Uni Köln News https://portal.uni-koeln.de/ Nachrichten und Pressemeldungen aus der Universität zu Köln de_DE Universität zu Köln Sat, 21 Sep 2019 00:15:42 +0200 Sat, 21 Sep 2019 00:15:42 +0200 TYPO3 EXT:news news-5483 Fri, 20 Sep 2019 14:21:30 +0200 Größte Arktisexpedition startet heute mit Forscherinnen und Forschern der Universität zu Köln https://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=9015&tx_news_pi1%5Bnews%5D=5483&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=093f8b0f43c878b5ae1a2a2ad18ddcd1 Kölner Meteorologinnen und Meteorologen beteiligen sich an der Arktis-Expedition. Das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ legt heute Abend vom norwegischen Tromso zur Mammutexpedition "Mosaic" ab und lässt sich im ewigen Eis einfrieren. Am Freitagabend, 20. September, startet die größte Arktis-Forschungsexpedition aller Zeiten, MOSAiC, zu ihrer einjährigen Überwinterung im driftenden Eis der Arktis. Insgesamt mehr als 600 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von 60 Forschungsinstituten aus 19 Nationen werden ein Jahr lang die Austauschprozesse zwischen Ozean, Eis und Atmosphäre untersuchen. Der Einfluss der arktischen Regionen auf unser Klima ist gewaltig und derzeit unzureichend verstanden. Mit Hilfe dieser Daten wird es möglich sein, die Klimaentwicklung in der Arktis besser zu verstehen, unsere Klimamodelle mit diesen Daten und Erkenntnissen weiterzuentwickeln und somit auch verbesserte Vorhersagen für unser Wetter und die Klimaentwicklung der Zukunft zu machen https://www.awi.de/im-fokus/mosaic-expedition.html.

Wissenschaftler des Instituts für Geophysik und Meteorologie  der Universität zu Köln nutzen diese einmalige Chance um Wolken in der Arktis detailliert zu untersuchen.

Aus den arktischen Wolken fällt nicht nur Schnee - je nach Sonnenstand und dem Anteil von Wasser und Eis in den Wolken, können sie auch als eine Art Sonnenschutz oder wärmende Decke dienen. Um nun genauer zu bestimmen, welche Effekte dominieren und welche Prozess in den Wolken stattfinden, wird der Polarflieger POLAR5 mit Fernerkundungsinstrumenten ausgestattet und sowohl im März und April als auch im kommenden August zwischen Spitzbergen und der Polarstern hin und her fliegen und die Veränderungen der Wolken untersuchen.

Im Rahmen des Sonderforschungsbereiches „Arctic Amplification“ http://www.ac3-tr.de/, der die Untersuchung der verstärkten arktischen Erwärmung koordiniert und an dem die Kölner Meteorologen maßgeblich beteiligt sind, werden so wertvolle Erkenntnisse gewonnen, die uns helfen die Arktis und das weltweite Klima besser zu verstehen.


Inhaltlicher Kontakt:     
Prof. Dr. Susanne Crewell
Institut für Geophysik und Meteorologie
+49 221 470-5286
susanne.crewellSpamProtectionuni-koeln.de


Presse und Kommunikation:
Jürgen Rees
+49 221 470-3107
j.reesSpamProtectionverw.uni-koeln.de

 

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news-5482 Wed, 18 Sep 2019 15:06:29 +0200 Universität zu Köln unterstützt die Stellungnahme der Initiative Scientists for Future https://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=9015&tx_news_pi1%5Bnews%5D=5482&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=dffc1890112cfba1c120db60d0dd4243 Anlässlich der gegenwärtigen Debatten und Initiativen zu einem nachhaltigen Klimaschutz plädiert die Universität zu Köln für eine nachhaltige Strategie zum Schutz des Klimas und zum Erhalt der menschlichen Lebensgrundlagen Die Universität unterstützt ausdrücklich die Stellungnahme der Initiative Scientists for Future zu den Protesten für mehr Klimaschutz, der sich zahlreiche renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler angeschlossen haben. Die Stellungnahme ist einzusehen unter: https://www.scientists4future.org/stellungnahme/stellungnahme-de/

Eine überwältigende Menge klimawissenschaftlicher Forschung macht auf solider Grundlage evident, dass wir derzeit einen massiven Klimawandel erleben. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen ebenso, dass der Mensch auf diesen Wandel über eine Reihe von Faktoren Einfluss nehmen und die negativsten Auswirkungen verhindern kann.

Die Universität zu Köln plädiert daher dafür, diese Fakten zur Kenntnis zu nehmen und auf ihrer Grundlage eine nachhaltige Strategie zum Schutz des Klimas und Erhalt der menschlichen Lebensgrundlagen zu entwickeln. Insbesondere spricht sie sich dafür aus, die vorhandene wissenschaftliche Expertise stärker in die politischen und gesellschaftlichen Diskussionen und Entscheidungsprozesse einzubinden.

Der Rektor der Universität zu Köln, Professor Dr. Axel Freimuth, sagt dazu: „Ich begrüße die Forderung nach stärkeren politischen Maßnahmen zum Klimaschutz. Die vorliegenden Erkenntnisse und Konzepte der Forschung müssen dabei einbezogen werden.“

In ihrer Grundordnung bekennt sich die Universität dazu, über ihre Aufgaben in Forschung und Lehre einen Beitrag zu einer nachhaltigen, friedlichen und demokratischen Welt zu leisten.

Sie wird daher das Thema Klimawandel und die diesbezüglichen wissenschaftlichen Erkenntnisse noch stärker in die Öffentlichkeit tragen – beispielsweise über Vorträge, Vorlesungsreihen, in der KölnerJuniorUni, den Medien und der gesellschaftlichen Debatte.


Pressesprecher:
Dr. Patrick Honecker
+49 221 470-2202
p.honeckerSpamProtectionverw.uni-koeln.de

 

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news-5481 Wed, 18 Sep 2019 11:26:02 +0200 Ethnografische Forschung zum Leben in Deltas im Rautenstrauch-Joest-Museum ausgestellt https://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=9015&tx_news_pi1%5Bnews%5D=5481&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=c1000a837032da157d0a89de93d7af4a Exponate der Nachwuchsgruppe von Dr. Franz Krause vom 27. September 2019 bis 5. Januar 2020 / Eröffnung am 26. September Ein ethnografisches Forschungsprojekt von der Universität zu Köln greift in die Dauerausstellung „Der Mensch in seinen Welten“ des Rautenstrauch-Joest-Museum Kulturen der Welt ein. Die Nachwuchsgruppe „DELTA – Unstetiges Wasser und das hydrosoziale Anthropozän in großen Flussdeltas“ hat in Zusammenarbeit mit der Agentur MI Design Büro für Gestaltung und Wissenschaftskommunikation eine Ausstellung unter dem Titel „Delta Welten: Leben im unsteten Wandel“ entworfen. Sie thematisiert das alltägliche Leben heutiger Bewohnerinnen und Bewohner von ausgewählten Flussdeltas. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie die Presse sind herzlich zur Eröffnung dieser „Intervention“ eingeladen. 

Termin: 

Donnerstag, 26. September 2019, 18:30 Uhr 

„Vernissage zu Delta Welten: Leben im unsteten Wandel“  

Rautenstrauch-Joest-Museum, Cäcilienstraße 35, 50667 Köln  

Deltas entstehen dort, wo sich große Flüsse in viele Arme auffächern, bevor sie ihr Wasser und ihre Sedimente in Seen oder Meere ergießen. Sie bilden ständig Neuland, das Gezeiten, Wind und Fluss wieder umformen. Grenzen zwischen Süß- und Salzwasser, fest und flüssig, nass und trocken zerfließen in dieser dynamischen Landschaft. Flussdeltas sind besonders gefährdete Ökosysteme und Lebenswelten. Sie sind Brennpunkte des globalen Wandels und gleichzeitig Heimat vieler Menschen, die mit diesen Dynamiken umgehen und sie auf ihre eigene, kreative Art und Weise beeinflussen.  

Der Fokus der bis zum 5. Januar 2020 laufenden Ausstellung liegt auf dem alltäglichen Leben, den Geschichten und Praktiken der Bewohnerinnen und Bewohner. Die ausgestellten Bilder, Objekte und Texte kommen aus den ethnografischen Forschungen im Ayeyarwady Delta (Myanmar), Mackenzie Delta (Kanada), Parnaíba Delta (Brasilien) und Sine-Saloum Delta (Senegal), die im Rahmen der Emmy Noether-Gruppe DELTA an der Universität zu Köln durchgeführt worden sind.  

Die Ausstellung stellt einen Teil der Experimente der Nachwuchsgruppe mit außeruniversitären Repräsentationsformen dar. Dazu gehören auch ein Workshop (26.-27.09.), eine Autorinnenlesung (25.09.) und eine Filmvorführung (27.09.). Die Vernissage selbst findet im Rahmen der „Fair Trade Night“ statt, die einen Abend lang das Foyer des Rautenstrauch-Joest-Museums in einen Mart für Ideen und Produkte des fairen Handels verwandelt. 

Es finden drei Führungen mit den Kuratorinnen und Kuratoren statt: Am Dienstag, 22. Oktober um 17 Uhr zu „Delta Welten: Postkolonialer Schlamm und der Mackenzie in Kanada“; am Dienstag, 12. November um 17 Uhr zu „Delta Welten: Zwischen Sand und Salzwasser im Parnaíba in Brasilien“ sowie am Dienstag, 17. Dezember um 17 Uhr zu „Delta Welten: Muscheln und Materialität im Sine-Saloum im Senegal“.  


