Internationalisierung an der Universität zu Köln
- Internationalisierung der Forschung
- Ausbau des internationalen Netzwerks und Internationalisierung des Studiums
- Allgemeine Maßnahmen der Internationalisierung mit Lehr- und Forschungsbezug
Die Internationalisierung in Studium, Lehre und in der Forschung sowie des Campusmanagements sind zentrale Bausteine der strategischen Entwicklung der UzK. Internationale Erfahrung garantiert Studierenden auf nationalen und internationalen Arbeitsmärkten deutliche Startvorteile, ist für wissenschaftliche Karrieren häufig eine wichtige Voraussetzung und befördert Forschungsleistung und Sichtbarkeit.
Lehre und Forschung sollen in den kommenden Jahren noch deutlicher als bisher aufeinander abgestimmt sein. Die UzK versteht Internationalisierung dabei durchgängig als Austausch, der sowohl die gezielte Entsendung von Studierenden und Lehrpersonal als auch die Aufnahme internationaler Studierender und WissenschaftlerInnen impliziert. Im Bereich des Campusmanagements wurde ebenfalls ein Programm zur Unterstützung der Mobilität (Staff Mobility) etabliert. Die Bereiche erfordern aber teilweise unterschiedliche Maßnahmen und Schwerpunktsetzungen und sollen so (wo notwendig) getrennt ausgewiesen werden.
Es ist ein langfristiges Ziel der UzK, als eine Universität wahrgenommen und nachgefragt zu werden, bei der ein Studienabschluss in der Regel mit Auslandserfahrung verbunden ist. Hierfür gilt es die entsprechenden Strukturen in mehreren Teilschritten zu schaffen, um der logistischen Herausforderung, die mit einem derartigen Anspruch für eine der größten Universitäten Deutschlands verbunden ist, zu begegnen. Es gilt, gleichzeitig die Studienprogramme umzustellen, die UzK in ein noch engmaschigeres internationales Netzwerk von Universitäten einzubinden und damit eine Basisstruktur von für die Studierenden zugänglichen Programmen im Ausland zu schaffen und auch die „internationalisation at home“ weiter zu entwickeln.
Die Planung beruht auf einem 10-Punkte-Plan für die Internationalisierung des Studiums und der Forschung, der vorsieht, dass bis 2018 bei 50 Prozent der Studienabschlüsse Internationalisierungspunkte erworben werden. Es ist davon auszugehen, dass Fakultäten unterschiedliche Strategien wählen, dieses ambitionierte Ziel umzusetzen. Die Verankerung von Internationalisierungspunkten in Studienprogrammen, die Organisation von Sommerschulen im Ausland und die Organisation von Praktika im internationalen Bereich scheinen hier geeignete Maßnahmen. Anrechenbar werden neben im Ausland verbrachten Studienmonaten auch Leistungen wie Sprachkurse und interkulturelle Trainings sein. Der Rahmen, in dem internationale Erfahrungen erworben werden können, wird von Fakultät zu Fakultät und teilweise von Studiengang zu Studiengang variieren; zu berücksichtigen wären etwa auch zusammen mit ausländischen Studierenden erbrachte Forschungsleistungen (gemeinsame papers) und Engagement in Tandempartnerschaften. Ausnahmefälle (z. B. bei sozialen Notlagen) sind zu berücksichtigen. Für Studierende mit Nachwuchs sind besondere Fördermöglichkeiten vorzusehen.
Im Einzelnen erfasst der 10-Punkte-Plan folgende Teilschritte:
Internationalisierung der Forschung
Die Strategie zur Internationalisierung der Forschung setzt – anders als die Strategie zur Internationalisierung von Studium und Lehre – weniger auf die Breite als auf besonders enge Kooperation in einzelnen regionalen Bereichen und mit bestimmten ausländischen Universitäten. Folgende beiden Modelle sollen etabliert werden:
1) Zum einen sollen speziell in den Kernprofilbereichen strategische Forschungspartnerschaften gefördert werden. In den Jahren 2012/13 werden insbesondere die Kernprofilbereiche der UzK jeweils 2-3 derartige strategische Partnerschaften ausbauen.
