<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
	<channel>
		
		<title>KUZ Kölner Universitätszeitung online</title>
		<link>http://www.portal.uni-koeln.de/</link>
		<description>KUZ - Berichte zu Forschung Lehre und aktuelle Ereignisse an der Universität zu Köln</description>
		<language>de</language>
		<image>
			<title>KUZ Kölner Universitätszeitung online</title>
			<url>http://www.portal.uni-koeln.de/fileadmin/templates/uni/images/rss.gif</url>
			<link>http://www.portal.uni-koeln.de/</link>
			<width>50</width>
			<height>50</height>
			<description>KUZ - Berichte zu Forschung Lehre und aktuelle Ereignisse an der Universität zu Köln</description>
		</image>
		<generator>TYPO3 - get.content.right</generator>
		<docs>http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss</docs>
		
		
		
		<lastBuildDate>Mon, 23 Apr 2012 13:34:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
		<item>
			<title>Götter und Kaiser</title>
			<link>http://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=4640&#38;type=100&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=3775&#38;cHash=8d79bdd3ac1fd30ab0ea950749707099</link>
			<description>Das Zentrum für die antiken Kulturen des Mittelmeerraumes erforscht das Thema „Macht und Religion“...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="align-justify">Zehn Tage dauerte der Kurs Ende März, fünfzehn junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen nahmen daran teil. Organisiert wurde das Unternehmen von fünf Kölner Professoren unter Federführung von Jürgen Hammerstaedt vom Institut für Altertumskunde: „Macht und Religion hatten in der Antike eine starke Verknüpfung“, so der Altphilologe. „Dieses Verhältnis ist während der europäischen Geschichte seitdem immer wieder wirksam geworden.“ Vertreter der verschiedensten Disziplinen waren bei der Exkursion mit am Start: Alte Geschichte, Archäologie, Byzantinistik, Klassische Philologie. </p>
<h3>Überzeitliche Problematik</h3>
<p class="bodytext">Im Fokus der Betrachtung lagen die architektonischen Überbleibsel der römischen Königs-, Republiks- und Kaiserzeit. Doch der Rekurs auf Vergangenes bedeutet für Hammerstaedt nicht, dass die steingewordenen Dokumente römischer Macht und römischer Religion uns heute nichts mehr sagen könnten: „Macht und Religion manifestieren sich heute noch architektonisch in vielen Weltregionen. Man muss nur an den Moscheebau in Köln denken. Dort positioniert sich eine Religion in der Öffentlichkeit.“ Eine überzeitliche Problematik, die in der Antike sehr gut wahrnehmbar ist, weil es viele Quellen zu Kaiserideologie und Machtideologie gibt. „Es hilft uns, heutige Problematiken nicht als singulär sondern als logische Entwicklung zu verstehen und vielleicht auch gelassener zu betrachten“, so Professor Hammerstaedt.<br /><br /></p>
<h3>Inschriften und Architektur </h3>
<p class="bodytext">Ein zentraler Anlaufpunkt des Studienkurses waren die Kaiserforen. Diese öffentlichen Plätze dienten der Selbstdarstellung der Kaiser und der von ihnen vertretenen Ideologie. Die Interaktion zwischen Macht, ihrem Anspruch auf religiöse Legitimation und der religiösen Wirklichkeit lassen sich an Architektur, skulpturaler Ausgestaltung und nicht zuletzt an Inschriften erkennen. „In Rom kann man natürlich nicht überall mit archäologischen Neuigkeiten aufwarten“, erklärt Hammerstaedt. „Doch die Exkursion machte die Dinge in neuem Licht sichtbar.“ Die teilnehmenden Wissenschaftler bearbeiteten dabei spezielle Themen und präsentierten sie ihren Kollegen. So wurden Triumphatorentempel und Portiken untersucht, die Stätten der Kaiserkulte analysiert oder die Sakraltopologie von Ostia erörtert. „Für mich war Ostia ein Highlight“, bekennt der Altphilologe Hammerstaedt in Erinnerung an Roms Kolonie an der Tibermündung. „Die Stadt hat einen außergewöhnlichen Erhaltungszustand, weil sie nicht überbaut wurde.“ <br /><br /></p>
<h3>Byzantinische Epoche inklusive</h3>
<p class="bodytext">Durch die Anwesenheit von Professorin Claudia Sode wurde die Zeitskala bis ins frühe Mittelalter, die byzantinische Epoche Roms verlängert. „Für uns als Byzantinisten ist Rom nur ein Außenposten“, erklärt Professorin Sode. Denn im sechsten und siebten Jahrhundert war Konstantinopel die Hauptstadt des verbliebenen oströmischen Reiches. Trotzdem gibt es in der italienischen Hauptstadt frühmittelalterliche Schätze zu entdecken. Etwa in Santa Maria Antiqua, einer Villa, die in eine Kirche umgebaut wurde. Hier hat sich Wandmalerei im byzantinischen Stil erhalten. Das ZAKMIRA möchte mit dem Studienkurs nach außen wirken. Bereits im letzten Jahr wurde ein ähnliches Angebot den Studierenden gemacht. Der nächste Schritt gilt dann der breiteren wissenschaftlichen Öffentlichkeit: „Im nächsten Jahr planen wir mit dem Morphomata-Kolleg einen Kongress, ebenfalls mit dem Thema Macht und Religion“, so Professor Hammerstaedt.<br /><br /><i>Robert Hahn, Presse und Kommunikation<br /></i></p>]]></content:encoded>
			<category>Welt der Hochschule</category>
			
			<author>r.hahn@verw.uni-koeln.de</author>
			<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 13:34:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Duala, Nairobi und Kinshasa in der Uni Köln</title>
			<link>http://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=4640&#38;type=100&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=3774&#38;cHash=9e914ceca41ff1bccad93217a3708015</link>
			<description>Institut für Afrikanistik richtet 20. Afrikanistentag aus 
Zu allen Zeiten in der Geschichte...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Innerhalb der letzten zehn Jahre ist das Interesse an den so genannten Jugendsprachen in Afrika erheblich gestiegen und zunehmend Objekt der afrikanischen Forschung geworden. Verschiedene Sprachvarietäten wurden mit Hinblick auf ihren Ursprung und ihre Entwicklung untersucht, ebenso wie ihre Rolle als identitätsstiftendes Element. Im Allgemeinen werden Jugendsprachen als sprachliche Merkmale und Muster bezeichnet, die unterschiedliche Gruppen von Jugendlichen zu verschiedenen Zeiten und Alterstufen und unter verschiedenen Kommunikationsbedingungen und –zielen verwenden. Sie gelten sowohl im europäischen als auch afrikanischen Raum als ein modernes und urbanes Phänomen, was laut neuerer Studien allerdings überdacht werden sollte.<br /><br /></p>
<h3>Sheng, Randuk, Kindubile – Jugendsprachen im wissenschaftlichen Mittelpunkt</h3>
<p class="bodytext">Der diesjährige Afrikanistentag soll neue Einblicke in das Thema Jugendsprachen und Sprachdokumentation geben. Es geht um die Dokumentation möglichst aller sprachlichen Praktiken, die letztendlich eine Sprache ausmachen. Dazu gehört der genaue Blick auf die Entwicklung von Jugendsprachen, ihrer sprachlichen Praxis und ihren Strategien zur Manipulation der Bedeutung. Außerdem soll geklärt werden, ob Jugendsprachen tatsächlich ein urbanes und modernes Phänomen sind oder ob sie mit Ritualen und Bewegungen assoziiert werden können, die bereits seit langem existieren. Gefragt wird auch, inwiefern Jugendsprache mit Politik verbunden ist und als politischer Marker fungiert.<br />Neben zahlreichen Präsentationen zu den beiden Forschungsbereichen gibt es Vorträge zu allen Themen afrikanischer Forschung. Die Teilnehmer haben somit die Möglichkeit, ihre Forschungsergebnisse einer breiten wissenschaftlichen Öffentlichkeit zu präsentieren. Das wird vor allem durch die Vernetzung mit der VAD-Tagung (Vereinigung für Afrikawissenschaften in Deutschland) in einer großen Breite von Veranstaltungen möglich sein<br /><br /></p>
<h3>Anti-Apartheid-Kämpfer untersucht Sprache</h3>
<p class="bodytext">Neben spannenden Themen gibt es dieses Jahr auch hochkarätige Gäste. Einer von ihnen ist Neville Alexander, der als Plenarsprecher der Tagung eingeladen wurde. Neville Alexander, 1936 in Südafrika geboren, gehört zu den angesehensten Intellektuellen Südafrikas. 10 Jahre war der in Deutschland promovierte Literaturwissenschaftler als politischer Gefangener zusammen mit Nelson Mandela aufgrund seiner Aktivitäten im Kampf gegen die Apartheid interniert. Gegenwärtig ist er an der Universität von Kapstadt tätig und Mitglied des Vorstands der “African Academy of Languages”. 2008 erhielt er den Linguapax-Preis für seine Verdienste um die Linguistik und die multilinguale Erziehung. „Es ist eine große Ehre ihn hier zu haben“, freuen sich die Veranstalter, „ebenso die anderen Gäste, die alle aktuelle und spannende Forschungen präsentieren“.<br /><br />Um den Workshop möglichst effektiv zu gestalten, wurden verschiedene internationale Experten aus Lehre und Forschung eingeladen. In der Zusammenarbeit mit ihnen sollen neue Forschungsgebiete gefunden und am Ende die gesammelten Ergebnisse publiziert werden.<br /><br />Der 20. Afrikanistentag findet vom 30.05.-01.06.2012 statt.<br /><br /><i>Friderike Mangelsdorf, Presse und Kommunikation</i></p>]]></content:encoded>