Inhaltlicher Kontakt:  

Dr. Franz Krause 

DELTA-Projektleiter am Institut für Ethnologie  

+49 221 93317 281 

delta-infoSpamProtectionuni-koeln.de


Presse und Kommunikation: 

Frieda Berg  

Universität zu Köln 

+49 221 470-1704 

f.bergSpamProtectionuni-koeln.de


Judith Glaser 

Stadt Köln 

+49 221 221-31319  

judith.glaserSpamProtectionstadt-koeln.de


Weitere Informationen: 

Link auf Ankündigung auf Rautenstrauch-Joest-Seite  

http://delta.phil-fak.uni-koeln.de
http://www.mariehelenscheid.de

 

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news-5479 Mon, 16 Sep 2019 15:24:53 +0200 KölnerJuniorUni „Brain_Drops for Future!“ – In Workshops gehen Jugendliche dem Klimawandel auf den Grund https://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=9015&tx_news_pi1%5Bnews%5D=5479&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=700927d1bdf8de3d0b8abc29458afd48 Leckereien der besonderen Art gibt es in den Herbstferien an der Uni: Brain Drops for Future. Die Uni bietet neun kostenlose Workshops für Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren an, in denen sie interessante Themen rund um die Klimabewegung „Fridays for Future“ zusammen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern diskutieren und erarbeiten können. Die neun Workshops finden in den Herbstferien statt und richten sich an Jugendliche aller Schulformen. „Wir erleben Jugendliche derzeit als sehr engagiert und interessiert, wenn es um Themen des Klimawandels und Klimaschutzes geht. Das Anliegen der Universität ist es, einen Teil ihres großen Wissensspektrums den Jugendlichen zur Verfügung zu stellen, damit diese auf der Grundlage einer breiten Wissensbasis Aussagen hinterfragen, sich eine eigene Meinung bilden und Entscheidungen treffen können,“ sagt Astrid Costard, die Organisatorin an der Universität.

Aus diesem Grund bieten Dozentinnen und Dozenten nicht nur naturwissenschaftlich orientierte Workshops zu Fragen wie Klimawandel und Energieproduktion an. Vielmehr werden Klima und Umwelt aus ganz verschiedenen wissenschaftlichen Blickwinkeln diskutiert. Dazu gehören Rechtsfragen, beispielsweise zum Streikrecht oder zur Frage, ob Schulen Jugendliche vielleicht sogar zum Besuch von Demonstrationen zwingen könnten.

Hinterfragt wird zudem, wie Sprache im Umgang mit Katastrophenszenarien in Medien und Politik gezielt genutzt wird, um bestimmte Interessen durchzusetzen, und aus welchen Gründen die Politik aus Sicht vieler Bürger zu wenig tut, um den Klimawandel zu stoppen. Den Dozentinnen und Dozenten aus unterschiedlichen Fachbereichen der Universität zu Köln liegt vor allem daran, das Interesse und die Freude an Wissenschaft zu fördern.

Der Besuch der Veranstaltungen ist kostenfrei. Bestimmte Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Eine Anmeldung ist notwendig unter:
https://anmeldung-junioruni.uni-koeln.de

Die Workshops werden durch die Ford Foundation gefördert. Beschreibungen zu den Workshop-Inhalten finden sich unter: www.junioruni.uni-koeln.de


Weitere Informationen:       www.junioruni.uni-koeln.de

Inhaltlicher Kontakt:     
Astrid Costard
Geschäftsführung KölnerJuniorUniversität
+49 221 470 2972
E-Mail: junioruniSpamProtectionuni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Mathias Martin
+49 221 470 1705
E-Mail: m.martinSpamProtectionverw.uni-koeln.de

 

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news-5476 Thu, 12 Sep 2019 11:48:56 +0200 Expertenfeedback verbessert Entscheidungen zur Antibiotikagabe von Kinderärzten https://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=9015&tx_news_pi1%5Bnews%5D=5476&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=315c20cc39fa99812681438a522cd4b4 Besonders noch unerfahrene Ärztinnen und Ärzte profitieren von Feedback zu ihren Verordnungsentscheidungen / Veröffentlichung in „Medical Decision Making“ Eine interdisziplinäre Studie unter Leitung von Professor Dr. Daniel Wiesen vom Seminar für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Management im Gesundheitswesen der Universität zu Köln hat gezeigt, dass Expertenfeedback zu besseren Entscheidungen über die Verordnung von Antibiotika führen kann. Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass insbesondere noch unerfahrene Ärztinnen und Ärzte von Expertenfeedback profitieren. Die Studie, die mithilfe eines kontrollierten Entscheidungsexperiments erstmals den kausalen Effekt von Feedback auf Therapieentscheidungen einzelner Kinderärztinnen und -ärzte untersuchte, ist im Fachmagazin „Medical Decision Making“ erschienen.

Der übermäßige Gebrauch von Antibiotika trägt zur Entstehung von Antibiotikaresistenzen bei, wodurch die Wirksamkeit von Antibiotika zunehmend gefährdet ist. Dennoch werden Antibiotika weiterhin häufig verordnet, ohne dass sie therapeutisch indiziert sind, und es wird oftmals eine übermäßig lange Therapiedauer gewählt. Dies erhöht neben dem Risiko der Resistenzbildung das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen. Insbesondere bei Kindern kann der unangemessene Einsatz von Antibiotika kurz- und langfristige Folgen für die Gesundheit und die Entwicklung haben. In einer experimentellen Studie mit Kinderärztinnen und -ärzten hat das Team der Universität zu Köln einen innovativen Ansatz zur Verbesserung des Antibiotika-Verordnungsverhaltens untersucht.

Insgesamt 73 Ärztinnen und Ärzte nahmen an der experimentellen Studie teil, in der alltagsnahe Entscheidungen in einem kontrollierten Rahmen überprüft wurden. Das Experiment bestand aus drei Stufen. In jeder Stufe wurden die Teilnehmenden gebeten, für 40 hypothetische Patientinnen und Patienten zu entscheiden, ob und für wie lange sie Antibiotika verordnen würden. Zu Beginn der zweiten Stufe wurde den Teilnehmenden angekündigt, dass sie Expertenfeedback, welches auf Empfehlungen von Direktoren deutscher Kinderkliniken beruhte, zu ihren Therapieentscheidungen erhalten würden. Am Ende der zweiten Stufe erhielten sie tatsächlich Feedback über ihre 40 Therapieentscheidungen. Während die Ankündigung von Feedback keinen signifikanten Effekt auf die Therapieentscheidungen hatte, führte die Bereitstellung von Expertenfeedback dazu, dass die gewählte Therapiedauer im Durchschnitt um etwa einen Tag (10 Prozent der ursprünglich gewählten Dauer) zurückging.

Professor Wiesen sagt: „Uns hat überrascht, dass ein simpler Ansatz wie die Bereitstellung von Expertenfeedback einen so großen Effekt auf ärztliche Verordnungsentscheidungen haben kann. Das Expertenfeedback hat nicht nur dazu geführt, dass kürzere Therapien gewählt wurden, sondern auch bewirkt, dass die Therapieentscheidungen in Richtung der Empfehlungen von Experten und medizinischen Leitlinien angepasst wurden. Somit können wir sagen, dass die Bereitstellung von Expertenfeedback zu angemesseneren Therapieentscheidungen geführt hat.“

Das interdisziplinäre Projekt zeige, dass ein einfacher „Nudge“ (englisch für Stups oder Schubs) in Form von Expertenfeedback ein geeignetes Instrument ist, um das Verordnungsverhalten von Ärztinnen und Ärzten zu verbessern. „Nudging“ ist eine verhaltenstheoretisch begründete Methode mit dem Ziel, das Verhalten von Menschen ohne ökonomische Anreize zu beeinflussen.

Wiesen resümiert: „Wir gehen davon aus, dass sich die Bereitstellung von Expertenfeedback auch in der klinischen Praxis bewähren kann. So könnte man dem Problem übermäßiger Antibiotikaverordnungen mit einfachen Mitteln begegnen.“ Das Experiment zeigt darüber hinaus, dass auch Persönlichkeitsmerkmale – etwa wie risikofreudig oder wie erfahren der verordnende Arzt ist – die Entscheidungen und die Wirkung von Feedback beeinflussen. Um eine Veränderung des Verordnungsveraltens herbeizuführen ist es also auch wichtig, individuelle Unterschiede zu berücksichtigen.  

Die Studie war Teil des interdisziplinären UoC Forums „Managerial Risk Factors in Medicine“, das von Prof. Dr. Ludwig Kuntz initiiert und durch die Exzellenzinitiative von Bund und Ländern gefördert wurde.  Neben der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät war die Medizinische Fakultät der Universität zu Köln an der Studie beteiligt.


Inhaltlicher Kontakt:
Professor Dr. Daniel Wiesen
Seminar für ABWL und Management im Gesundheitswesen, Universität zu Köln
+49 221 470-89171
wiesenSpamProtectionwiso.uni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Eva Schissler
+49 221 470-4030
e.schisslerSpamProtectionverw.uni-koeln.de

Zur Publikation:
The Effect of Expert Feedback on Antibiotic Prescribing in Pediatrics: Experimental Evidence
Kerstin Eilermann, Katrin Halstenberg, Ludwig Kuntz, Kyriakos Martakis, Bernhard Roth, Daniel Wiesen.
Medical Decision Making: https://doi.org/10.1177/0272989X19866699

Weitere Informationen:
UoC Forum „Managerial Risk Factors in Medicine“:
https://www.mig.uni-koeln.de/de/forschung/forschungsprojekte/uoc-forum

 

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news-5475 Thu, 12 Sep 2019 10:03:16 +0200 THE-Ranking: Universität zu Köln kann sich national um einen Platz verbessern https://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=9015&tx_news_pi1%5Bnews%5D=5475&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=ab171c07c4df80144cf19f1ac39d84b9 Universität zu Köln nimmt national Rang 15 ein und zählt damit zu dem obersten Drittel aller bewerteten deutschen Hochschulen Das gerade veröffentlichte Times Higher Education (THE) World University Ranking zeigt: Die Universität zu Köln behauptet sich im internationalen Vergleich weiterhin hervorragend. Sie belegt weltweit Platz 157 von insgesamt 1.396 bewerteten Institutionen. Mit diesem Ergebnis zählt sie zu den obersten elf Prozent der bewerteten Hochschulen weltweit. Im nationalen Kontext platziert sich die Universität zu Köln auf Rang 15 der insgesamt 48 deutschen Universitäten und konnte sich damit um einen Platz verbessern.

Das Times Higher Education World University Ranking zählt zu den einflussreichsten Hochschulrankings und hat den Anspruch, Universitäten anhand ihrer Hauptaufgaben Forschung, Lehre, Wissenstransfer und Internationalität zu bewerten. Die Ergebnisse durchlaufen eine unabhängige Prüfung in Form eines Audits. Mit nunmehr 1.396 bewerteten Universitäten weltweit ist das Ranking 2020 das umfangreichste THE-Ranking.