2) So genannte Vorzugspartnerschaften (preferred partnerships) werden mit einer begrenzten Anzahl an Universitäten (ca. 15) ins Leben gerufen, deren Forschungs- und Tätigkeitsprofile einerseits Synergien mit den Aktivitäten der UzK versprechen und die andererseits in ihren jeweiligen regionalen Zusammenhängen als hervorragende Universitäten ausgewiesen sind. Solche Partnerschaften sollen über gewöhnliche Partnerschaften hinausgehen und eine ganze Reihe von Maßnahmen in Forschung, Studium und Lehre sowie auch Campusmanagement beinhalten wie z.B. den Austausch von Lehrkräften, Doppel-Berufungen und gemeinsame Forschungs- und Graduiertenprogramme. Erste diesbezügliche Schritte wurden unternommen. Im Zeitraum 2012/13 sollen fünf bis acht derartige Partnerschaften geschlossen werden.
Ausbau des internationalen Netzwerks und Internationalisierung des Studiums
3) Überarbeitung aller Lehrpläne, um Internationalisierungsoptionen zu erfassen und ggf. Internationalisierungspunkte innerhalb der zu erbringenden Studienleistungen festzulegen
Um den Status-quo zu ermitteln ist zu prüfen, inwieweit bereits jetzt Auslandserfahrung obligatorisch ist bzw. angerechnet wird. Sodann gilt es zu klären, in welcher Form Leistungspunkte für Auslandserfahrung anerkannt werden können (Auslandssemester, Sprachkurse im Ausland, Sprachkurse im Inland, Tandembetreuung, Erbringung von Leistungen in fremdsprachigen Vorlesungen, Praktika im Ausland, Famulaturen im Ausland). Ziel ist, in einigen ausgewählten Studiengängen die Internationalisierungspunkte für die Studienanfänger im WS 2012/2013 einzuführen.
4) Ausbau des Akademischen Auslandsamts und der ZIBs
Internationalisierung ist nur möglich, wenn auch die personellen Ressourcen bereitgestellt werden. Für das AAA sind im Budget 2012 zwei weitere Stellen und im Budget 2013 eine weitere Stelle einzuplanen. Der Ausbau der ZIBs, die einen Teil der Beratungsarbeit sowohl für internationale GaststudentInnen der UzK wie auch für an Internationalisierungserfahrung interessierte Studierende der UzK auf Fakultätsebene leisten, liegt im Verantwortungsbereich der Fakultäten; auch hier wird eine nachhaltige Planung von den 2011 ausgearbeiteten Zielvereinbarungen erfasst, die die Konsolidierung der ZIBs bonifiziert und mit der Zuweisung fixer Geldmittel verbindet.
5) Aufbau eines umfassenden Systems von Sommerschulen
Da die Internationalisierungspunkte auch für kürzere Auslandsaufenthalte, insbesondere Sommerschulen, vergeben werden und hier ein Austausch zwischen der UzK und den ausländischen Partneruniversitäten besonders vielversprechend ist, ist es nötig, ein umfassendes System von Sommerschulen, die sowohl im Ausland (mit)organisiert durch internationale Hochschulpartner als auch an der UzK stattfinden werden, aufzubauen.
Zunächst ist der Bedarf der Partneruniversitäten (im Gegenzug zur Aufnahme von Kölner Studierenden) zu ermitteln. Sodann sind Zielvereinbarungen mit den Fakultäten abzuschließen, um den Aufbau von Sommerschulen strukturiert zu entwickeln. Auch dieser Organisationsschritt ist in den 2011 geschlossenen Zielvereinbarungen fakultätsspezifisch festgelegt worden. Dabei gilt es auch, die Frage der Anrechnung der im Rahmen von Sommerschulen durch Lehrpersonal der UzK erbrachten Lehrleistungen auf das Lehrdeputat zu klären.
6) Entwicklung eines Angebots englischsprachiger Veranstaltungen
Die UzK wird für ausländische Studierende umso attraktiver, umso mehr auch fremdsprachige, insbesondere englischsprachige Vorlesungen angeboten werden.
Die bereits vorhandenen Angebote sollen in KLIPS markiert werden. Die an der UzK vorhandenen Kapazitäten zur Abhaltung von Vorlesungen in Englisch oder einer anderen Sprache gilt es auszuschöpfen. Im Übrigen sind auch Dozenten aus dem Ausland gezielt einzuwerben.
Die Strategie der Fakultäten zur Weiterentwicklung eines englischsprachigen Angebots wird bereits von der 2011 ausgehandelten Zielvereinbarung erfasst.