			<category>Welt der Hochschule</category>
			
			<author>pressestelle@uni-koeln.de</author>
			<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 12:39:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Open Campus 2012 kommt</title>
			<link>http://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=4640&#38;type=100&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=3773&#38;cHash=6766a0cb7b4e414458c088b8ba65926d</link>
			<description>Neue Veranstaltung informiert Schüler und Bachelorabsolventen über Studienmöglichkeiten
Mitte Mai...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Open Campus bietet den einzelnen Fakultäten die Chance, motivierte und begabte Abiturienten für ihre Fächer zu interessieren und Bachelorabsolventen als Masterstudierende zu gewinnen. In den individuellen Präsentationen der Fächer oder persönlichen Gesprächen wird die Studienbeschreibung aus erster Hand erklärt. Der persönliche Kontakt zu den Dozenten hilft, Distanz abzubauen und vielleicht stereotype Vorstellungen von den Studienfächern zu revidieren.<br /><br /></p>
<h3>Vulkanasche und Störche und Volkswirtschaft</h3>
<p class="bodytext">„Diese Veranstaltung ist sehr wichtig, um die Abiturienten gut zu informieren. Denn nur so kann eine gute Studienwahl getroffen und die Zahl zukünftiger Studienabbrecher oder Fachwechsler minimiert werden“ sagt Peter Piolot, Mitarbeiter der Zentralen Studienberatung. Um dem Informationsbedürfnis der Zielgruppe AbiturientInnen gerecht zu werden, sollen Inhalte, Anforderungen sowie Schwerpunkte der Studiengänge auf verständliche, lebensnahe und aktuelle Weise vermittelt werden. Ein Bezug zur Gegenwart wird etwa die Betriebswirtschaft unter dem Titel „Kampf der Fluggesellschaften“ herstellen, während die Volkswirtschaft der Frage nachgeht, was eigentlich Vulkanasche und Störche mit dem Studienfach zu tun haben.<br /><br />In zahlreichen Vorträgen werden die Teilnehmer über das allgemeine Studienangebot und anschließend über Inhalte und Schwerpunke der Masterstudiengänge an der Universität zu Köln informiert. Ganztägig können die über zweitausend erwarteten Besucher und Besucherinnen individuelle Beratungsangebote an den Ständen der Fakultäten sowie der teilnehmenden zentralen Einrichtungen wahrnehmen. Die Informationsstände befinden sich dabei hauptsächlich im Hörsaalgebäude, die Vorträge werden in Räumen des Seminargebäudes und des Hauptgebäudes abgehalten. <br />Fragen zur Studienwahl, zum Auslandsstudium oder zu den Berufsperspektiven beantworten unter anderem die Zentrale Studienberatung, das Akademische Auslandsamt, der AStA, das Professional Center, die Agentur für Arbeit Köln sowie das Zentrum für LehrerInnenbildung. Darüber hinaus werden Vorträge zu übergreifenden Themen wie dem Übergang von der Schule zur Hochschule, zur Studienfinanzierung und zu Auslandssemestern zu hören sein.<br /><br /></p>
<h3>Uni Köln zeigt, was sie hat</h3>
<p class="bodytext">Nicht nur Abiturienten sondern auch Bachelorabsolventen müssen sich nach Ihrem Abschluss die Frage stellen, ob und&nbsp; wo sie ein Masterstudium aufnehmen können. So spricht Open Campus neben den eigenen Bachelorabsolventen auch Studierende anderer Hochschulen an und präsentiert das vielfältige Angebot mit über 60 akkreditierten Studiengängen.<br />Was die Universität außerdem zu bieten hat, soll im Laufe des Tages&nbsp; gezeigt werden.&nbsp; campussport köln präsentiert ein halbstündiges Sportprogramm, das die Vielfalt des sportlichen Angebots an der Uni vorstellt und der Erholung und Auflockerung des Tages dient. Für den perfekten Abschluss wollen die Fakultäten sorgen. Ob dabei ein gemütliches Grillfest oder die Aufführung eines Theaterstücks herauskommt, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.<br /><br />Open Campus findet am 12. Mai 2012 von 10 bis 17 Uhr im Neuen Seminargebäude sowie im Haupt- und Hörsaalgebäude statt.<br /><br /><i>Friderike Mangelsdorf, Presse und Kommunikation</i></p>]]></content:encoded>
			<category>Studierende</category>
			
			<author>pressestelle@uni-koeln.de</author>
			<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 12:13:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Spuk auf der Bühne</title>
			<link>http://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=4640&#38;type=100&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=3766&#38;cHash=1ef5ff870bf4a603df9ec41db3ff8d53</link>
			<description>Geisterbeschwörungen hatten im 19. Jahrhundert vieles mit dem Showbusiness gemeinsam
Stimmen aus...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Der Saal ist fast vollständig abgedunkelt, nur ein schwacher Kerzenschein lässt die Konturen der Einrichtung erahnen. Einige der Anwesenden sitzen um einen schmalen Holztisch auf der Bühne. Stille macht sich im Publikum breit. Dann legt eine junge Frau ihre zitternden Hände auf den Holztisch und beginnt, in einer unverständlichen Sprache zu reden. Darauf haben sie gewartet: Eusapia Palladino ist in Trance. Was für Außenstehende wie eine skurrile Theateraufführung ausgesehen haben mag, war für die Teilnehmer oft eine Erfahrung, die ihr Weltbild änderte.<br />Dr. Simone Natale erforscht den kommerziellen Charakter spiritistischer Séancen im viktorianischen Zeitalter. Der Italiener, der die Universität zu Köln bereits vor acht Jahren als Erasmus-Student kennenlernte, ist überzeugt, dass der Ablauf solcher Séancen mit der Entstehung des modernen Showbusiness im 19. Jahrhundert zusammenhängt. Letztes Jahr promovierte er an der Universität von Turin über das Thema „The Spectacular Supernatural: Spiritualism, Entertainment and the Invention of Cinema“. Durch ein Humboldt-Stipendium gefördert setzt er seine Forschung jetzt in Köln fort. <br /><br /></p>
<h3>Je realistischer, desto besser</h3>
<p class="bodytext">Im viktorianischen Zeitalter erfuhren Séancen einen regelrechten Boom. <br />Ein Medium, also eine Person, die angeblich den Kontakt zu den Verstorbenen herstellte, stand währen einer solchen Sitzung im Mittelpunkt des Geschehens. Einige dieser Mittler waren dabei so erfolgreich, dass ein einfaches Wohnzimmer nicht mehr genügend Platz für alle Teilnehmer bot. Dann wurden die Geisterbeschwörungen zu öffentlichen Veranstaltungen mit einer Bühne und zahlendem Publikum. „Geister und übernatürliche Erscheinungen wurden im 19. Jahrhundert ein Teil unserer Populärkultur. Dabei musste man nicht zwangsläufig daran glauben, es ging einfach eine Faszination von diesem Motiv aus“, erklärt Natale. Ähnlich wie bei Schauerromanen und später bei Horrorfilmen spielten auch in Séancen Neugier und Angst eine wichtige Rolle. Wenn ein Medium diese Gefühle der Teilnehmer zu nutzen wusste und zudem noch über schauspielerisches Talent verfügte, konnte es sehr schnell berühmt werden. Einige Mittler standen sogar schon vor ihrer Karriere als Geisterbeschwörer auf der Theaterbühne. Später nutzen sie dann die gleichen Techniken, um ihr spiritistisches Publikum während einer Séance zu überzeugen. Lichteffekte, Musik und Requisiten der großen Bühnen prägten dann die spiritistischen Rituale. Das Showbusiness änderte sich damals radikal. Kuriositäten wie Panoramen, Wachsmuseen, Menschen- und Tiershows wurden beliebte Attraktionen, die eine Menge Geld einbrachten. Dabei galt die Grundregel: je realistischer, desto besser. Auch bei einer Séance war deshalb die richtige Atmosphäre der Schlüssel zum Erfolg. Die Teilnehmer sollten möglichst mit allen Sinnen das Übernatürliche wahrnehmen. Das Spektrum reichte von angeblich von Geistern gespielten Musikinstrumenten bis hin zur Levitation, der Königsdisziplin erfolgreicher Medien. Bei der Levitation vermittelten die Geisterbeschwörer den Eindruck, Gegenstände oder sich selbst zum Schweben zu bringen. Konnte ein Medium damit überzeugen, war ein Publikum für die nächsten Séancen sicher.<br /><br /></p>
<h3>Eusapia Palladino – ein Star ihrer Zeit</h3>