Inhaltlicher Kontakt:
Anna Lena Klein
+49 221 470-7782
anna.kleinSpamProtectionverw.uni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Jürgen Rees
+49 221 470-3107
j.reesSpamProtectionverw.uni-koeln.de

Weitere Informationen:
www.timeshighereducation.com

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news-5474 Wed, 11 Sep 2019 09:45:35 +0200 Presseeinladung: Vortrag zum Impfen aus der Sicht der Fachrichtung Psychologie https://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=9015&tx_news_pi1%5Bnews%5D=5474&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=bc107cee3aea1ffe84b40d5131a7777c Gesundheitskommunikatorin Cornelia Betsch hält am 16. September öffentlichen Vortrag bei Fachtagung Sozialpsychologie an der Uni Köln Mit einem auch für das Laienpublikum aufbereiteten Vortrag eröffnet die Fachtagung Sozialpsychologie an der Universität zu Köln, die vom 16. bis 18. September 2019 stattfindet. Professorin Dr. Cornelia Betsch von der Universität Erfurt spricht als Expertin für Gesundheitskommunikation über das Impfen aus psychologischer Sicht. Das Social Cognition Center Cologne möchte die interessierte Öffentlichkeit und die Presse dazu einladen.

Termin:
Montag, 16. September 2019, 18:30 Uhr
„Vortrag: Impfen aus der Sicht der Psychologie – Wie unser Denken und Fühlen unser Handeln leitet“
Universität zu Köln, Hauptgebäude, Aula II, Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln (https://lageplan.uni-koeln.de/#!100)

Impfen oder nicht Impfen? Impfpflicht oder freie Entscheidung? Diese Fragen bewegen immer wieder die Gemüter. Während die Wissenschaft sich einig ist, dass Impfungen eine der wichtigsten medizinischen Entwicklungen überhaupt sind, wecken Mythen über Impfstoffsicherheit Zweifel bei Eltern.

Die psychologische Forschung hat Wege gefunden, die Gründe zu erforschen, die Impfungen im Wege stehen. So lässt sich fundiert Stellung beziehen, welche Maßnahmen geeignet sind, um die Impfraten gegen gefährliche und oft unterschätzte Krankheiten zu erhöhen. Die Impfpflicht ist eine dieser möglichen Maßnahmen – und auch sie soll bei dem Vortrag kritisch aus dem Blickwinkel der psychologischen Forschung beleuchtet werden.

Inhaltlicher Kontakt:     
Jun.-Prof. Dr. Oliver Genschow
Social Cognition Center Cologne
+49 221 470-1524
oliver.genschowSpamProtectionuni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Frieda Berg
+49 221 470-1704
f.bergSpamProtectionuni-koeln.de

Weitere Informationen:
http://fgsp2019.uni-koeln.de/public-lecture.html

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news-5473 Wed, 11 Sep 2019 08:49:23 +0200 Presseeinladung: „Falling Walls Lab Rhineland“ findet an der Uni Köln statt https://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=9015&tx_news_pi1%5Bnews%5D=5473&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=a76a6960277a890ca86a4eccebb400f2 Vorentscheid zur Teilnahme an der renommierten Falling Walls Konferenz in Berlin / Zukunftsorientierte Forscherinnen und Forscher präsentieren ihre Ideen Am 12. September findet an der Uni Köln einer der diesjährigen Vorentscheide zur Teilnehme an der internationalen „Falling Walls Konferenz“ in Berlin statt. Erstmalig wird dieser Vorentscheid gemeinsam von der RWTH Aachen, der Universität Bonn, der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, dem Forschungszentrums Jülich und der Universität zu Köln ausgerichtet. Der Austragungsort wird in den nächsten Jahren zwischen den fünf Einrichtungen rotieren.  

Siebzehn „Labster“ aus nationalen und internationalen Universitäten und Forschungseinrichtungen präsentieren in Kurzvorträgen ihre bahnbrechende Forschung. Eine Jury aus acht hochkarätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der beteiligten Institutionen, darunter Professor Dr. Axel Freimuth, Rektor der Universität zu Köln, und Leibniz-Preis-Trägerin Professorin Dr. Anne Storch, wählen die besten zwei „Labster“ zur Teilnahme an der Berliner Konferenz aus.

Termin:
12. September 2019, ab 15:00 Uhr
„Vorentscheid ‚Falling Walls Lab Rhineland‘“
Aula 2, Hauptgebäude, Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln

Journalistinnen und Journalisten sind herzlich zur Teilnahme und Berichterstattung eingeladen. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
Rektor Professor Dr. Axel Freimuth sagt: „Die gemeinsame Ausrichtung bietet großartige Chancen, die Sichtbarkeit aller beteiligten Institutionen zu stärken, die Wissenschaftsregion Rheinland noch sichtbarer zu machen und jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein innovatives Format für die Präsentation bahnbrechender Forschungsleistungen zu bieten.“  
Bei der jährlich in Berlin stattfindenden Falling Walls Conference nehmen zukunftsweisende Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Gesellschaft teil.  

Inhaltlicher Kontakt:
Dr. Oliver Höing
Referent Prorektorat Forschung und Innovation
o.hoeingSpamProtectionverw.uni-koeln.de
+49 221 470 1799

Kommunikation und Marketing:
Corinna Lehmann
Leitung Eventmarketing
c.lehmannSpamProtectionverw.uni-koeln.de
+49 221 470 7255

Weitere Informationen zum Vorentscheid:
https://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=14474

Weitere Informationen zur Falling Walls Konferenz (auf Englisch):
https://www.falling-walls.com/

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news-5471 Thu, 05 Sep 2019 12:16:00 +0200 Studienvorstellung: Besser auf Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen reagieren https://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=9015&tx_news_pi1%5Bnews%5D=5471&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=05849b96c2b99a9bf0365f2fca5db04f Abschlussveranstaltung zum Forschungsprojekt „Teil-sein & Teil-haben“ am 12. September / Empfehlungen für Pflegefachkräfte Das über drei Jahre gelaufenen Forschungsprojekt „Teil-sein & Teil-haben“ von Professorin Dr. Barbara Fornefeld, Pädagogik und Rehabilitation bei Menschen mit geistiger und schwerer Behinderung, präsentiert der Öffentlichkeit seine zentralen Ergebnisse. Die Forschungsarbeit wird im Rahmen der Abschlussveranstaltung, zu der neben Vertretern der Stiftungen auch Verantwortungsträger aus Politik, Verbänden und Institutionen der Behinderten-, Alten-, und Gesundheitsversorgung geladen sind, vorgestellt und diskutiert. Die Presse ist ebenfalls herzlich eingeladen.

Termin:
12. September 2019, 10 bis 13.30 Uhr
„Teil-sein & Teil-haben resümiert: Professorin Fornefeld stellt Studienergebnisse vor“
Horion-Haus des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), Hermann-Pünder-Straße 1, 50679 Köln-Deutz

Mit dem demographischen Wandel steigt auch die Zahl der Menschen mit komplexer Behinderung, die umfassender Unterstützung bei der täglichen Lebensgestaltung bedürfen. Von den gegenwärtigen behindertenpolitischen Trends zur Verwirklichung einer „vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft“ scheint diese Personengruppe kaum zu profitieren, sagt Fornefeld: „Die Einrichtungen der Behindertenhilfe sehen sich zunehmend überfordert, diesem gesellschaftlichen Auftrag sowie den besonderen Bedürfnissen ihrer sich verändernden Klientel gerecht zu werden. Häufig berichten sowohl pädagogische wie pflegerische Fachkräfte, dass ihnen das erforderliche Wissen fehlt, um den Ansprüchen dieser Personengruppe gerecht zu werden.“

Bedürfnisse von Menschen mit komplexen Behinderungen gingen oft über Gesundheits- und Sicherheitsbedürfnisse hinaus, wie zum Beispiel das Bedürfnis nach Privatsphäre oder nach Konsum. Ziel der Studie war es daher, diese Bedürfnisse genauer zu ermitteln und damit unterstützenden Personen eine Orientierungshilfe an die Hand zu geben. Im Zuge der Studie wurden verschiedene Reflexionshilfen entwickelt, die in Zukunft den Fachkräften ermöglichen sollen, die verschiedenen Bedürfnisse der Menschen, die sie unterstützen, zu erkennen. Das Projektteam wird darüber hinaus Handlungsempfehlungen auf verschiedenen Ebenen formulieren, die sich unter anderem in einem Weiterbildungsprogramm für Fachkräfte niederschlagen werden.

Die Studie „Teil-sein & Teil-haben“ beruht auf einem dreijährigen Modellprojekt, das durch den Kulturverein KuBus® e.V. beantragt, durch die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW und andere gefördert und von Forscherinnen und Forschern des Departments für Heilpädagogik und Rehabilitationswissenschaften der Universität zu Köln unter Leitung von Professorin Dr. Barbara Fornefeld gemeinsam mit Praxispartnern der Behinderten- und Altenhilfe durchgeführt wurde.


Inhaltlicher Kontakt:     
Professor Dr. Barbara Fornefeld
fornefeldSpamProtectionuni-koeln.de
+49 221 470-5598

Presse und Kommunikation:
Robert Hahn
+49 221 470-2396
r.hahnSpamProtectionverw.uni-koeln.de

 

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news-5470 Tue, 03 Sep 2019 15:43:31 +0200 Internationale Tagung zu Disability Studies in Köln https://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=9015&tx_news_pi1%5Bnews%5D=5470&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=6b0aad555241c0b072a52d7839a832e1 Einladung zur Fachtagung und zum Presse- und Fototermin / Thema: "Geschichte(n), Praktiken und Politiken von Behinderung" Behinderung wird heute als mehrdimensionales Phänomen und facettenreiches Forschungsgebiet verstanden, das international, vergleichend und disziplinübergreifend untersucht wird. Auf der Jahrestagung 2019 der European Society for Disability Research treffen sich über 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erstmalig in Köln, um internationale, vergleichende und transdisziplinäre Perspektiven zum Thema Behinderung zu diskutieren. Veranstaltet wird die Konferenz von der Europäischen Gesellschaft für Forschung zu Behinderung (ALTER), der TH Köln und der Universität zu Köln.

Termin:
Donnerstag, 5. September 2019
von 9.00 bis 19.00 Uhr
und am Freitag, 6. September 2019
von 9.00 bis 17.15 Uhr

an der Universität zu Köln, Herbert-Lewin-Straße 2, 50931 Köln.

