürzlich auf der Münchener Fachmesse für Organische Elektronik, LOPE-C, erstmals einem breiteren Publikum vorstellte. Geleitet wird COPT.NRW von Professor Dr. Klaus Meerholz, Lehrstuhlinhaber am Department für Chemie der Universität zu Köln und Vorstandsvorsitzender des Verbundes. Meerholz wurde für seine wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Organischen Elektronik im Jahr 2010 mit dem angesehenen Innovationspreises des Landes NRW ausgezeichnet.

Aktuell werden unter dem Dach des Kompetenzzentrums sechs Entwicklungsprojekte verfolgt. Das Spektrum reicht dabei von der Entwicklung kostengünstiger, ökologischer Produktionsverfahren über intelligente Verpackung bis hin zur Integration von komplexen Funktionalitäten in Kunststoffbauteile. In der Planung sind auch futuristisch anmutende Anwendungen wie farblich wechselnde und selbstleuchtende, gleichzeitig aber sehr dünne Materialien wie Folien oder Tapeten.

Als zentrale Anlaufstelle bündelt COPT.NRW Kompetenzen und Initiativen in Nordrhein-Westfalen, bringt Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen und unterstützt Interessenten bei der Suche nach öffentlichen und privaten Forschungsmitteln. Der Chemiker Meerholz unterstreicht: „Aus diesem Grund wurde COPT gemeinschaftlich von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gegründet. Für die Arbeit der hier tätigen Wissenschaftler stehen in den kommenden drei Jahren insgesamt ca. 50 Millionen Euro zur Verfügung. Die Mittel stammen hälftig aus der Wirtschaft und dem Landeshaushalt; die Universität zu Köln beteiligt sich mit ca. 3 Mio und errichtet ein Analytik- und Anwenderzentrum am Eifelwall.“

Das wirtschaftliche Potenzial der Organischen Elektronik wird als sehr groß eingeschätzt. Mittlerweile rechnen Experten damit, dass das Marktvolumen der Branche bis 2019 weltweit auf 57 Milliarden US-Dollar angestiegen sein wird. Danach ist auf der Grundlage weiter ausgereifter Fertigungstechniken und neuen Anwendungsgebieten noch einmal mit einem quantitativen Sprung auf 300 Milliarden US-Dollar bis 2027 zu rechnen.

Merkmal der Organischen Elektronik ist die Verwendung mikroelektronischer Bauelemente auf Trägermaterialien aus organischen Halbleitern (analog Silizium bei anorganischen Halbleitern). Die Moleküle werden dabei in Form sehr dünner Filme auf die Folien aufgedruckt, aufgeklebt oder anderweitig angebracht.



Bei Rückfragen:    

Prof. Dr. Klaus Meerholz
Department Chemie
Tel. 0221 / 470-3275
E-mail: klaus.meerholz(at)uni-koeln.de


Weitere Informationen:    

www.exzellenz.nrw.de/nocl/noth/clusterinfo/news/view/data/40833/backpid/1/

 


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