<p class="bodytext">Ein solcher Star der Spiritistenszene war auch die Italienerin Eusapia Palladino. Anfang des 20. Jahrhunderts war sie das bekannteste Medium weltweit. Sie verhielt sich wie eine Unterhaltungskünstlerin und ist daher auch für Natales Forschung interessant: „Palladino war auch außerhalb der Szene eine berühmte Person, über die in den Zeitungen viel geschrieben wurde. Außerdem hatte sie einen Manager, der ihre Geisterbeschwörungen als kommerzielle Veranstaltungen organisierte. Da musste man bis zu 300 Dollar bezahlen, wenn man sie live sehen wollte“, sagt Natale. In den USA und Europa gab es genügend überzeugte Spiritisten, die bereit waren, eine Solche Summe für eine Séance mit Eusapia Palladino auszugeben. Aber auch Skeptiker gehörten zum Klientel. Ein berühmtes Beispiel hierfür ist der italienische Wissenschaftler Cesare Lombroso, der erst nach einer Séance zum Spiritismus konvertierte. Zu Palladinos Veranstaltungen erschienen außerdem die Nobelpreisträger Pierre und Marie Curie. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, unternahm Palladino zahlreiche Tourneen. Dennoch waren Geisterbeschwörer und ihre Séancen sehr umstritten und manchmal flog auch der ein oder andere Trick auf. Während einer Sitzung entlarvte etwa ein Teilnehmer Palladino, als sie ihren Fuß heimlich unter ein Tischbein stellte, so dass sie den Tisch bewegen konnte. „Solche Vorfälle lösten dann Kontroversen in den Zeitungen aus“, erklärt Natale. „Doch wie auch immer ihr Bild in der Öffentlichkeit war, durch die Berichterstattung wurde Palladino zum Gespräch der Leute. Darum erfüllten auch die Kommentare der Skeptiker einen Werbeeffekt. Schließlich wollte man sich selbst davon überzeugen, was an den übernatürlichen Kräften dran war.“ <br /><br /></p>
<h3>Das Ende des Goldenen Zeitalters</h3>
<p class="bodytext">Aber auch der Erfolg von Eusapia Palladino hielt nicht ewig an. Nach dem Tod ihres Managers und Assistenten,&nbsp; Ercole Chiaia, der sie über 20 Jahre begleitet hatte, fühlte sie sich nicht mehr in der Lage, auf Tourneen zu gehen. Sie kehrte in ihre Heimat nach Süditalien zurück, wo sie bis zu ihrem Tod 1918 noch einige Séancen im kleinen Kreis abhielt. Ihre besten Jahre waren damals aber vorbei. Schließlich nahm das Goldene Zeitalter der Spiritisten in Nordamerika und Europa einige Jahre nach Palladinos Tod sein Ende. „In anderen Regionen sind Geisterbeschwörungen dagegen immer noch populär“, betont Natale. „In Brasilien etwa gibt es heute eine richtige Massenbewegung im Spiritismus. Und wer weiß, vielleicht kommen Séancen auch bei uns früher oder später wieder in Mode. Die Faszination für das Übernatürliche ist jedenfalls nach wie vor fest in unserer Kultur verankert.“ </p>]]></content:encoded>
			<category>Forschung und Lehre</category>
			
			<author>pressestelle@uni-koeln.de</author>
			<pubDate>Wed, 11 Apr 2012 12:37:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Die Zukunft der Gesundheitsversorgung </title>
			<link>http://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=4640&#38;type=100&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=3765&#38;cHash=c370a221078cd5597b0abb2fbdc68bfa</link>
			<description>Auf dem 10. Kölner Sozialrechtstag diskutierten Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis über...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Pflegekräfte verdienen zu wenig, Krankenhäuser entlassen Patienten zu früh und immer weniger Ärzte wollen auf das Land. Das sind nur einige Herausforderungen, denen sich die Teilnehmer des Kölner Sozialrechtstags stellten. Mitte März veranstaltete die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln den Kongress bereits zum zehnten Mal. Der thematische Schwerpunkt lag dieses Jahr auf der Versorgungssicherheit in der Krankenversicherung. Die Tagung führte renommierte Experten zusammen, um das aktuelle Thema facettenreich zu diskutieren. Neben prominenten Referenten, darunter NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens, versammelten sich rund 300 Teilnehmer aus verschiedenen Bereichen. Professor Dr. Ulrich Preis, Direktor des Institutes für Deutsches und Europäisches Arbeits- und Sozialrecht, leitete die interdisziplinäre Tagung.<br /><br /></p>
<h3>Medizinische Versorgung für jeden und überall</h3>
<p class="bodytext">Das Sozialrecht ist in Deutschland von überragender Bedeutung. Im Bundeshaushalt sind die Ausgaben zur sozialen Sicherung größer als diejenigen für Verteidigung, Inneres und Umwelt zusammen. Ein Teil des sehr komplexen Sozialrechts ist das sogenannte Versorgungsstrukturgesetz, das den Hintergrund für die meisten Vorträge bildete. In Hinblick auf die demographische Entwicklung soll dieses Gesetz die wohnortnahe und flächendeckende medizinische Versorgung regeln. Sozialrechtler bezeichnen dieses Gesetzt auch als Landärztegesetz, weil sie nach Instrumenten suchen, um mehr Ärzte auf das Land zu bekommen. Denn in strukturschwachen Regionen, vor allem im ländlichen Bereich, gibt es oft einen Mangel an Ärzten. In vielen Städten ist dagegen eine Überversorgung zu beobachten. „Ohne eine Regulierung kann man dieses Problem nicht in den Griff bekommen“, erklärt Ulrich Preis: „Viele möchten ein freieres System haben. Dann gäbe es aber in Großstädten wie Köln an jeder Ecke einen Arzt und am Niederrhein weit und breit keinen.“ Neben Maßnahmen wie Investitionszuschüssen und Honorierungsvorteilen steht auch die Überprüfung der sogenannten Residenzpflicht zur Diskussion. Normalerweise muss ein Arzt am Ort seiner Praxis wohnen. Das hindert Viele daran, eine Praxis auf dem Land zu gründen.<br /><br /></p>
<h3>Prekarisierung der Medizinberufe</h3>
<p class="bodytext">Ein weiterer Kritikpunkt war die Vergütung in den Medizinberufen, wie etwa der Vortrag von Professor Dr. Stephan Rixen von der Universität Bayreuth zeigte. Ärzte sollen zwar künftig Honorarzuschläge erhalten, sofern sie in unterversorgten Regionen praktizieren. Mit einer flächendeckenden Versorgung allein durch Arztpraxen ist es aber nicht getan. Denn ein erheblicher Teil der medizinischen Leistungen wird durch nichtärztliche Berufsgruppen wie Pflegekräfte oder Ergotherapeuten sichergestellt. Berufe, die in den Honorarverhandlungen bisher nicht auftauchen. „Hier stimmt etwas im ganzen System nicht“, kritisiert Tagungsleiter Preis: „Die Situation ist momentan so, dass die gesetzlichen Krankenversicherungen die Macht haben, Leistungen nicht immer adäquat vergüten und es fast zu einer Prekarisierung in diesem Bereich kommt.“<br /><br /></p>
<h3>Tagung auf neutralem Boden der Wissenschaft</h3>
<p class="bodytext">Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet die Universität zu Köln Veranstaltungsort der Tagung ist. Vier Professorinnen und Professoren an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät befassen sich mit Kernfragen des Sozialrechts. Kölner Wissenschaftler sind darüber hinaus Mitherausgeber für fast alle führenden Fachzeitschriften im diesem Bereich. Eine besondere Rolle nimmt der Tagungsleiter Professor Preis ein. Seit seiner Berufung nach Köln im Jahr 2001 repräsentiert er den Bereich des Sozialrechts an der Universität. Er hat unter anderem ein Lehrbuch zum Sozialversicherungsrecht geschrieben und ist Mitbegründer der Gesellschaft zur Förderung der sozialrechtlichen Forschung. Die Gesellschaft, die sich nicht den Zielen bestimmter Interessensgruppen verpflichtet fühlt, fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs und veranstaltet Symposien wie die Kölner Sozialrechtstage. <br />Die Prorektorin der Universität zu Köln für Planung, Finanzen und Gender, Professor Dr. Anja Steinbeck sah in der Tagung schließlich einen wichtigen Beitrag zu einem gesellschaftlich höchst relevanten Thema: „Mit der Etablierung der Sozialrechtstage hat die Universität eine Lücke geschlossen“, lobte Steinbeck in der Begrüßungsrede. „Sie sind die mit Abstand bestbesuchten Veranstaltungen in Deutschland auf dem Gebiet des Sozialrechts. Und das ganze, das ist ein großer Vorteil, auf dem Boden der neutralen Wissenschaft.“<br /><br />Sebastian Grote, Presse und Kommunikation</p>]]></content:encoded>
			<category>Welt der Hochschule</category>
			
			<author>pressestelle@uni-koeln.de</author>
			<pubDate>Wed, 11 Apr 2012 12:25:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>„The End of Impunity“ </title>
			<link>http://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=4640&#38;type=100&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=3764&#38;cHash=9f9374fa65e90c10d9b9fa178e292433</link>