Am Donnerstag, 5. September bieten wir Ihnen in der Zeit von 13.15-13.45 Uhr einen Pressefototermin mit einer Expertenrunde an. Treffpunkt ist der Eingang des Veranstaltungsgebäudes der Universität zu Köln.

In Deutschland sind die „Disability Studies“ – Studien zur Behinderung –  ein relativ junges Forschungsfeld. Im internationalen und europäischen Ausland gibt es hingegen eine längere, äußerst vielseitige Forschungstradition. Nationale und internationale Expertinnen und Experten diskutieren auf der Tagung unter anderem zu den Themen inklusive Bildung an Schulen und Universitäten, die Beschäftigungs- und Arbeitsmarktsituation für Menschen mit Behinderung sowie über das öffentliche Bild von Behinderung in Medien, Kultur und Kunst im Laufe der Geschichte.

Durchgeführt wird die englischsprachige Konferenz von Prof. Anne Waldschmidt von der Internationalen Forschungsstelle Disability Studies (IDIS) der Universität zu Köln in Kooperation mit Prof. Dr. Matthias Otten von der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der TH Köln und Prof. Dr. Isabelle Ville von der École des Hautes Études en Sciences Sociales – EHESS Paris.

Bereichert wird die zweitägige Veranstaltung durch drei Hauptvorträge der Historikerin Prof. Susan Burch (Middlebury College, USA), des Kultursoziologen Prof. Michael Schillmeier (University of Exeter, UK) und des Politikwissenschaftlers Prof. Mark Priestley (University of Leeds, UK). Die Teilnehmenden repräsentieren ein breites Spektrum der internationalen Forschung zu Behinderung in den Kultur- und Sozialwissenschaften.

 

Inhaltlicher Kontakt:
Prof.in Dr. Anne Waldschmidt
Universitätsprofessorin für Soziologie und Politik der Rehabilitation, Disability Studies
Humanwissenschaftliche Fakultät
+49 0221-470-6890
anne.waldschmidtSpamProtectionuni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Technische Hochschule Köln
Referat Kommunikation und Marketing
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Viola Gräfenstein
0221-8275-3687
pressestelleSpamProtectionth-koeln.de

Weitere Informationen:
https://alterconf2019.sciencesconf.org/

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news-5467 Tue, 03 Sep 2019 12:13:36 +0200 ERC Starting Grant für Turbulenzforschung: Kölner Meteorologe mit rund 1,9 Millionen Euro gefördert https://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=9015&tx_news_pi1%5Bnews%5D=5467&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=e299b53ead4277f14d7f8b043cc85954 Grundlagenforschung für bessere Wettervorhersagen / Dr. Cedrick Ansorge erhält begehrte Förderung der Europäischen Union Dr. Cedrick Ansorge vom Institut für Geophysik und Meteorologie der Universität zu Köln ist vom Europäischen Forschungsrat (ERC) mit einem Starting Grant ausgezeichnet worden. Der Meteorologe erhält eine Förderung von insgesamt 1,87 Millionen Euro über den Zeitraum von fünf Jahren, um in dem Projekt „Turbulenzauflösende Ansätze zur intermittierenden turbulenten atmosphärischen Grenzschicht“ atmosphärische Turbulenz weiter zu erforschen.

Turbulenz nennt man die Wirbelströmungen der Luft in der Atmosphäre, die wesentlich den Austausch von Wärme, Feuchtigkeit und Schadstoffen zwischen bodennahen Schichten und oberer Atmosphäre regulieren. „Wir gehen bislang davon aus, dass Turbulenz immer und überall anwesend ist“, erklärt der Meteorologe Dr. Cedrick Ansorge. „Auf dieser Annahme beruht die Modellierung der atmosphärischen Grenzschicht. Doch wenn es auch Schichten und Zeitspannen ohne Turbulenz geben kann, ist unsere Grundannahme nicht geeignet.“

Die zeitlich und räumlich begrenzte Abwesenheit von Turbulenz, die sogenannte Intermittenz, stelle das Konzept und Verständnis für die atmosphärische Grenzschicht auf den Prüfstand und verursache Probleme in der Vorhersage, so Ansorge. Solche Intermittenz trete zum Beispiel bei einer sogenannten stabilen Dichteschichtung der Luftschichten auf, auch als Inversionswetterlage bekannt.

In seinem ERC-geförderten Projekt wird Ansorge mit Methoden wie der direkten numerischen Simulation, Wirbelsimulationen sowie mit Beobachtungsdaten arbeiten. Sein Ziel ist es, das Phänomen der Intermittenz aufzuklären. „Wenn wir Intermittenz verstehen, kann das künftig auch für bessere Wettervorhersagen dienen – und damit der Verkehrssicherheit, der Landwirtschaft oder der Gewinnung von Windenergie“, sagt Ansorge.

Der Meteorologe nimmt an, dass das mangelnde Verständnis der Prozesse beim Entstehen und Vergehen von Turbulenz in der atmosphärischen Grenzschicht weitreichende Konsequenzen für die Vorhersage der Tiefsttemperaturen hat, mit direkten Folgen für die Prognose von Frost, Nebel und die Gewinnung von Windenergie. Insbesondere der Bereich der Energiemeteorologie, der Berechnung von Windverhältnissen für die Gewinnung von Windkraft, wird von verbesserten Voraussagen profitieren. Unterstützt wurde Ansorge bei seiner Antragsstellung durch den Leiter seiner Arbeitsgruppe, Professor Dr. Yaping Shao.

Der Europäische Forschungsrat hat in der ersten diesjährigen Ausschreibung Förderungen an 408 Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher vergeben. Die hochbegehrte Förderung wird einzelnen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen helfen, ihre eigenen Forschungsgruppen aufzubauen und bahnbrechende Forschung in allen Fachbereichen durchzuführen. Die Förderungen mit einer Gesamtsumme von 603 Millionen Euro sind Teil des Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizon 2020“ der Europäischen Union.

Der Präsident des Europäischen Forschungsrates (ERC), Professor Jean-Pierre Bourguignon, erklärte dazu: „Es ist wichtig, dass die Europäische Union für ihre künftige erfolgreiche Entwicklung weiterhin herausragende Forscherinnen und Forscher aus der ganzen Welt gewinnt und unterstützt. Wir im ERC sind stolz darauf, zu diesem Ziel beizutragen, indem wir einige der mutigsten kreativen wissenschaftlichen Talente unterstützen.“

Inhaltlicher Kontakt:      
Dr. Cedrick Ansorge
+49 221 470 3677
cansorgeSpamProtectionuni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Frieda Berg
+49 221 470 1704
f.bergSpamProtectionuni-koeln.de

Link zur Pressemeldung des ERC:
https://erc.europa.eu/news/StG-recipients-2019

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news-5466 Tue, 03 Sep 2019 09:20:26 +0200 Bohrung im ältesten See Europas: Über eine Million Jahre alte Sedimente erzählen vom Klima https://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=9015&tx_news_pi1%5Bnews%5D=5466&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=5260f4f43f0eb1f03a7cd721121865d5 Geologisches Großprojekt unter Kölner Leitung veröffentlicht Ergebnisse zur Klimageschichte des Ohrid See in „Nature“ Ein wissenschaftliches Tiefbohrungsprojekt am Ohrid See, an dem 47 Forscherinnen und Forscher aus 13 Nationen beteiligt waren, hat neue Erkenntnisse zur Klimageschichte ans Licht gebracht. Das Team unter Leitung des Geologen Professor Dr. Bernd Wagner von der Universität zu Köln hat die Ergebnisse unter dem Titel „Mediterranean winter rainfall in phase with African monsoon during past 1.36 million years“ in der Fachzeitschrift „Nature“ publiziert.

Der Ohrid See an der Grenze zwischen Albanien und Nord-Mazedonien gilt als ältester existierender See Europas. Das Projekt begann vor 15 Jahren mit ersten Voruntersuchungen und hatte zum Ziel, das Alter des Sees zu bestimmen und die Klimageschichte der Mittelmeerregion besser zu verstehen. Die Tiefbohrung fand 2013 statt und wurde mit einer maximalen Bohrtiefe von 568 Metern bei einer Wassertiefe von 245 Metern zu einer der erfolgreichsten Seebohrungen, die im Rahmen des International Continental Scientific Drilling Program (ICDP) durchgeführt wurden. Fünf Jahre haben die Untersuchungen an dem gewonnenen Material, den Bohrkernen mit seinen Sedimentschichten, gedauert.

„Wir können jetzt belegen, dass der See vor genau 1,36 Millionen Jahren entstanden ist und seitdem kontinuierlich existierte", erklären die führenden Geologen Professor Dr. Bernd Wagner und Privatdozent Dr. Hendrik Vogel (Universität Bern). „Wir waren begeistert, als wir realisiert hatten, dass wir einen der längsten und vollständigsten Seesedimentkerne aus dem ältesten See Europas gebohrt hatten. Die Chance zu bekommen, hochaufgelöste regionale Klimadaten von über 1,3 Millionen Jahren zu erhalten, ist der Traum eines jeden Klimaforschers.“

Die im See abgelagerten Sedimente ermöglichten es, Informationen über die Klimageschichte für die Region über diese Zeitspanne zu erhalten, zum Beispiel zu den Niederschlägen. So liefern die neuen Daten zum ersten Mal über solch lange Zeiträume Datensätze, die mit Modellierungsdaten direkt verglichen werden können. „Damit hilft unsere Forschung, die Ursachen von Regenphasen besser zu verstehen und die Auswirkungen des Klimawandels für zukünftige Prognosen genauer zu fassen“, so Wagner.

Die sedimentologischen Daten zeigen in den Warmzeiten eine deutliche Erhöhung der Winterniederschläge in der nördlichen Mittelmeerregion. Das mediterrane Klima ist durch starke saisonale Kontraste zwischen trockenen Sommern und nassen Wintern gekennzeichnet. Änderungen der Winterregenfälle seien auf Zeitskalen der letzten Millionen Jahre schwer zu rekonstruieren, erklärt Wagner. Dies liege zum Teil daran, dass es bislang wenig regionale Hydroklima-Aufzeichnungen gibt, die mehrere glazial-interglaziale Zyklen mit unterschiedlichen Erdbahngeometrien, dem globalen Eisvolumen und den atmosphärischen Treibhausgaskonzentrationen abdecken.