7) Entwicklung von Doppeldiplomprogrammen/Stärkung bestehender Programme
Doppeldiplomprogramme sind gewissermaßen die „Leuchttürme“ der Internationalisierung einer Universität. In diesem Bereich kann die UzK mit einigen erfolgreichen Programmen, die auch bereits über eine lange Zeit laufen, beachtliche Erfolge vorweisen (insbesondere das Programm mit der Sorbonne, das im April 2010 sein 20-jähriges Bestehen gefeiert hat). Der neue Deutsch-Türkische Masterstudiengang in den Rechtswissenschaften in Zusammenarbeit mit der Bilgi Universität, Istanbul feierte im November 2011 seinen ersten Absolventenjahrgang. Weitere erfolgversprechende Programme sind im Aufbau befindlich und sollen gezielt gestützt werden. Die Fakultäten sollen in diesem Bereich die notwendige Unterstützung von der Zentrale erhalten, da sowohl die Initiierung, als auch die Weiterführung derartiger Programme zeit- und arbeitsaufwändig ist.
In gleicher Weise sind auch die federführende Mitarbeit der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät bei der Gründung der Deutsch-Türkischen Universität in Istanbul sowie die Bemühungen anderer Fakultäten beim Aufbau von Studiengängen im Ausland zumal in Schwellen- und Entwicklungsländern besonders zu fördern.
8) Entwicklung eines professionellen internationalen Marketing
Schließlich ist ein professionelles internationales Marketing unerlässlich, um die internationalen Kontakte der UzK gezielt auszubauen. Die Übersetzung der Homepage der UzK auf allen Ebenen (Zentrale, Fakultäten, Institute) auf Englisch soll in Kürze abgeschlossen werden. Insgesamt gilt es bei der Außendarstellung der Universität gezielt neben dem nationalen auch das internationale Publikum in den Blick zu nehmen und entsprechende marketing tools zu entwickeln. Das internationale Marketing soll dabei vor allem darauf abzielen, talentierte internationale Studierende für die Universität zu Köln zu gewinnen.
Nach einer Analyse von länderspezifischen Märkten und Zielgruppen und der Definition und Abstimmung von länderspezifischen Marketingzielen soll ein umfassendes Konzept für das internationale Marketing in Zusammenarbeit des Akademischen Auslandsamtes mit Abt. 82 Marketing erarbeitet und umgesetzt werden.
9) Ausbau der internationalen Partnerschaften zur Steigerung des Auslandsstudiums
Die Internationalisierung des Studiums basiert primär auf der englischen Sprache, da die große Mehrheit der Studierenden nur im Englischen über ausreichende Kenntnisse verfügt, um Vorlesungen zu folgen und wissenschaftliche Arbeiten zu erstellen. Daher ist der Ausbau der Möglichkeiten zum Auslandsstudium im englischsprachigen Raum für Studierende der UzK von primärer Bedeutung. Über die über das Büro in New York vermittelten Kontakte in die USA und Kanada sowie die über das Büro in Delhi vermittelten Kontakte zu Indien hinaus ist es wichtig, auch andere englischsprachige Studiermöglichkeiten zu erschließen. Universitäten in Großbritannien ist von großem Interesse, allerdings sind Kooperationen aufgrund der hohen Studiengebühren nicht einfach zu erreichen. Bisher bereits bestehende Kontakte sind auszubauen (London School of Economics – ReWi-Fakultät; Erasmus-Programme; Kontakte auf Verwaltungsebene). Daneben gilt es, die guten Beziehungen zu Australien weiter zu entwickeln.
Ein für die Internationalisierungsstrategie zentrales Desiderat ist weiterhin der Aufbau eines Benelux-Netzwerks. Universitäten in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg sind zentrale Partner, wenn es um Internationalisierungsoptionen für größere Studierendenzahlen geht. Für den Zeitraum 2012/13 sollen bis zu fünf Partnerhochschulen identifiziert werden, mit denen in einem größeren Umfang Studierende ausgetauscht werden.
Außerdem sind die Kontakte zu Universitäten im nicht-englischsprachigen Ausland, die i.d.R. Kurse auf Englisch anbieten, weiter auszubauen (insbesondere Skandinavien, aber auch Mitteleuropa). Eine weitere Option ist Südafrika.
Daneben sind auch – basierend auf den sehr guten Erfahrungen mit dem Deutsch-Französischen Juristischen Studiengang – im französischsprachigen Ausland Schwerpunkte zu setzen und Kontakte herzustellen.