			<description>„The End of Impunity“. Unter diesen monolithischen Titel stellte David Scheffer seinen Vortrag zur...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">David Scheffer, Professor am Center for International Human Rights der Northwestern University Law School (Illinois), kann wie kaum ein zweiter Wissenschaftler für sich in Anspruch nehmen, auch die Praxis der jüngeren Entwicklung des Völkerstrafrechts mitbegleitet und mitgeprägt zu haben. Als langjähriger Mitarbeiter der US-Außenministerin Albright war er in den 90er Jahren maßgeblich an der Einrichtung der Internationalen ad-hoc-Tribunale zur Aburteilung der Völkerrechtsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien und Ruanda beteiligt, führte als Sonderbotschafter 1998 die US-amerikanische Delegation bei den Gründungsverhandlungen des ständigen Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) und dient zur Zeit dem UN-Generalsekretärs als Sonderberater zum Rote-Khmer-Tribunal in Kambodscha. Aus dem Füllhorn dieses Erfahrungsschatzes schöpfend begeisterte Scheffer mit einem Potpourri aus feinsinniger politischer Analyse, juristischem Scharfblick und Anekdoten aus dem Zirkel der Mächtigen. Trotz diplomatischer Gewandtheit in der Form geizte Scheffer dabei auch mit Blick auf die Haltung der USA nicht mit Kritik. Deutlich zeigte er den Widerspruch einer Politik auf, die die internationale Strafgerichtsbarkeit nur fördert, solange sie selbst und die eigenen Staatsangehörigen sich nicht an ihr messen müssen. Die im gegenwärtigen Kampf um die Präsidentschaft vielbeschworene Idee des „American exceptionalism“ brandmarkte er in diesem Zusammenhang als kontraproduktiv und letztlich sicherheitsgefährdend. </p>
<p class="bodytext">Einen Schwerpunkt seines Vortrags bildeten die immensen rechtlichen und praktischen Schwierigkeiten auf dem Weg zu den ad-hoc-Tribunalen für Ex-Jugoslawien und Ruanda. Hier gewährte Scheffer Einblicke in das Ringen um die Art und Weise ihrer Errichtung, ihrer Rechtsgrundlagen und die Rekrutierung einer geeigneten Richterschaft. Ferner betonte Scheffer den steigenden Einfluss der letzten beiden Jahrzehnte völkerstrafrechtlicher Praxis auf die praktische Politik, und unterstrich ihn durch einen Vergleich des haitianischen Ex-Diktators Cédras mit dem syrischen Präsidenten Assad: Während Cédras seit seinem Sturz durch US-Militär im Jahre 1994 ein komfortables Leben in Panama City führe, dürfe die strafrechtliche Verfolgung Assads einen festen Bestandteil der US-amerikanischen Syrienpolitik bilden. <br /><br />Ausgiebig nahm Scheffer Bezug auf sein kürzlich erschienenes Buch „All the Missing Souls – A Personal History of the War Crimes Tribunals“, was der Lebendigkeit und Eindrücklichkeit des Vortrages keinesfalls abträglich war. Im Gegenteil bereicherte Scheffer sein Publikum durch sehr persönliche Einblicke in die Schwierigkeit, Erfahrungen eines leidenschaftlichen Lebensabschnitts einer Öffentlichkeit näherzubringen, ohne in Selbstbetrachtung, Apologien oder Verteidigung gegen den politischen Gegner zu verfallen. <br /><br />Nach zwei Stunden Vortrag mit Diskussion und anschließendem Ausklang verabschiedete sich David Scheffer nach einer in jeder Hinsicht gelungenen Veranstaltung. Er hinterließ den Eindruck eines Mannes, der in Zeiten diplomatischer Verwendung das klare Wort nicht verlernt hat. <br /><br />Dr. Lars Berster, Institut für Strafrecht und Strafprozessrecht </p>]]></content:encoded>
			<category>Welt der Hochschule</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 11 Apr 2012 12:19:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Kölner Dom schwingt bei Erdbeben </title>
			<link>http://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=4640&#38;type=100&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=3754&#38;cHash=6a92d01e8a6057c774756c78a06d873b</link>
			<description>Erdbeben, Windstöße und vorbeifahrende Züge halten die Türme des Doms in Bewegung.
Das Kölner...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">„Bis zur Höhe von 100 Metern konnten wir die Messgeräte relativ gut anbringen. Aber für den letzten Seismografen mussten wir außen am Nordturm hochklettern. Außerdem brauchten wir da oben erstmal Strom und Telefonleitungen“, erinnert sich Prof. Dr. Hinzen, Leiter der Erdbebenstation Bensberg, an das Projekt. <br />Seit 2006 hat er mit seinen Kollegen im Rheinland Messstationen zur Erfassung starker Bodenbewegungen installiert. Denn ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Erdbeben in der Region möglich sind. Da es stärkere Lokalbeben in Geschichte Kölns gegeben hat, muss man damit rechnen, dass sie auch in Zukunft wieder vorkommen. Einen Grund zur Panik sieht der Geophysiker allerdings nicht: „Durch die Daten, die wir gesammelt haben, wissen wir jetzt mehr über die Schwingungen des Doms. Dabei ist aber nicht rausgekommen, dass er bei einem Erdbeben unsicherer ist, als bisher angenommen“, zieht Hinzen Bilanz. „Man sollte die Erdbebengefahr in der Region zwar sehr ernst nehmen, gleichzeitig muss man aber auf dem Boden der Tatsachen bleiben.“<br /><br /></p>
<h3>Architektur spielt wichtige Rolle</h3>
<p class="bodytext">Das stärkste regionale Beben der letzen 100 Jahre ereignete sich 1992 bei Roermond, in den Niederlanden. Obwohl das Epizentrum über 60 km von Köln entfernt war, verursachte es mit einer Stärke von 5,9 auf der Richterskala Schäden am Dom. Die Grundfesten der Kathedrale blieben zwar unbeschädigt, aber ein Teil der Verzierungen ist durch die Erschütterung abgefallen. <br />Die Architektur des Doms spielt eine wichtige Rolle für sein Verhalten bei einem Erdbeben. Die Türme und die Strebepfeiler im Kirchenschiff sind relativ sicher. Sie sind sehr flexibel und können sich ähnlich wie eine Ähre im Wind bewegen. Problematischer ist dagegen die Gewölbedecke im Kirchenschiff, die sehr steif ist. Diese Stelle sehr anfällig für Erdbebenschäden. Ähnliches gilt auch für die Anbindung der Türme an das Kirchenschiff. Weil die beiden Gebäudeteile nicht das gleiche Schwingungsverhalten haben, kann es an diesen Nahtstellen am ehesten Risse geben.<br /><br /></p>
<h3>Metropole in Erdbebenregion</h3>
<p class="bodytext">Bis 2006 gab es in Köln keine einzige Messstation. Das ist außergewöhnlich, da Köln die einzige deutsche Millionenstadt ist, die in einer Erdbebenregion liegt. „Eine vergleichbare Stadt in Japan würde über hunderte solcher Stationen verfügen“, sagt Hinzen. „Zwar ist die Situation in Köln bei weitem nicht so prekär wie in Erdbebenregionen, die an der Grenze zweier Kontinentalplatten liegen. Stärkere Beben sind aber auch hier möglich, wenn auch nur selten.“ <br />Mit den 20 so genannten Strong Motion Stationen wollen die Kölner Seismologen deshalb von Aachen bis ins Bergische Land Bodenbewegungen in der Region dokumentieren. Diese Daten sind unter anderem für Ingenieure wichtig, die sich nicht allein auf ihre Modelle beschränken können, um erdbebensichere Bauwerke zu planen.<br />Grund für die Erdbebengefahr in Köln ist der Boden, auf dem die Stadt gebaut ist. Die ganze niederrheinische Bucht kann man sich wie eine mit Sand gefüllte Schale vorstellen. Sie ist im Laufe der letzten 25 Millionen Jahre langsam eingesunken, weil die Erdkruste in Mitteleuropa auseinandergezehrt wird. Geologen bezeichnen dieses Phänomen als ein tektonisches Senkungsgebiet. Während der Eiszeit haben dann die Ströme Maas und Rhein die Senkung mit Geröll gefüllt. Köln ist also auf eine 200-300 Meter dicke Schicht aus Kiesel, Sand und Braunkohle gebaut. Bei einem Erdbeben fördert ein solch lockerer Untergrund Bewegungen eher als dass er sie dämpft. <br /><br /></p>
<h3>Japanbeben reichte bis nach Köln</h3>
<p class="bodytext">Gerade im letzten Jahr gab es wieder zwei spürbare Erdbeben in der Region: Eines bei Koblenz mit der Stärke von 4,4 und ein etwa gleich starkes Beben bei Goch an der niederländischen Grenze. Beide Male bewegten sich dabei die Domtürme im Millimeterbereich, was für die sensiblen Messgeräte schon relativ große Schwingungen sind. Auch das Japanbeben vom letzten Jahr wurde in Köln gemessen. Es gibt aber einen deutlichen Unterschied zwischen einem Lokalbeben und einem Fernbeben. Bei einem Fernbeben bewegt sich der ganze Dom zwar um mehrere Zentimeter auf und ab, doch das dauert pro Schwingung jeweils 20-30 Sekunden. Wenn sich die Erde so langsam bewegt nimmt man das nicht wahr. Ein Lokalbeben ist dagegen eher wie ein kurzer aber kräftiger Schlag vor das Gebäude, so dass die Türme dann anfangen zu schwingen. <br /><br /></p>
<h3>Warnung bei Sturm</h3>