Wie die Modellierungsdaten im Rahmen des Forschungsprojektes aufgezeigt haben, kam es vor allem in den Herbstmonaten zu einer verstärkten Tiefdruckbildung über dem westlichen Mittelmeer, die durch eine Erhöhung der Oberflächentemperaturen im Mittelmeer ausgelöst wurde. „Ähnliche Effekte könnten auch durch die gegenwärtige Klimaerwärmung hervorgerufen werden“, sagt Wagner.

Finanziell unterstützt wurde das ICDP-Bohrprogramm im Ohrid See von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Universität zu Köln und anderen internationalen Geldgebern.

Inhaltlicher Kontakt:      
Professor Dr. Bernd Wagner
Institut für Geologie
wagnerbSpamProtectionuni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Frieda Berg
+49 221 470-1704
f.bergSpamProtectionuni-koeln.de

Zur Publikation:
https://www.nature.com/articles/s41586-019-1529-0

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news-5465 Mon, 02 Sep 2019 13:09:51 +0200 „Vernetzte Beratung“: Fachtagung für Studienberatung in Köln https://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=9015&tx_news_pi1%5Bnews%5D=5465&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=e8ed0decdbb319c6c1f1ef27a3ea4bf1 Treffen der Gesellschaft für Beratung, Information und Therapie an Hochschulen (GIBeT) e.V. vom 4. bis 6. September an der Uni Köln / Expertinnen und Experten diskutieren über Austausch und Zusammenarbeit in der Beratung Vom 4. bis 6. September findet die Herbsttagung der Gesellschaft für Beratung, Information und Therapie an Hochschulen (GIBeT) e.V. an der Universität zu Köln statt. An drei Tagen kommen über 400 Fachkräfte aus ganz Deutschland zusammen, um sich über das Leitthema „Vernetzte Beratung“ auszutauschen. Die Tagung befasst sich auch mit der psychologischen Beratung und bietet Workshops unter anderem für Einsteigerinnen und Einsteiger oder für Leitungskräfte in Zentralen Studienberatungen an. Die Universität richtet die Tagung gemeinsam mit der Technischen Hochschule Köln und mit Unterstützung der Deutschen Sporthochschule und des Kölner Studierendenwerks aus.

Termin:
Mittwoch, 4. September 2019, ab 16:45 Uhr
„GIBeT-Fachtagung 2019: ‚Vernetzte Beratung‘“
Aula I, Hauptgebäude der Universität, Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln

Journalistinnen und Journalisten sind herzlich zur Teilnahme und Berichterstattung eingeladen.

Die Quote der Studienabbrecher liegt seit Jahren bei ca. 30 Prozent. Sie zu reduzieren ist ein wichtiges Ziel. Studienberatungen an Hochschulen sehen sich dabei mit einer wachsenden Vielfalt von Ratsuchenden konfrontiert. Zudem werden ihre Anliegen immer komplexer, was eine gute Vernetzung und Zusammenarbeit unterschiedlicher Stellen und Fachkräfte notwendig macht. Auch die Unterstützung von Studierenden in schwierigen Studiensituationen wird immer wichtiger. Hier zeigen sich die Vorteile der Vernetzung: Die Netzwerkpartner bauen ihr Beratungs- und Unterstützungsangebot in abgestimmter Form aus, um den Betroffenen eine tragfähige Grundlage für die erfolgreiche Fortsetzung ihres Studiums zu schaffen oder neue, besser passende Bildungswege zu eröffnen.

Die Tagung gibt auch Einblicke in zahlreiche gemeinsame Aktivitäten und Kooperationsprojekte von Beratungseinrichtungen an Hochschulen in der Region Köln, in NRW und darüber hinaus. Beispielsweise an Schulen: Hier bauen Hochschulen in NRW im Programm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ landesweit gemeinsam mit den Arbeitsagenturen, den Kammern, den Bezirksregierungen sowie kommunalen und anderen Akteuren die Angebote zur Studien- und Berufsorientierung in der Oberstufe aus. Ziel dieses Angebots ist es, Schülerinnen und Schülern eine reflektierte Wahl über das jeweils am besten passende Bildungsangebot – sei es ein Studium oder eine Ausbildung – zu ermöglichen.

Die Gesellschaft für Beratung, Information und Therapie an Hochschulen (GIBeT) e.V. veranstaltet zweimal im Jahr Tagungen für Studienberatende zu aktuellen Themen, Methoden, Konzepten und Projekten der Studien- und Studierendenberatung an Hochschulen. Ziel ist die kontinuierliche Fort- und Weiterbildung der in diesem Bereich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der kollegiale Erfahrungsaustausch.

Inhaltlicher Kontakt:
Judith Nübold
Zentrale Studienberatung der Universität zu Köln
+49 221 470 4486
j.nueboldSpamProtectionverw.uni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Eva Schissler
+49 221 470-4030
e.schisslerSpamProtectionverw.uni-koeln.de

Weitere Informationen:
https://gibet.org/tagung/koeln2019/start/

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news-5460 Fri, 30 Aug 2019 13:50:20 +0200 Über 600 HochschulkommunikatorInnen zu Gast in Köln https://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=9015&tx_news_pi1%5Bnews%5D=5460&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=5f01a8a744403b811d4e6ec6f9fc8e4a Mehr als 600 Kommunikationsverantwortliche von Hochschulen werden bei der Jahrestagung des Bundesverbands Hochschulkommunikation vom 4. bis 6. September in Köln erwartet / Thema: „Hochschulkommunikation. Glaubwürdig, verlässlich, klar.“ Zu ihrem bislang größten Kongress treffen sich über 600 Kommunikationsverantwortliche von Hochschulen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bei ihrer Jahrestagung vom 4. bis 6. September in Köln. Unter dem Thema „Hochschulkommunikation. Glaubwürdig, verlässlich, klar.“ greifen Pressesprecherinnen und Pressesprecher, Online-Redakteurinnen und -Redakteure sowie Marketingfachleute zentrale Herausforderungen für die Hochschulen auf. In Zeiten politischer Turbulenzen, medialer Umbrüche und zunehmenden Wettbewerbs wollen die Hochschulen auch weiterhin mit glaubwürdigen und verständlichen Inhalten verlässliche Partner in öffentlich geführten Debatten sein. In über 40 Workshops und Arbeitsgruppen geht es drei Tage lang um Themen wie zum Beispiel Digitalisierung, politische Kommunikation, Hochschulkommunikation als wichtige Säule des Transfers, Datenschutz und Krisenkommunikation an Hochschulen.

Ein ganz besonderes Programm-Highlight in diesem Jahr: Ein Gespräch mit dem Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Dr. Peter-André Alt, über die Anforderungen an eine glaubwürdige, klare und verlässliche Hochschulkommunikation.

Die Stadt Köln ist mit 14 Hochschulen, sieben außeruniversitären Forschungseinrichtungen, über 100.000 Studierenden und über 18.000 Beschäftigten an Hochschulen einer der größten deutschen Hochschul- und Wissenschaftsstandorte. Die Tagung wird von der Technischen Hochschule Köln, der Universität zu Köln und der Deutschen Sporthochschule Köln gemeinsam ausgerichtet. An der Sporthochschule findet zudem vom 3. bis 4. September 2019 die Vortagung der Initiative Qualität in der Hochschulkommunikation (IQ_HKom) statt. Im 50. Jahr seines Bestehens gratuliert der Bundesverband Hochschulkommunikation auch der Universität zu Köln, die in 2019 ihr 100. Neugründungsjubiläum feiert.

Der Bundesverband Hochschulkommunikation hat nicht nur durch die frühe Gründung der Qualitätsinitiative IQ_HKom vor mehreren Jahrzehnten, sondern auch durch u. a. die Mitentwicklung der „Leitlinien für gute Wissenschafts-PR“ im Jahr 2015 zahlreiche Empfehlungen zur Wissenschaftskommunikation für seine Mitglieder sowie die Beratung von (wissenschafts-)politischen Einrichtungen einen starken Fokus seiner Arbeit auf Qualitätskriterien, Werte sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung von Wissenschafts- und Hochschulkommunikation gesetzt.

Übereinstimmend erklären der Rektor der Universität zu Köln, Professor Dr. Axel Freimuth, der Präsident der TH Köln, Prof. Dr. Stefan Herzig, und der Rektor der Sporthochschule Köln, Prof. Dr. Heiko Strüder, dass Forscherinnen und Forscher ebenso wie professionelle Kommunikatorinnen und Kommunikatoren zu erfolgreicher Wissenschaftskommunikation beitragen: „Unkenntnis und Geheimniskrämerei fördern Misstrauen. Die Wissenschaft muss daher über ihre Methode, ihre Motivation und ihre Ergebnisse nicht nur in wissenschaftlichen Fachjournalen, sondern auch öffentlich angemessen kommunizieren.“

Die Wissenschaftskommunikation in Köln spielt im aktuellen Universitäts-Jubiläumsjahr eine große Rolle. Mit einer Reihe von Veranstaltungen wie „Universität in Kölner Häusern“ an ungewöhnlichen Orten, zum Beispiel im Planetarium oder in einem Hochbunker, liefern die Wissenschaftler Einblicke in ihre Arbeit. Auch die Kölner Wissenschaftsrunde (KWR), der Verbund der Kölner Hochschulen und Forschungseinrichtungen, der IHK und der Stadt Köln, hat einen festen Platz im Stadtbild und betreibt Wissenschaftskommunikation, indem sie Forschung den Bürgerinnen und Bürgern insbesondere über wiederkehrende Veranstaltungsformate näher bringt. Die KWR wird sich auf der Tagung in einem Workshop vorstellen.