10) Weitere Verbesserung im Bereich des Ausländerstudiums
Internationalisierung von Studium und Lehre bedeutet für die UzK auch die qualitätsvolle Beratung und Förderung von BildungsausländerInnen an der UzK. Die Universität zu Köln hat unter dem Namen „Studienstart International“ als erste Hochschule in Deutschland ein universitätsweit geplantes Studieneinstiegsprogramm für internationale Studierende in grundständigen Studiengängen eingeführt, dessen Konzeption auf den Ergebnissen der HIS-Studien zum Ausländerstudium basiert und den dort genannten Faktoren, die in vielen Fällen zum Scheitern von ausländischen Studierenden führen, entgegenwirkt.
Studienstart International erleichtert den Studierenden den Einstieg ins Studium, und bietet ihnen eine gute Betreuung, Orientierungshilfen und die Möglichkeiten, sich gleich zu Beginn des Studiums an der Hochschule und in den jeweiligen Fachbereichen zu integrieren. Studienstart International soll weiter ausgebaut werden. Das Stipendienprogramm des MIWF NRW für Studierende aus Schwellen- und Entwicklungsländern ist an der UzK sehr erfolgreich unter dem Namen „Albertus-Magnus-Stipendienprogramm“ mit einem Schwerpunkt zur Förderung von Studierenden aus Afrika aufgebaut worden und soll weiter ausgebaut werden.
Auch für alle anderen ausländischen Studierenden soll die zentral durch das Akademische Auslandsamt und dezentral durch ZIBs und Institute vorgenommene Beratungsleistung konsolidiert und weiter ausgebaut werden.
Allgemeine Maßnahmen der Internationalisierung mit Lehr- und Forschungsbezug
Mehrere Maßnahmen der Internationalisierung werden sowohl der Internationalisierung des Lehrbetriebs wie auch der Forschung zu Gute kommen.
(1) Ausbau der Auslandsbüros
Neben dem China-Büro der Nordrheinwestfälischen China-Allianz bzw. der UzK in Beijing und dem Indien-Büro in Delhi gibt es seit Oktober 2010 auch ein USA-Büro in New York. Diese Büros sind eng an das AAA angebunden.
(2) BotschafterInnen
Die UzK konzentriert sich auf bestimmte geographische Regionen, die in der Regel auch in der Forschung der Kölner Professoren und Professorinnen Schwerpunkte darstellen. Für diese Regionen/Staaten werden so genannte UzK-BotschafterInnen ernannt, die mit einem ausreichenden Budget ausgestattet werden, um Forschungskontakte zu pflegen und auszubauen. Botschafter werden auch die drei regionalen Büros betreuen und deren Netzwerke ausbauen. Im Zeitraum 2012/13 sollen 5-8 Botschafter ernannt und mit entsprechenden Mitteln ausgestattet werden.
(3) International Faculty
Darüber hinaus gilt es, die mit der Internationalisierung des Studiums aufgebaute Infrastruktur auch für die Forschung zu nutzen. Durch die Förderung von Auslandskontakten und Austauschprogrammen auf der Grundlage internationaler Netzwerke wird es auch gelingen, vermehrt Doktoranden und Doktorandinnen aus dem Ausland zu gewinnen; besonders geeignet sind dafür spezielle Graduiertenschulen. Auch die Einbindung der Promovierenden in die universitätsweite AMGSC wird sich hier positiv auswirken. Zudem kann der Ausbau des AAA sowie auch des Welcome Centers die Attraktivität der UzK für internationale WissenschaftlerInnen und Gäste erhöhen.
Die UzK wird darüber hinaus ein Konzept zur Berufung herausragender internationaler ForscherInnen (international faculty), die in ihren Heimateinrichtungen nicht ganzjährig angestellt sind, auf Teilzeitstellen erproben und jenen Instituten der UzK eine zusätzliche finanzielle Förderung zukommen lassen, die herausragende internationale GastwissenschaftlerInnen und ForscherInnen aufnehmen.
(4) Internationalisierung der Verwaltung
Werden mit der Internationalisierung des Studiums und der Forschung mehr Studierende und DozentInnen aus dem Ausland gewonnen und mehr fremdsprachige Programme durchgeführt, ist auch die Internationalisierung der Verwaltung unerlässlich. Die Übersetzung der relevanten Texte der Verwaltung ist bereits in Auftrag gegeben, ein Programm zum Staff Exchange wurde entwickelt und soll weiter ausgebaut werden. Vorbereitend darauf wirken Englischkurse für weite Teile der Verwaltung sowie Angebote im interkulturellen Training für die Verwaltung. Diese Angebote sollen weiter ausgebaut werden.