<p class="bodytext">Den Dom wählten die Kölner Geologen für ihre Seismografen eigentlich nur, weil sie an einem Gebäude in der Kölner Innenstadt messen wollten. Aber auch die Dombauverwaltung hat ein Interesse an den Messdaten. Bei stärkeren Stürmen kann es in der Umgebung des Doms gefährlich werden. Marode Steinverzierungen können dann abbrechen und runterfallen. Das war zum Beispiel 2007 bei dem Orkan Kyrill der Fall. In einer solchen Situation muss die Domplatte abgesperrt werden. Da das aber einen großen Aufwand mit sich bringt, sollen die Seismografen helfen, die Stärke eines Sturms möglichst genau zu bestimmen. Das Schwanken der Türme ist dabei ein verlässlicheres Maß als die Windgeschwindigkeit, die bereits bei ein paar kurzen Böen einen hohen Wert annehmen kann. <br /><br /></p>
<h3>Alltägliche Schwingungen</h3>
<p class="bodytext">Aber nicht nur die Naturgewalten bringen die Domtürme zum Schwingen. Gerade in einer Großstadt wie Köln spielt der Einfluss durch die Menschen eine große Rolle. „Direkt neben dem Dom fahren am Kölner Hauptbahnhof täglich rund 2000 Züge ein und aus. Wir messen in der Erdbebenstation Bensberg jeden einzelnen Zug“, erzählt Hinzen. „Manchmal kann man sogar an einer Messung sehen, ob die Lok vorne oder hinten ist.“ <br />Und schließlich sind da noch die Glocken, die beim Läuten ebenfalls Schwingungen erzeugen. Die St. Petersglocke ist mit einem Gewicht von 24 Tonnen eine der größten freischwingenden Glocken der Welt. Wenn sich dieser Koloss hin und her bewegt, schlagen die Seismografen im ganzen Gebäude an. Ausgerechnet am Dreikönigsfest vernahmen die Erdbebenexperten letztes Jahr in Bensberg eine kleine Katastrophe. Zunächst sahen sie auf den Aufzeichnungen im Seismogramm die normale Schwingung des „Dicken Pitters“. Doch auf einmal gab es einen deutlichen Ausschlag: Der 800 kg schwere Klöppel der Glocke war abgestürzt. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Forschung und Lehre</category>
			
			<author>s.grote@verw.uni-koeln.de</author>
			<pubDate>Mon, 02 Apr 2012 08:52:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Frischer Wind für die Chancengleichheit</title>
			<link>http://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=4640&#38;type=100&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=3751&#38;cHash=36b70c673e5015e853aaaee56c344223</link>
			<description>Die Uni intensiviert ihre Gleichstellungsbestrebungen mit neuem Personal
Neue Gesichter und neue...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">„Mit Annelene Gäckle und Britt Dahmen haben wir einen neuen, jungen und innovativen Geist an der Uni“, erklärt Prorektorin Professor Dr. Steinbeck. Die Juristin ist seit gut einem Jahr als Prorektorin für Finanzen, Planung und Gender damit auch für die Genderpolitik der Universität verantwortlich. Ihr erstes Ziel im Bereich Gender war, die Vielzahl der bestehenden Projekte zu verknüpfen und sowohl innerhalb als auch außerhalb der Universität sichtbarer zu machen. „Es ist wichtig, die Kommunikation in der Universität zu verbessern“, ist sie überzeugt. Sie freut sich besonders über zwei Neuzugänge im Laufe der letzten Monate: Annelene Gäckle ist die neue Gleichstellungsbeauftragte, Dr. Britt Dahmen leitet das Referat für Gender Qualitätsmanagement.<br /><br /></p>
<h3>Koordination auf zentraler Ebene</h3>
<p class="bodytext">Ein wichtiges Anliegen der nächsten Jahre wird es sein, das Zusammenspiel der Fakultäten und der zentralen Ebene abzustimmen und damit zu verbessern, so Anja Steinbeck: „Es läuft sehr viel in den Fakultäten. Aber die eine Fakultät bekommt oft nicht mit, was die andere macht.“ Das neu eingerichtete Referat „Gender Qualitätsmanagement“ soll diese Bemühungen bündeln – Koordination von zentraler Stelle ist gefragt: „Wenn man den Blick von oben hat, dann gelingt es einem, die Wirkung von Einzelmaßnahmen im Gesamtgefüge zu verbessern “, erklärt Steinbeck. Doch nicht nur die vielen Projekte in den Fakultäten gilt es aufeinander abzustimmen. Auch in den Sonderforschungsbereichen stehen Mittel für Gender-Maßnahmen zur Verfügung. Hier kann durch eine Verknüpfung Größeres erreicht werden. Die Gleichstellungsbeauftragte spielt bei der Koordination eine gewichtige Rolle. Annelene Gäckle bringt umfangreiche Erfahrungen mit, die sie sich in ihrer bisherigen Arbeit als Koordinatorin der Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten der Hochschulen und Universitätsklinika des Landes Nordrhein-Westfalen&nbsp; (LaKof NRW) erworben hat. „Wir möchten auch innovative Projekte starten“, erklärt Anja Steinbeck. „Mit Annelene Gäckle ist es uns gelungen, jemanden für die Universität zu gewinnen, die da sehr ausgewiesen ist.“<br /><br /></p>
<h3>Karriereweg Frauen und Berufung von Professorinnen</h3>
<p class="bodytext">Neben der Koordination der Fördermaßnahmen möchte Steinbeck in Zukunft die Anzahl der Berufung weiblicher Professorinnen weiter erhöhen: „Das Ziel muss es sein, noch mehr exzellente Wissenschaftlerinnen nach Köln zu bekommen.“ Insbesondere gilt dies für die W3-Stellen. Bis jetzt sind zwar schon 21 Prozent der Professuren mit Frauen besetzt. Doch bei den höherdotierten W3-Stellen sind es gerade einmal 16 Prozent. „Da ist immer noch der Gender Pay Gap sichtbar“, so Steinbeck. Beispiel Berufungsverfahren: Dort gibt es sehr viele Schritte, die man gender-sensibel gestalten kann, sodass Frauen besser zur Geltung kommen. „Wir sind gerade dabei das Verfahren zu durchleuchten, um es für Frauen chancenwahrender auszugestalten“, so Steinbeck. Auch der Karriereknick nach der Promotion ist weiterhin ein Problem: Obwohl mehr als die Hälfte aller Studierenden und knapp die Hälfte der Promovierenden Frauen sind, sinkt der Anteil von Frauen an AssistentInnenenstellen dramatisch. Grund dafür ist die berufliche und private Unsicherheit von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern. Tenure Track-Programme könnten eine Lösung sein, um mehr Sicherheit zu bieten.<br /><br /></p>
<h3>Karriereweg Frauen</h3>
<p class="bodytext">„Frauen kommen auf dem Karriereweg abhanden“, konstatiert auch Annelene Gäckle. Seit Anfang Januar ist sie die neue Gleichstellungsbeauftragte der Universität. Die diplomierte Sozialpädagogin und Masterabsolventin kennt den Knackpunkt der Wissenschaftlerinnenkarriere: „Der Bruch zwischen Promotionen und Habilitationen ist bei Frauen gewaltig.“ In den letzten sechs Jahren vermittelte sie für die „LaKof NRW“ zwischen Wissenschaftsministerium, Politik und Hochschulen auf landespolitischer Ebene bei gleichstellungsrelevanten Anliegen. Die frischgebackene Gleichstellungsbeauftragte freut sich auf ihre neuen Aufgaben an der Uni. Sie sieht enormes Potenzial, da&nbsp; zahlreiche Akteurinnen und Akteure am Werk sind: Das Referat für Gender Qualitätsmanagement, die Fakultäten, die Sonderforschungsbereiche, die dezentralen Gleichstellungsbeauftragten, der DualCareer und Family Support und viele mehr. „Es ist inzwischen ein schönes weites Spektrum der Anstrengungen geworden“, so Gäckle. „Es ist mir ein Anliegen, gemeinsam die Chancengleichheit der Geschlechter voranzutreiben.“ Eine Gleichstellungsbeauftragte alleine könne diese Aufgaben nicht vertreten und umsetzen: „Gleichstellung ist eine Querschnittsaufgabe an einer Hochschule und wird auch als diese wahrgenommen“.<br /><br /></p>
<h3>Projekte in der Frauenförderung</h3>
<p class="bodytext">Für die Gleichstellungsbeauftragte gibt es immer noch klassische Themen wie Equal Pay oder die Steigerung des Anteils von Frauen in Leitungs- und Gremienpositionen.<br />Die Voraussetzungen für eine gedeihliche Gleichstellungspolitik an der Uni seien günstig, so die Gleichstellungsbeauftragte: „Es ist sehr erfreulich, dass sich das Rektorat dieses Themas sehr engagiert annimmt.“ In den letzten zwanzig Jahren, seit es das Landesgleichstellungsgesetz gibt, sei sehr viel geschafft worden, so Gäckle. Es bleibe allerdings wichtig, dass Frauen gefördert werden, da ihre Repräsentanz in Leitungsebenen und bei Professuren noch zu wünschen übrig lässt. Beispielhaft ist hier das Cornelia Harte Mentoring-Programme (CHM) für Schülerinnen, Studentinnen und Wissenschaftlerinnen oder das Female Career Center (FCC) für Studentinnen, Wissenschaftlerinnen und weibliche Angestellte, aber auch das neue CHM Family, das bald ein Mentoringangebot für Eltern und Pflegende beider Geschlechter bietet. Desweiteren gibt es Schnupperunis &amp; Studientage (GPS) für Schülerinnen und viele weitere Fördermaßnahmen. Daneben gehört zum täglichen Geschäft der Gleichstellungsbeauftragten auch&nbsp; die Einzelfallförderung. Das betrifft zum Beispiel junge Wissenschaftlerinnen, die während der Promotion ein Kind bekommen. „Damit sie ihre Karriere weiter verfolgen können und oben ankommen, muss man auch in Einzelfällen helfen“, so Gäckle. <br /><br /></p>