Inhaltlicher Kontakt:
Julia Wandt
Vorsitzende des Bundesverbands Hochschulkommunikation
+49 151 27671919
julia.wandtSpamProtectionuni.kn

Presse und Kommunikation:
Patrick Honecker
+49 221 4702202
p.honeckerSpamProtectionverw.uni-koeln.de

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news-5453 Tue, 20 Aug 2019 14:10:59 +0200 Wie Kälte Fruchtbarkeit und Lebensspanne erhöht https://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=9015&tx_news_pi1%5Bnews%5D=5453&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=66eda9d8eff0ffbb2fdbf3c8bede4828 Kälte verzögert die Alterung der Keimbahn und verlängert die Fruchtbarkeit des Wurms C. elegans / Veröffentlichung in "Nature Metabolism" Eine moderate Absenkung der Körpertemperatur kann zu einer deutlichen Verlängerung der Lebensdauer führen. Um den Alterungsprozess des gesamten Organismus bei Kälte zu verzögern, kommunizieren Stammzellen der Keimbahn mit dem Rest des Körpers über das Hormon Prostaglandin, wie David Vilchez und sein Team zeigen. Das Phänomen wurde zuerst bei wirbellosen Tieren wie Würmern beschrieben und später bei Fischen und Mäusen beobachtet. Obwohl von den Langlebigkeitseffekten durch Kälte ursprünglich vor über einem Jahrhundert schon berichtet wurde, ist über den Prozess wenig bekannt. „Neuronen erkennen und verarbeiten kalte Temperaturen, um die Alterung des Fortpflanzungssystems zu verzögern und damit die Fruchtbarkeit zu erhöhen", berichtet David Vilchez vom Exzellenzcluster CECAD. Ihre neuen Forschungsergebnisse wurden in Nature Metabolism veröffentlicht.

Das wichtigste Ziel des Organismus ist es, die nächste Generation  hervorzubringen und zu erhalten. Um dies zu gewährleisten, ist die Keimbahn besonders geschützt. Lebewesen nutzen den größten Teil ihrer Energieressourcen zum Schutz der Keimbahn, während weniger Energie in den Schutz von Muskeln, Neuronen, Darm und anderen somatischen Geweben fließt. Wenn die Keimbahn entfernt wird, leben Organismen daher viel länger, wie es bei Würmern und Fruchtfliegen der Fall ist. Unterschiedliche Signalwege, die die Lebensdauer verlängern, beeinflussen die Fruchtbarkeit.

In ihrer Studie konnten die Forscher erstmals zeigen, dass unter bestimmten Bedingungen, wie z.B. Kälte, beide Ziele - Langlebigkeit und Fruchtbarkeit - erreicht werden können, ohne eines davon zu opfern. Spezifische Neuronen nehmen niedrige Temperaturen wahr und kommunizieren mit den Stammzellen der Keimbahn, die das Fortpflanzungssystem verjüngen, erklärt David Vilchez: "Sie sagen: Altere nicht, alles ist in Ordnung, du kannst weiterhin neue Keimbahnstammzellen erzeugen." Dann setzen die Stammzellen das Hormon Prostaglandin E2 frei, um die Funktion der Proteine im Körpergewebe zu erhalten. Darüber hinaus erhöht Prostaglandin E2 den Gehalt an einem Protein namens cbs-1 im Darm. Dieses Protein produziert das Gas Schwefelwasserstoff - eine Substanz, von der bekannt ist, dass sie die Neurodegeneration verhindert und die Langlebigkeit in zahlreichen Organismen, einschließlich Säugetieren, verlängert. "Hohe Konzentrationen dieser Substanz könnten Sie töten - aber bestimmte physiologische Konzentrationen lassen die Würmer und andere Organismen länger leben", so die an der Studie beteiligten Forschenden Hyun Ju Lee und Alireza Noormohammadi, Forscher, die an dieser Studie beteiligt sind. Häufig führen Mechanismen, die die Lebensdauer verlängern, zu ungesund aussehenden Würmern, die weniger Eier legen und sich kaum bewegen. "Das war hier nicht der Fall. Unsere Würmer lebten lange und wuchsen", fügt David Vilchez hinzu. Wichtig war, dass die Forscher feststellten, dass die Erhöhung des Schwefelwasserstoffs allein im Darm ausreicht, um die Lebensdauer auch bei hohen Temperaturen zu verlängern.

Die neuen Erkenntnisse relativieren das Altern, wie Vilchez sagt: "Das Altern ist nicht nur ein zufälliger Prozess, in dem sich DNA-Schäden, toxische Proteine oder anderes ansammeln, sondern ein regulierter Prozess. Unsere Ergebnisse liefern einen Beweis für Regulationssysteme, die sowohl die Keimbahn als auch die somatische Fitness fördern, ohne auf Fruchtbarkeit oder Lebensdauer verzichten zu müssen", fasst David Vilchez zusammen.

Wissenschaftliche Kommunikation:  
Dr. David Vilchez
Cluster of Excellence CECAD
dvilchezSpamProtectionuni-koeln.de

0221 478 84172

Presse und Kommunication:
Peter Kohl
pkohlSpamProtectionuni-koeln.de
0221 478 84043

Original Publikation:
Prostaglandin signals from adult germ stem cells delay somatic aging of C. elegans
Hyun Ju Lee, Alireza Noormohammadi, Seda Koyuncu, Giuseppe Calculli, Milos Simic, Marija Herholz, Aleksandra Trifunovic, David Vilchez

Nature Metabolism, DOI: https://doi.org/10.1038/s42255-019-0097-9

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Forschung
news-5443 Fri, 16 Aug 2019 12:15:13 +0200 Eine Million Euro: Afrikanistik-Projekt unter Beteiligung der Uni Köln wird von der VolkswagenStiftung gefördert https://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=9015&tx_news_pi1%5Bnews%5D=5443&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=61b9961627434a00373ab3913649f5ee Die Afrikanistik neu denken - Projekt „Recalibrating Afrikanistik“ will das Fach thematisch und strategisch weiterentwickeln. Die Afrikanistik gilt als sogenanntes „kleines Fach“ und als eine bis heute im Wesentlichen sprachwissenschaftliche Disziplin. Die thematische und strategische Weiterentwicklung des Faches haben sich Wissenschaftlerinnen im Rahmen eines hochschulübergreifenden Projekts mit dem Titel „Recalibrating Afrikanistik“ zum Ziel gesetzt.

„Ein wichtiges Anliegen ist unter anderem, deutlicher zu vermitteln, dass die vielen verschiedenen Arten, über Sprache nachzudenken, die neben der akademischen Linguistik existieren, eben auch bedeutende Wege sind, aus der Welt und unserem Handeln Sinn zu machen“, sagt die Afrikanistik-Professorin Anne Storch von der Universität zu Köln. Sie ist gemeinsam mit den Professorinnen Rose Marie Beck (Universität Leipzig) und Clarissa Vierke (Universität Bayreuth) an dem Verbundprojekt „Recalibrating Afrikanistik“ beteiligt, das von der VolkswagenStiftung im Rahmen der Initiative „Weltwissen“ in den nächsten sieben Jahren mit einer Million Euro gefördert wird.

An dem Vorhaben beteiligt sind neben den drei deutschen Universitäten Leipzig, Bayreuth und Köln drei afrikanische Universitäten in Stellenbosch (Südafrika), Eldoret (Kenia) und Wukari (Nigeria). Die Universitäten Wukari und Köln arbeiten bereits seit 2012 eng zusammen, unter besonderer Beteiligung des Kölner Global South Studies Center.

Bei dem Projekt „Recalibrating Afrikanistik“ geht es um die reflexive Kritik der eigenen Disziplin, die Integration benachbarter Disziplinen, sowie den Zugang zu afrikawissenschaftlichen Themen über Sprache. „Was das alles genau bedeuten kann, wollen wir zusammen mit Stipendiaten aus Deutschland und afrikanischen Ländern sowie in gemeinsamen Winter- und Sommerschulen entwickeln“, erläutert die Leipziger Afrikanistin Beck. „Mit unserer Agenda antworten wir auch auf die Wünsche vieler Studierender und Nachwuchswissenschaftler in Deutschland und Afrika, für die bestehende Studienprogramme und Lehrformate nicht angemessen auf ihre Interessen für afrikanische Lebenswelten und wissenschaftskritische Perspektiven eingehen.“


Informationen zum Projekt:
http://portal.volkswagenstiftung.de/search/projectDetails.do?ref=96797


Inhaltlicher Kontakt:
Prof. Dr. Anne Storch
Institut für Afrikanistik und Ägyptologie
+49 221 470-3504
astorchSpamProtectionuni-koeln.de


Presse und Kommunikation:
Mathias Martin
+49 221 470-1705
m.martinSpamProtectionverw.uni-koeln.de

 

 

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news-5442 Thu, 15 Aug 2019 10:55:43 +0200 Details der Wirkweise eines Tumorsuppressor-Proteins aufgeklärt https://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=9015&tx_news_pi1%5Bnews%5D=5442&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=d5af10cfba26f03a59ba79aed92043e8 Studie beschreibt neuartigen Mechanismus der Erkennung von Proteinen / “Veröffentlichung in Nature Communications” Ein Team von Genetikerinnen und Genetikern der Universität zu Köln unter der Leitung von Professor Dr. Jürgen Dohmen hat herausgefunden, wie das Tumorsuppressor-Protein Arkadia andere Proteine erkennt, die es dann durch Anheften eines kleinen Proteins für den Abbau markiert. Arkadia hat essentielle Funktionen in der Embryonalentwicklung des Menschen und ist an der Kontrolle von Signalprozessen beteiligt, die das Wachstum von Tumoren hemmen.

Über die Wirkweise von Arkadia war bekannt, dass es eine so genannte Ubiquitin-Ligase ist, also ein Enzym, welches das kleine Protein Ubiquitin kovalent an andere Proteine anheftet. Die Markierung mit Ubiquitin führt zumeist zum Abbau des so markierten Proteins innerhalb der Zelle durch ein anderes Enzym, das Proteasom. Auf diese Weise werden Proteine beseitigt, wenn sie ihre Funktion erfüllt haben oder wenn ihre Wirkung beendet werden muss.

Die in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ aktuell veröffentlichte Studie zeigt, dass die Erkennung von Substrat-Proteinen durch Arkadia ungewöhnlich komplex ist. Arkadia erkennt bevorzugt solche Proteine, die bereits zuvor mit einer spezifischen Kombination zweier, dem Ubiquitin ähnlichen Proteinen (SUMO1 und SUMO2) markiert worden sind.

Die Aufklärung dieses neuartigen Erkennungsmechanismus wurde entscheidend durch einen besonderen experimentellen Kniff erleichtert. Das menschliche Arkadia-Gen wurde zusammen mit definierten „Designer“-Protein-Substraten in die Bäckerhefe eingeführt, einem einzelligen Pilz, der häufig als Modellorganismus in der Zellbiologie dient. In diesem System konnten die Wissenschaftler sehr gut nachvollziehen, wie genau ein Protein mit SUMO1 und SUMO2 modifiziert sein muss, um von Arkadia erkannt zu werden.