<h3>Strategische Planung und Qualitätsmanagement</h3>
<p class="bodytext">Für die Koordination der verschiedenen gleichstellungs- und familienbezogenen Aktivitäten ist Dr. Britt Dahmen zuständig. Seit Anfang September 2011 leitet sie das Referat für Gender Qualitätsmanagement: „Wir haben die Aufgabe, das Rektorat in Fragen der Gleichstellung strategisch zu unterstützen.“ Außerdem soll hier das genderorientierte Qualitätsmanagement entwickelt werden. Das Referat wird ein regelmäßiges Monitoring zu genderspezifischen Daten betreiben, Berichte zum Thema Gleichstellung erstellen, sowie Evaluations und Controlling-Instrumente für die Realisierung von gleichstellungsspezifischen Zielen implementieren. Die Aufstellung von Ziel- und Leistungsvereinbarungen mit den Fakultäten ist eine weitere Aufgabe von Dahmen. Schließlich wird auch hier ein Schwerpunkt in der Netzwerkarbeit liegen. Dahmen sieht wie Steinbeck und Gäckle die Notwendigkeit, die einzelnen Projekte enger abzustimmen und damit insgesamt schlagkräftiger zu machen: „Wir möchten ein Netzwerk mit den verschiedensten Beteiligten aufbauen, die im Bereich Gleichstellung aktiv sind.“</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Weitere Informationen und Veranstaltungen:</p>
<p class="bodytext"> <a href="http://www.portal.uni-koeln.de/gender_diversity.html" title="Opens external link in new window" target="_blank" class="external-link-new-window" >Gender und Diversity</a></p>
<p class="bodytext"><a href="http://www.gb.uni-koeln.de/" title="Opens external link in new window" target="_blank" class="external-link-new-window" >Gleichstellungsbeauftrage</a></p>]]></content:encoded>
			<category>Thema</category>
			
			<author>r.hahn@verw.uni-koeln.de</author>
			<pubDate>Thu, 29 Mar 2012 13:04:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Malariaepidemien auf dem Vormarsch</title>
			<link>http://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=4640&#38;type=100&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=3750&#38;cHash=9d984a00b600e2fe6d1c103e43eda692</link>
			<description>Kölner Studie projiziert die zukünftige Verbreitung der Infektionskrankheit in Afrika
Die Malaria...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">216 Millionen Fälle von Malaria wurden laut Weltgesundheitsorganisation 2010 weltweit diagnostiziert – darunter 655.000 Todesfälle. Jede Minute stirbt an der Westküste Afrikas ein Kind an der Krankheit. Dr. Volker Ermert will in die Zukunft der Krankheit blicken: Wie verändert sich das Verbreitungsgebiet abhängig von Niederschlag und Temperatur? Denn um Präventionsprogramme anzukurbeln, braucht es Zeit. Zeit, die nur durch wissenschaftlich fundierte Prognoseverfahren zu bekommen ist. <br /><br /></p>
<h3>Klimamodell und Krankheit</h3>
<p class="bodytext">Schon in seiner Doktorarbeit hat sich der junge Wissenschaftler dem Thema gewidmet. Er speiste Niederschlags- und Temperaturdaten in ein Malariamodell, um etwas über die Zukunft der Malaria sagen zu können: Ein sogenanntes integriertes Wetter-Krankheitsmodell entstand. „Die Malariabeobachtungen- und -messungen zusammenzutragen war eine Fleißarbeit“, erklärt der junge Meteorologe schmunzelnd. Dafür musste Ermert eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien aus der Insektenkunde (Entomologie) und&nbsp; Medizin auswerten. „Ein Glück, dass die Zentralbibliothek der Medizin direkt hier um die Ecke ist“, erinnert sich der Wissenschaftler. „Dort habe ich viele Tage verbracht.“ Erst dadurch war es möglich das Malariamodell realitätsnah einzustellen, zu „kalibrieren“. Ermert weiß nun: Das Auftreten und die Verbreitung der Malaria in Afrika werden sich bis zum Jahr 2050 stark verändern. <br /><br /></p>
<h3>Gute und schlechte Konsequenzen</h3>
<p class="bodytext">Zusammen mit Professor Fink, dem Leiter der Arbeitsgruppe „Tropische und Subtropische Meteorologie, Extreme Wetterereignisse“ hat er nun die Studie „The Impact of Regional Climate Change on Malaria Risk due to Greenhouse Forcing and Land-Use Changes in Tropical Africa“ veröffentlicht. Sie zeigt: Einerseits werden die Umweltbedingungen für die Malariaverbreitung dadurch in Teilen Westafrikas schlechter. Den Mücken, welche den Malariaparasiten auf den Menschen übertragen, stehen weniger stehende Gewässer für ihre Brutstätten zur Verfügung, weshalb sie sich schlechter vermehren können. Dadurch wird die Verbreitung der Malaria im Sahelgebiet zurückgehen. Was sich erst einmal positiv anhört, hat aber andererseits üble Konsequenzen: Große Teile der Bevölkerung verlieren ihre Immunität gegenüber der Malaria, wodurch gefährliche Epidemien auftreten können. Die Gefahrzone wandert dabei in den Süden und rückt in dichter besiedelte Gebiete des Kontinents vor, zum Beispiel in den Süden Nigers mit der Millionenstadt Niamey. In Ostafrika breitet sich die Malaria hingegen in den Hochländern aus. Dadurch steigt die Gefahr von Epidemien oberhalb von 2000 m. Unterhalb dieser Höhenstufe wird die Malaria allerdings stabiler auftreten und somit weniger gefährlich, denn die Menschen dort werden im Laufe der Zeit zunehmend immun gegen sie.<br /><br /></p>
<h3>Menschengemachter Klimawandel als Einfluss</h3>
<p class="bodytext">Mit dem&nbsp; Modell ist es erstmals möglich, die Verlagerung der epidemischen Gebiete der Malaria abhängig vom Klimawandel zu beschreiben. „In der Arbeit wurde das erste Mal ein Regionales Klimamodell mit einer hohen räumlichen Auflösung verwendet, das auch den Einfluss von Veränderungen der Erdoberfläche durch den Menschen auf das Klimageschehen berücksichtigt“, so der Meteorologe. Vor allem durch die Rodung von Wäldern zur Ackerflächengewinnung wird der Wasserkreislauf von Verdunstung und Niederschlag stark verändert, sodass weniger Regen fällt. Der Regen ist dabei der wichtigste Faktor des Modells: „Unser Modell sagt voraus, dass bis 2050 in den meisten Teilen des tropischen Afrikas deutlich weniger Niederschlag fallen wird. In Ostafrika hingegen tritt etwas mehr Niederschlag auf und die Temperatur steigt deutlich an“, so Ermert. <br /><br /></p>
<h3>Hilfe für Entscheidungsträger</h3>
<p class="bodytext">Bisher wurde die Landnutzung durch den Menschen nicht in entsprechende Modelle integriert. Zu Unrecht: „Der Effekt auf den Regen ist sehr groß“, so Volker Ermert. „Wir rechnen für weite Teile Afrikas mit einem Rückgang um bis zu 20 Prozent im Vergleich zum jetzigen Niederschlag. Ohne menschlichen Einflüsse ist kein klarer Trend im Regen auszumachen.“ Dies führt auch dazu, dass die Veränderungen in der Malaria schneller auftreten als bislang vermutet. Die Malariaprojektionen werden durch den kürzeren Zeithorizont relevanter für Entscheidungsträger in Afrika. Erste internationale Organisationen haben bereits Interesse an der Arbeit gezeigt.<br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded>
			<category>Forschung und Lehre</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 29 Mar 2012 12:58:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Geheimschrift, Kreml, Domglocken</title>
			<link>http://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=4640&#38;type=100&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=3721&#38;cHash=bf3e98bd26c92ef597c761b58cdb13f8</link>
			<description>Das Mathematische Institut und die Staatliche Pädagogische Universität in Moskau organisieren...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Janna Barz gerät ins Schwärmen, wenn sie an das Seminar in Moskau denkt: „Es waren tolle Erfahrungen, die wir da machen konnten“, erinnert sich die Lehramtsstudentin für Mathematik und Physik an die zwei Seminare. Zusammen mit zehn Kommilitonen nahm die zukünftige Lehrerin Anfang November in Moskau an dem gemeinsamen Seminar deutscher und russischer Mathematik-Studierender teil. Anfang Dezember wurden die russischen Partner dann zu einem Seminar in Köln empfangen. „Gerade der Kontakt mit den russischen Studenten war toll. Das sollte man nicht verpassen“, so Barz. Aber auch das Seminarprogramm in Moskau hatte es in sich: Gemeinsam mit ihren russischen Kommilitoninnen und Kommilitonen wurden theoretische Aspekte der Lehrerbildung erörtert und praktische Projekte für die Kölner KinderUni konzipiert. Darauf kam es dem deutschen Organisator der Seminare an: Professor Tassilo Küpper vom Mathematischen Institut. Der ehemalige Rektor der Universität will den deutschen Studierenden ein anderes Schulsystem zeigen: „Mathematik und Naturwissenschaften hatten und haben einen sehr hohen Stellenwert im russischen Schulsystem. Gerade in diesen Fächern genießt die russische Bildung international einen sehr guten Ruf.“ Dementsprechend gibt es in Russland eine Reihe interessanter Fördermaßnahmen. Deshalb läge es nahe, sich mit den dort verwendeten Konzepten zu befassen, um von den russischen Erfahrungen lernen zu können, so Küpper.<br /><br /></p>