„Die neuen Befunde zum Mechanismus der Auswahl des abzubauenden Proteins durch Arkadia weisen wichtige Perspektiven zur weiteren Erforschung seiner Funktion in der Kontrolle des Wachstums von Tumorenzellen auf“, erklärt Professor Dr. Jürgen Dohmen vom Institut für Genetik der Uni Köln.

Die Zusammensetzung des Teams, dem die Aufklärung dieser Zusammenhänge gelungen ist, war komplex. Mehrere Arbeitsgruppen am Institut für Genetik haben ihre Expertisen zusammengeführt. Ausgangspunkt der Arbeit waren bioinformatische Analysen von Professor Dr. Kay Hofmann, die zur Vorhersage von Bindestellen für SUMO1 und SUMO2 in Arkadia geführt hatten. Biochemische und zellbiologische Untersuchungen in den Arbeitsgruppen von Dr. Gerrit Praefcke (mittlerweile tätig am Paul-Ehrlich-Institut in Langen), von Professor Dr. Niels Gehring und Professor Dohmen konnten dann herausarbeiten, dass Arkadia die genannten Bindestellen für einen neuartigen Erkennungsmechanismus bei der Selektion seiner Ziel-Proteine einsetzt. Wichtige Experimente, welche die Relevanz der entdeckten Wirkweise von Arkadia in menschlichen Zellen belegten, konnte die Erstautorin Dr. Annie Sriramachandran, nach Abschluss ihrer Promotion bei Professor Dohmen, bei Professor Dr. Helle Ulrich am Institute of Molecular Biology in Mainz zu Ende führen.

Die Arbeiten wurden von der DFG im Rahmen des Schwerpunktprogramms SPP 1365 und des Sonderforschungsbereichs SFB 1218 gefördert.

Zur Publikation:

Arkadia/RNF111 is a SUMO-targeted ubiquitin ligase with preference for substrates marked with SUMO1-capped SUMO2/3 chains,
Annie Sriramachandran, Katrin Meyer-Teschendorf, Stefan Pabst, Helle Ulrich, Niels Gehring, Kay Hofmann, Gerrit Praefcke, & Jürgen Dohmen,
Nature Communications
DOI: 10.1038/s41467-019-11549-3

 

Inhaltlicher Kontakt:       
Prof. Dr. Jürgen Dohmen
Institut für Genetik der Universität zu Köln
+49 221 470-4862
j.dohmenSpamProtectionuni-koeln.de

 

Presse und Kommunikation:
Robert Hahn
+49 221 470-2396
r.hahnSpamProtectionverw.uni-koeln.de

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news-5441 Thu, 15 Aug 2019 10:52:00 +0200 „Viele Eltern fühlen sich überfordert“ https://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=9015&tx_news_pi1%5Bnews%5D=5441&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=6527420ad86b0de7bb092f74e8010afd Professorin Dr. Nadia Kutscher hat eine viel beachtete Studie zur Nutzung digitaler Medien in Familien verfasst. Im Interview erklärt sie, warum Eltern ihre Kinder an Entscheidungen beteiligen sollten und warum Konflikt und Verhandlung nicht immer zu vermeiden sind. Dennoch ist sie überzeugt, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Medien in Familien möglich ist. Frau Kutscher, Sie sehen das massenhafte posten von Familienfotos in den Sozialen Medien kritisch. Gehen Eltern zu sorglos mit den Fotos ihrer Kinder um?

Im Allgemeinen: ja. Es gehört ja zur ganz normalen Praxis in vielen Familien, Fotos zu machen – oft auch, wenn die Kinder eigentlich keine Lust haben. Über WhatsApp und ähnliche Dienste und die große Verbreitung von Smartphones liegt es einfach nahe, diese Fotos mit anderen mal eben schnell zu teilen. Dass da aber oft Daten der Kinder preisgegeben werden, die auch in Zukunft Folgen für sie haben können, gerät schnell in Vergessenheit: Im Zeitalter von Big Data und Algorithmen speichern und nutzen die sozialen Netzwerken diese Daten langfristig.

Wären Kinder beim Teilen ihrer Fotos in sozialen Netzwerken vorsichtiger?

Die Kinder werden beim „Fotos machen und mit anderen teilen“ in der Regel nicht gefragt. Viele Fotos würden sie mehr schützen als ihre Eltern es tun, und nicht mit anderen teilen. Kinder und Eltern haben teils unterschiedliche Kriterien dafür, wann sie ein Foto okay finden und wann nicht. Selbst ab dem Alter von sechs Jahren können Kinder gut benennen, wer welche Fotos von ihnen sehen darf und wer nicht. Eltern sind – obwohl es ihnen nicht egal ist – an vielen Stellen überfordert die Daten ihrer Kinder gut zu schützen. Das liegt an den vielen Möglichkeiten der digitalen Medien und daran, dass wir uns an viele Dinge bereits als „normal“ gewöhnt haben. Damit verletzen Eltern aber unreflektiert an vielen Stellen die Persönlichkeitsrechte der Kinder.

Die andere Seite des Problems betrifft den Wunsch von Kindern, eigenständig soziale Medien zu nutzen. Wie verhalten sich Eltern im Spannungsfeld von „Die anderen dürfen das aber auch“ und dem Wunsch ihr Kind zu schützen?

Viele Eltern erlauben ihren Kindern beispielsweise, WhatsApp zu nutzen – auch in unserer Studie haben fast alle Kinder unter dem in den AGBs festgeschriebenen Mindestalter diesen Dienst genutzt. Gleichzeitig fühlen die Eltern sich verantwortlich und versuchen ihrer elterlichen Erziehungsverantwortung gerecht zu werden. Das sieht dann so aus, dass die Kinder zwar WhatsApp erlaubt bekommen, die Eltern aber teils von ihnen verlangen, dass sie abends das Handy abgeben und die Eltern dann Chatverläufe und Anderes im Handy durchsuchen, um mitzubekommen, was die Kinder in diesem schwer kontrollierbaren Raum so machen. Damit greifen Eltern aber sehr stark in die Privatsphäre der Kinder ein – aus dem Bedürfnis heraus, sie zu schützen.

Sie haben festgestellt, dass sich durch die Digitale Welt Handlungs- und Verantwortungsdimensionen verändert haben. Haben Sie ein Beispiel?

Viele der befragten Eltern versuchen mit der eigenen Verantwortung für ihre Kinder unter Digitalisierungsbedingungen umzugehen, ihre Kinder zu schützen, ihnen aber auch Freiräume zuzugestehen. Viele fühlen sich dabei aber überfordert, weil sie nicht genau wissen, wo und wie sie die Kinder schützen müssten. Sie kennen sich schlichtweg nicht aus. Einige der Eltern sagten, sie würden ihren Kindern, die teils erst zehn Jahre alt waren, voll vertrauen, dass diese schon wissen, was sie da mit den digitalen Medien machen. Damit geben sie aber die elterliche Verantwortung an ihre Kinder ab – und das in einem Zusammenhang, in dem sie selbst als Eltern überfordert sind. Es gibt keinen Grund, weshalb die Kinder das nicht auch sein sollten. Andere Eltern „lösen“ das Problem über Apps, die zeitlich steuern, wie lange die Kinder ein digitales Medium nutzen dürfen. Damit umgehen die Eltern aber etwas, das anstrengenderweise auch zu Erziehung gehört: Auseinandersetzung, Konflikt, Verhandeln.

Welche Risiken sehen Sie?

Das größte Risiko, das Vielen nicht ausdrücklich bewusst ist, ist dass über die Nutzung von Diensten wie WhatsApp, Instagram, Facebook oder YouTube Daten der Kinder an Dritte geraten, die diese Daten für andere Zwecke nutzen – und die dann für die Kinder in der Zukunft Folgen haben. Metadaten werden genutzt, um algorithmenbasiert Kundenprofile zu berechnen. Der Zugang zu Informationen beispielsweise bei Suchmaschinen oder auch in sozialen Netzwerken wird auf diese Weise vorgefiltert. In weiterer Zukunft kann damit auch die gesellschaftliche Teilhabe berührt werden, etwa wenn jemand der Zugang zu Krediten verweigert wird, oder er oder sie automatisiert in der Schublade „riskantes Verhalten“ landet und damit Probleme bei Versicherungen bekommt. Dafür werden Daten in unvorstellbaren Mengen gesammelt, und scheinbar unproblematische Teilinformationen werden Bestandteile von umfassenden Persönlichkeitsprofilen, in denen es um politische oder sexuelle Einstellungen, die wirtschaftliche Situation und mehr geht. Kurz gesagt: Es geht um die künftigen Freiheiten dieser Kinder, die eingeschränkt werden, indem ihre Eltern unwissend diese Daten preisgeben, ohne dass die Kinder selbst darüber entscheiden können.

Haben Sie einen Rat, wie Familien eine verantwortungsbewusste aber Alle zufriedenstellende Nutzung des Digitalen organisieren können?

Kinder sollten immer gefragt werden, ob es okay ist, wenn ein Foto von ihnen gemacht wird, ob sie das Foto in Ordnung finden und wer das Foto sehen darf. Auch wenn sie noch nicht unbedingt überblicken, was es heißt, wenn das Foto über soziale Netzwerke geteilt wird. Eltern sollten sich informieren, beispielsweise über klicksafe.de oder digitalcourage.de, welche Daten wie geschützt werden können. Sie stehen in der Verantwortung und können sie nicht delegieren. Gleichzeitig ist der umfassende Schutz von Daten angesichts der globalen Konzerne wie Google, Facebook, Amazon & Co. heute für alle eine große Herausforderung. Daher brauchen wir darüber hinaus Institutionen, die Familien dabei unterstützen, zum Beispiel in der Kinder- und Jugendhilfe oder in der Schule, und eine stärkere politische Steuerung und Verantwortlichmachung der Anbieterkonzerne, die in die Pflicht genommen werden müssen, die Daten der Bürgerinnen und Bürger zu schützen.

 

Klicksafe.de und digitalcourage.de – Beide Portale bieten Informationen für Eltern, Kinder und Jugendliche an. Bei „klicksafe“ liegt der Fokus auf dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Cybermobbing und Gefahren wie etwa der Verherrlichung von Essstörungen im Netz. Das Portal „digitalcourage“ befasst sich vorrangig mit allgemeinen Fragen des Datenschutzes und digitaler Selbstbestimmung.