<h3>Beziehungen nach Russland</h3>
<p class="bodytext">Persönliche Beziehungen waren es, die den Grundstein der gemeinsamen Aktivitäten legten. Neben seinen persönlichen wissenschaftlichen Kontakten nach Moskau, konnte Professor Küpper während seiner Zeit als Rektor der Universität weitere Bande mit der Staatlichen Pädagogischen Universität knüpfen. „Früher gab es Kontakte zur Erziehungswissenschaftlichen Fakultät. Ich bin als Rektor zu Jubiläen da gewesen und habe mich um diese Verbindung gekümmert.“ Küpper wurde Honorarprofessor der Hochschule. „Da habe ich überlegt, was man da machen kann und eine dieser Ideen war das Seminar, das wir veranstaltet haben.“ Küpper wollte einen konkreten fachlichen Gedankenaustausch, der unter anderem der Kölner KinderUni zugute kommen sollte. „Das schien mir dann ein Ansatz zu sein, ein konkretes Projekt mit Studierenden aus Moskau durchzuführen.“ Die Idee war vom Zeitaufwand her überschaubar und passend für beide Seiten, um Erfahrungen auszutauschen. Die russischen Reaktionen auf Küppers Idee waren sehr positiv. <br /><br /></p>
<h3>Theorie und Praxis </h3>
<p class="bodytext">In Moskau ging es erst einmal um Grundlagen der Lehrer- und Schulausbildung und die Vergleiche von deutschem und russischen Schulsystemen. Doch nicht nur der theoretische Bildungsbereich sollte behandelt werden. Arbeitsgruppen mit je drei russischen und deutschen Studierenden arbeiteten für den Aufenthalt in Köln Projekte aus, die in Form jeweils einer KinderUni-Vorlesung in Köln fortgesetzt und am Ende präsentiert wurden. „In unserem Projekt geht es um Kryptographie, Geheimschriften“, so Janna Barz. Professor Küpper freut sich über die gewonnenen Eindrücke des Moskaubesuchs: „Generell war der Erfahrungsaustausch für beide Seiten interessant. Es war interessant zu sehen, wie da einzelne Einrichtungen funktionieren.“ Ein Besuch im „Kinderpalast“, einer naturwissenschaftlich-pädagogischen Lehrstätte, und einer Schule waren ebenso Teil des Programms. „Was wir gesehen haben war beeindruckend“, erinnert sich Küpper. „Eine Paradeschule.“ So funktioniere Schule im besten Sinne. „Gerade bei dem Kinderpalast könnten wir uns etwas abgucken“, meint auch Janna Barz. „Der Besuch im Gymnasium war unheimlich beeindruckend, weil der Schulleiter eine große Wärme versprüht hat. Dieser Eindruck wird mich dann auch später begleiten, als Lehrerin, wenn mal etwas nicht so rund läuft.“<br /><br /></p>
<h3>Domglocken und Atomphysik</h3>
<p class="bodytext">Bei diesen positiven Erfahrungen verstand es sich von selbst, dass sich die Kölner als Gastgeber im Dezember revanchierten: Ein Programm mit Besuch im Labor der Atomphysik, einer Vorlesung und der Grüneberg-Schule in Kalk – eine Schule mit naturwissenschaftlichem Profil, die in besonderem Maße die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund fördert – wurde organisiert. Ein Besuch auf dem Dach des Kölner Doms hatte einen besonderen Hintergrund: für die&nbsp; Kinderuni wurde ein Projekt über die Glocken im Dom entwickelt. „Ich glaube, die Kölner Uni hat keinen schlechten Eindruck hinterlassen“, ist Küpper überzeugt. Der formale Partnerschaftsvertrag zwischen der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät und der Staatlichen Pädagogischen Universität in Moskau ist eine Plattform für weitere Projekte, betont Professor Küpper. Welcher Wissenschaftler diese Möglichkeiten dann wahrnehmen wird, ist leider offen. Der Mathematiker wird bald in den Ruhestand gehen. „Von russischer Seite besteht aber starkes Interesse, das weiterzumachen - eine große Chance für die Kölner Uni“, so Küpper.</p>
<p class="bodytext"><br /><br /><i>Robert Hahn, Presse und Kommunikation</i></p>
<p class="bodytext"><i>KUZ 1/12</i></p>]]></content:encoded>
			<category>Studierende</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 15 Feb 2012 11:59:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Ehrendoktor für den Schriftenschöpfer</title>
			<link>http://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=4640&#38;type=100&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=3719&#38;cHash=f34337c62bc1ac86f8d49da843b10eba</link>
			<description>Kölner Afrikanistin nimmt an der Verleihung der Ehrendoktorwürde an David Wabeladio Payi...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Auch Dr. Helma Pasch hatte ihren festlichen Ornat angelegt: „Ich musste mir noch im letzten Augenblick in Köln einen Talar der Philosophischen Fakultät ausleihen“, erinnert sich die Afrikanistin schmunzelnd. Während in Deutschland winterliches Wetter herrschte, tat sich die Wissenschaftlerin im mitgebrachten Festgewand schwer: „Unsere Talare sind nicht für diese Temperaturen ausgelegt“, so Pasch. Als Mitglied der Jury sollte sie bei der Verleihung des Doktors honoris causa zugegen sein. Der Grund für ihre Einladung: Pasch beschäftigt sich mit afrikanischen Schriften und publiziert dazu. „Ich bin durch einen Zufall im Internet auf Mandombe gestoßen und habe dann weiter nachgehakt.“ Aus der anfänglichen Neugier wurde ein dauerhaftes Forschungsthema. „Meine Publikationen sind zumindest teilweise in der demokratischen Republik Kongo bekannt geworden“, so Dr. Pasch - eine Voraussetzung für die Verleihung.<br /><br /></p>
<h3>Kirche gibt Unterstützung</h3>
<p class="bodytext">Neben dem deutschen Gast waren der Bildungsminister der Republik, der Rektor und die Dekane der Fakultäten anwesend. Der neue Ehrendoktor Wabeladio Payi ist Mitglied der Kimbanguistenkirche, einer großen evangelischen Kirche im Kongo, die als einzige afrikanische Kirche dem Weltkirchenrat angehört. „Wie bei vielen Schriften gab es da einen göttlichen Befehl“, so Pasch. Dieser wurde im Traum von Simon Kimbangu, dem 1951 verstorbenen Gründer der Kirche, an den sehr frommen Schriftenschöpfer ausgesprochen. “Die Schrift hat eine ganze Reihe von Schülern wird aber noch sehr wenig als Schreibmedium benutzt. Innerhalb der Kirche hat sie aber einen ganz guten Status.“ Ohne eine starke Gruppe wie die Kimbanguistische Kirche wäre die Weiterentwicklung der Schrift nicht möglich. „Die Kirche liefert ihm den geschützten Raum wo er arbeiten kann“, so Pasch. Als Silbenschrift wird Mandombe vorwiegend für die Sprachen Kikongo und Lingala benutzt. Für diese Sprachen ist eine Silbenschrift gut geeignet, da die Silbenstruktur vorwiegend aus der Abfolge von Konsonant und Vokal besteht. <br /><br /></p>
<h3>Eine Frage der Identität</h3>
<p class="bodytext">Für die Afrikanistin Pasch ist Mandombe etwas Besonderes: „Mandombe ist die erste voll funktionsfähige Schrift, die südlich des Äquators geschaffen wurde“, erklärt die Wissenschaftlerin. Und es ist die einzige Schrift, die aus vorhandenen Symbolen, den stilisierten Ziffern „2“ und „5“ kreiert wurde. Gerade letzteres macht sie zu etwas Besonderem, so die Wissenschaftlerin: „Die Schrift hat etwas mit Identität zu tun. Mandombe heißt: ‚Pour les Noirs’.“ Aufgrund der Bedeutung für Kirche und Identität plädierten einheimische Wissenschaftler dafür, Wabeladio die Ehrendoktorwürde zu verleihen. Er selber ist kein Akademiker, arbeitet aber als Lehrbeauftragter an der privaten Universität der Kimbanguistischen Kirche. Wer Lust hat die exotische Schrift zu lernen, sollte sich nicht vom ungewohnten Aussehen abschrecken lassen. Die Schrift ist nicht so kompliziert, wie ihr Äußeres vermuten lässt, weiß Pasch: „Das Prinzip hat man in ein zwei Stunden begriffen. Doch dann muss man noch: üben, üben, üben.“</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><i>Robert Hahn, Presse und Kommunikation</i></p>
<p class="bodytext"><i>KUZ 1/12</i></p>]]></content:encoded>
			<category>Welt der Hochschule</category>
			
			<author>pressestelle@uni-koeln.de</author>
			<pubDate>Wed, 15 Feb 2012 09:22:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Kommunikation in der Krise</title>