Zur Person:
Nadia Kutscher ist Professorin für Erziehungshilfe und Soziale Arbeit an der Humanwissenschaftlichen Fakultät. Sie lehrt und forscht zu Themen wie Bildungsteilhabe Geflüchteter im Kontext digitalisierter Bildungsarrangements, Organisationales Handeln in non-formalen Bildungseinrichtungen und Digitale Medien in der frühkindlichen Bildung. Sie ist Mitglied im Bundesjugendkuratorium, das die Bundesregierung in Fragen der Kinder- und Jugendhilfe berät.

 

Zur Untersuchung:
Die Wissenschaftlerinnen befragten in 37 Interviews Kinder und Eltern aus 12 Familien dazu, wie sie im Alltag mit digitalen Medien umgehen. Dabei war von besonderem Interesse, wie Kinder wahrnehmen, was mit ihren Daten passiert und wie sie beteiligt werden beziehungsweise beteiligt werden möchten. Außerdem haben die Wissenschaftlerinnen erforscht, wie Eltern beim „Sharenting“ (das Teilen von Fotos und anderen Daten der Kinder über soziale Netzwerke) mit den Persönlichkeitsrechten der Kinder umgehen und welche Medienerziehung sie praktizieren.

 

Weitere Informationen:

Nadia Kutscher, Ramona Bouillon: „Kinder. Bilder. Rechte – Studie zu Persönlichkeitsrechten von Kindern im Kontext digitaler Mediennutzung in Familien“, abrufbar unter: www.dkhw.de/kinder-bilder-rechte.

 

Inhaltlicher Kontakt:
Professorin Dr. Nadia Kutscher
Humanwissenschaftliche Fakultät
+490221470-89992
E-Mail: Nadia.KutscherSpamProtectionuni-koeln.de

 

Presse und Kommunikation:
Anneliese Odenthal
+490221 470-5602
E-Mail: odenthalSpamProtectionuni-koeln.de

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news-5437 Tue, 13 Aug 2019 13:29:10 +0200 Ist das noch Literatur oder kann das weg? https://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=9015&tx_news_pi1%5Bnews%5D=5437&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=4d1981684a54f54e813be21b63fdf080 Stefan Udelhofen vom Institut für Medienkultur und Theater hat im Rahmen eines Seminars mit Studierenden die Nutzung der öffentlichen Bücherschränke Kölns untersucht und festgestellt, dass 50 bis 70 % der in die Bücherschränke eingestellten Bücher wöchentlich neue Leser finden. An verschiedenen Orten Kölns und  anderen Städten Deutschland sind seit einigen Jahren öffentliche Bücherschränke zu finden. Menschen können hier nicht mehr gebrauchte oder gewollte Bücher abgeben, damit diese neue Besitzer*innen finden. Ebenso wie das eher webbasierte Bookcrossing, verbindet das Angebot gegenwärtige Tendenzen zur Nachhaltigkeit, Wiederverwertung und Sharing Economy mit einer kulturell-historisch geprägten Wertschätzung für Bücher als zu bewahrende und nicht vorschnell wegzuwerfende Güter.

Auffallend ist die generell hohe Nutzung des Angebotes. Im Durchschnitt fasst ein Bücherschrank ca. 250 Bücher, von denen je nach Standort mindestens ein Drittel bis zu 90 Prozent zwischen zwei Erhebungen entnommen und durch neue Bücher ersetzt wurde. Die teilweise deutlichen Unterschieden im Grad der Nutzung lassen sich vorläufig durch verschiedene Faktoren erklären. Die Übersichtlichkeit des Angebotes sowie die Sichtbarkeit des Bücherschranks zeigten sich dabei als zentral. So werden Bücherschränke, die gut einsehbar platziert sind weitaus umfänglicher genutzt als Bücherschränke, die eher versteckt im Foyer von Bürgerämtern, in Einkaufspassagen oder auf Schulhöfen zu finden sind. Eine Überfülle an Büchern und das Fehlen einer ehrenamtlichen Betreuung durch Vereine oder Privatpersonen wirkt eher abschreckend.

Das Angebot der Bücher ist breit gefächert und unterscheidet sich von Stadtteil zu Stadtteil. Wenig überraschend überwiegt Belletristik, insbesondere Krimis und Liebesromane. Daneben finden sich allerdings auch allerlei Kuriositäten, seien es Ernährungsratgeber aus den 1960er-Jahren oder Originalausgaben, die bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts verlegt wurden. Die meisten Bücher indes sind jüngeren Datums, wobei sich bemerkenswerte Häufigkeiten des Erscheinungsjahres in den 1970er-, 1990er- und 2000er-Jahren zeigen. Durchaus erfreulich, wurden die meisten Bücher in einem eher guten, zumindest lesbaren Zustand vorgefunden.

Studierende des Bachelor-Studiengangs Medienkulturwissenschaft haben im Rahmen des Seminars „Ist das noch Literatur oder kann das weg? Öffentliche Bücherschränke in Köln als Fallstudie Materieller Kultur“ insgesamt 18 Bücherschränke in Köln über den Zeitraum des Wintersemesters 2018/2919 angeschaut. In Brück, Ehrenfeld, Kalk und anderen Stadtteilen wurden hierzu in ca. wöchentlichem Abstand insgesamt 12-15 Erhebungen je Bücherschrank durchgeführt, um den Bestand im Zeitverlauf zu dokumentieren. Neben der Erfassung bibliografischer Angaben, wurden der Zustand der Bücher sowie Auffälligkeiten, etwa Widmungen oder Stempel notiert. Zugleich erfolgte eine Kategorisierung der Bücher nach etablierten Gattungen und Genres sowie eine Bewertung der Attraktivität und Sichtbarkeit des Bücherschranks in den einzelnen Stadtteilen.

 

Inhaltlicher Kontakt:       
Stefan Udelhofen
Institut für Medienkultur und Theater
+49 221 470-6622
Stefan.udelhofenSpamProtectionuni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Anneliese Odenthal
+49 221 470-5602
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news-5435 Thu, 08 Aug 2019 20:00:00 +0200 Älteste Spuren entdeckt: Menschen siedelten schon länger am Gletscher als bislang bekannt https://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=9015&tx_news_pi1%5Bnews%5D=5435&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=bdeaeb3ed02b73742fdf024c31e745f4 Schmelzwasser, Vulkanglas und Riesenratten sicherten bereits vor 40.000 Jahren das Überleben im äthiopischen Gebirge / Veröffentlichung in „Science“ Bereits vor etwa 40.000 Jahren haben Menschen dauerhaft im Hochgebirge und in Gletschernähe gelebt. Das legen Analysen von Besiedlungsspuren aus dem Bale-Gebirge im nordostafrikanischen Äthiopien nahe, die unter Leitung von Dr. Ralf Vogelsang vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität zu Köln entstanden sind. Die Ergebnisse wurden jetzt in „Science“ unter dem Titel „Middle Stone Age foragers resided in high elevations of the glaciated Bale Mountains, Ethiopia“ veröffentlicht. Erstautor der Studie ist Dr. Götz Ossendorf vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität zu Köln.

Die Gipfel des Bale-Gebirges sind bis zu 4.300 Meter hoch. In diesen Höhen ist der Mensch nicht nur einer geringeren Sauerstoffkonzentration, sondern auch einer stärkeren UV-Belastung und Kälte ausgesetzt. Das Kölner Forschungsteam untersucht vor Ort in Äthiopien, warum das unwirtliche Hochgebirge und das afroalpine Ökosystem überhaupt besiedelt wurden, wann dies begann und mit welchen Strategien Menschen dort überleben konnten.

Die Wissenschaftler führten etwa 700 Meter unterhalb des Gletschers in dem Felsüberhang „Fincha Habera“ Ausgrabungen durch und stießen dabei auf vielfältige archäologische Hinterlassenschaften wie steinzeitliche Knochen- und Holzkohlenreste oder scharfkantiges Steinwerkzeug aus Obsidian (Vulkanglas). „Basierend auf den radiometrischen Datierungen verschiedenster archäologischer Materialien handelt es sich bei dieser Fundstelle um die früheste längerfristig genutzte Wohnstätte einer Hochgebirgsregion, die uns bisher weltweit bekannt ist“, sagt Dr. Götz Ossendorf.

Ernährt haben sich die Siedler vor 40.000 Jahren hauptsächlich von großen Ratten (sog. Riesenmaulwurfsratten), die am offenen Feuer gegrillt wurden. Dazu entwickelten sie die Strategie, den Felsüberhang als Basislager zu nutzen, für die Jagd der Ratten, für Schmelzwasser und für die Beschaffung des begehrten Obsidian-Rohmaterials aber Aufstiege zum etwas höher gelegenen Gletscher zu unternehmen.

„Für uns geben diese Siedlungsspuren und ihre Untersuchung einen außergewöhnlichen Einblick, was für ein enormes Anpassungspotenzial der Mensch hatte, um sich körperlich, aber auch kulturell-strategisch auf seinen Lebensraum einzustellen“, fügt Ossendorf hinzu.

Der Postdoktorand Ossendorf und der Doktorand Minassie Girma arbeiten in dem von Ralf Vogelsang geleiteten Kölner Teilprojekt „Die früheste Erschließung von Hochgebirgsräumen durch den Menschen – Erschaffung einer alpinen Kulturlandschaft in den Tropen“ in der Forschungsgruppe 2358 „The Mountain Exile Hypothesis“. Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Forschungsgruppe besteht seit 2016 und wurde von der Universität Marburg initiiert, wo auch die Sprecherschaft liegt.
„The Mountain Exile Hypothesis“ untersucht interdisziplinär die Beziehungen zwischen Mensch und Umwelt dieser afrikanischen Hochgebirgsregion. So haben an der gegenwärtigen Studie Bodenkundler der Universität Halle-Wittenberg menschliche Spuren biogeochemisch identifiziert oder Gletscherspezialisten der Universität Bern die damaligen Umweltbedingungen beleuchtet.

Inhaltlicher Kontakt:
Dr. Götz Ossendorf
Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität zu Köln
gossend1SpamProtectionuni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Frieda Berg
+49 221 470-1704
f.bergSpamProtectionuni-koeln.de

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Zur Publikation:
Ossendorf G. et al.: Middle Stone Age foragers resided in high elevations of the glaciated Bale Mountains, Ethiopia. Science, August 9, 2019.
DOI: 10.1126/science.aaw8942

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