			<link>http://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=4640&#38;type=100&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=3718&#38;cHash=b5933cc693afe2dbbe23a71f43b1cf56</link>
			<description>Juristen spielen in der Krisenkommunikation eine wichtige Rolle: Sie sorgen für die Einhaltung von...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Krisen haben immer eine juristische Dimension: Was darf man im Ausnahmefall? Welche Grundsätze gilt es zu beachten und welchen Schaden abzuwenden? Karl-Nikolaus Peifer ist Experte für medienrechtliche Probleme, die solche Krisensituationen aufwerfen. Seine Aufgabe: „Wie schaffe ich es als Vertreter des Betroffenen, einerseits die Öffentlichkeit angemessen zu informieren andererseits aber das Unternehmen und die Aktionäre des Unternehmens davor zu schützen, dass die Reputation des Unternehmens unter dem Vorfall unangemessen leidet?“ Ende März findet deswegen in Köln der Krisenkommunikationsgipfel 2012 statt.<br /><br /></p>
<h3>Abwägung der Interessen</h3>
<p class="bodytext">Krisenkommunikation findet immer dann statt, wenn Vorgänge, die persönliche Interessen oder unternehmerische Interessen betreffen, an die Öffentlichkeit geraten: Lebensmittelskandale, das Versenken einer Ölplattform in der Nordsee, die Havarie eines Schiffes im Mittelmeer. Krisenkommunikation heißt in solchen Fällen immer:&nbsp; Die Frage, die sich für den Medienrechtler stellt ist: wie weit darf die Berichterstattung in private persönliche und potentiell auch ehrenrührige Bereiche hineingehen in dem Bestreben,die Meinungsbildung der Öffentlichkeit zu betreiben? „Im Fall Kachelmann ging es um einen Vorgang, der nicht vollständig privat ist, es ging um den Vorwurf eines strafbaren Verhaltens.“ Gleichwohl muss beachtet werden, dass die strafrechtliche Ermittlung einen Lebensbereich betrifft, der vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen ablaufen soll, damit es nicht zur Vorverurteilung des Täters kommt. Bei Prominenten, denen eine strafrechtliche Verfehlung vorgeworfen wird, liegt die Sache etwas anders: Die Öffentlichkeit hat ein berechtigtes Interesse daran zu erfahren, was passiert ist. „Die Frage die sich stellt ist: Kann ich diesem Menschen, der da das Wetter präsentiert, noch vertrauen oder muss ich ihn in einem anderen Lichte sehen?“ Rechtswissenschaftlich geht es also um die Abgrenzung zwischen den Persönlichkeitsinteressen einerseits und den Berichtsinteressen der Medien andererseits. <br /><br /></p>
<h3>Neue Entwicklungen in der Krisenkommunikation</h3>
<p class="bodytext">Bis vor wenigen Jahren galt in Unternehmen die Devise, dass möglichst wenig nach außen kommuniziert wird. Es sollte am besten dementiert werden, dass es überhaupt ein Problem gibt. Diese Ansicht, so Peifer, ändere sich jetzt. Anzeichen dafür sieht er im Kachelmann-Prozess und im Verfahren um den Bundespräsidenten. Der Wandel wurde von den großen Unternehmen eingeleitet, die eine Umweltkatastrophe vor der Öffentlichkeit verantworten müssen. „Da wird im Moment die Linie vertreten, dass man offensiv an die Öffentlichkeit gehen und möglichst viel der Berichterstattung selbst gestalten soll“, erklärt Peifer. „Denn das schafft Vertrauen. Es stellt Vertrauen auch wieder her, das verloren gegangen ist und es sorgt auch dafür, dass das Unternehmen die Informationshoheit im positiven Sinne behält.“ Informationen werden auf diese Weise kanalisiert und vorgeformt, die Diskussion in der Öffentlichkeit geleitet. Das ist nicht immer einfach, so Peifer: „Der Spagat zwischen dem, was man lieber doch nicht verbreitet und dem was man verbreitet ist unter Umständen schwierig zu finden. <br /><br /></p>
<h3>Causa Wulff</h3>
<p class="bodytext">Die Arbeit der Juristen in der Krisenkommunikation wahrt substantiell die Position aller Beteiligten. Beispiel Bundespräsident: Der Jurist hat darauf zu achten, dass Rechte Dritter nicht verletzt werden. Der Anwalt des Bundespräsidenten hat die Veröffentlichung der Fragenliste zunächst einmal abgelehnt unter Hinweis auf seine anwaltliche Schweigepflicht. Was wie ein Manöver aussah, um Informationen zu verheimlichen, war stattdessen die Wahrung des Rechts von Dritten, so der Medienrechtler: „Der Anwalt hat natürlich darauf Rücksicht&nbsp; zu nehmen, dass es Informationen in den Fragen der Journalisten gab, die zum Teil Informanten genannt haben. So mag ein Bankmitarbeiter genannt worden sein, dessen Stellungnahme zitiert wurde.“ In solchen Fällen könnten Redaktionsgeheimnisse preisgegeben werden, ohne dass die Betroffenen ihr Einverständnis gegeben hätten. „Diese Interessen zu betonenist die Aufgabe von Juristen: Schutz der Rechte Dritter, die auch von dem Informationsverhalten betroffen sind.“ Im Falle der Havarie eines Kreuzfahrtschiffes bedeutet das den Schutz der Crew, und sogar den Schutz des Kapitäns, der zunächst einmal die Unschuldsvermutung für sich reklamieren kann. „Wenn es um strafrechtliche Vorwürfe geht, dann sollte der Jurist auch mitwirken. Der Prozess darf nicht schon im Vorfeld in den Medien geführt werden.“<br /><br /></p>
<h3>Kooperation mit Kommunikationsberatern</h3>
<p class="bodytext">Beim Krisenkommunikationsgipfel im März treffen in Köln Vertreter aus der Public Relations mit Juristen zusammen. Ist das eine problematische Kooperation? „Der Jurist neigt dazu, Informationen zurückzuhalten, das muss er auch aus anwaltlicher Vorsorge“, erwidert Peifer. „Der Kommunikationsberater hat einen etwas offensiveren Ansatz, der im Ergebnis die Informationspolitik durchaus verbessern kann.“ Schwierigkeiten bei der Kooperation der ungleichen Partner sieht der Jurist nur da, wo Kommunikationsberater das Image eines beteiligten Unternehmens oder einer Institution grenzenlos selbst gestalten wollten. Die Gestaltung eines Images etwa nach Art eines Popstars sei nach geltendem Recht nicht möglich. „Der Konflikt zwischen dem, was man gestalten kann und dem, was die Medien berechtigterweise auch fragen dürfen, ist das Herz dessen, was Krisenkommunikation ist.“</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><i>Robert Hahn, Presse und Kommunikation</i></p>
<p class="bodytext"><i>KUZ 1/12</i></p>]]></content:encoded>
			<category>Forschung und Lehre</category>
			
			<author>pressestelle@uni-koeln.de</author>
			<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 16:14:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Ein unattraktives Angebot</title>
			<link>http://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=4640&#38;type=100&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=3717&#38;cHash=6718b6b7a18448f1fd5a56c65e0eb6f6</link>
			<description>Kölner Erziehungspsychologe findet Integrationshemmnisse durch deutsche Selbstzweifel
Wie sehen...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><i>Professor Schmidt-Denter, was haben Sie in Ihrer Studie untersucht?<br /></i><br />Wir haben eine kulturvergleichende Studie zur&nbsp; personalen und sozialen Identität von Jugendlichen und ihren Eltern durchgeführt. Untersucht wurden Deutschland und alle angrenzenden Länder. </p>
<p class="bodytext"><br /><i>Was bedeutet personale und soziale Identität?</i><br /><br />Unter personaler Identität versteht man die Beschreibung der eigenen Person. Man geht aus von der Frage: Wer bin ich? Die soziale Identität ergibt sich aus der&nbsp; Frage nach den Gruppen, denen man sich zugehörig fühlt, und solchen, von denen man sich abgrenzen möchte. Also die Frage: Wozu gehöre ich, wozu gehöre ich nicht? Ausgangspunkt der Studie waren die unübersehbaren Europäisierungs- und Internationalisierungstendenzen, aus denen man ableiten konnte, dass sich solche Identitäten mindestens innerhalb eines&nbsp; Kulturkreises wie dem europäischen&nbsp;&nbsp;&nbsp; zunehmend annähern müssten. </p>
<p class="bodytext"><br /><i>Gibt es solche Tendenzen?<br /></i><br />Solche Annäherungstendenzen haben wir auch in einigen Bereichen gefunden. Meistens in Bezug auf die personale Identität: Wie man seine Fähigkeiten und persönlichen Eigenarten (z.B. Selbstwertgefühl, Leistungsehrgeiz oder Depressionswerte)&nbsp; einschätzt. Bei der personalen Identität kam als durchschlagender Effekt eigentlich nur heraus, dass die Deutschen häufiger eine kritische Selbstreflexion angeben als die Befragten in allen anderen Ländern. Zahlreichere Unterschiede gab es dagegen bei der sozialen Identität. In diesem Bereich fanden wir viele unserer Erwartungen nicht bestätigt.&nbsp; </p>
<p class="bodytext"><br /><i>Was heißt das?<br /></i><br />Zum Thema Fremdenfeindlichkeit gibt es z.B. in Deutschland eine sehr viel intensivere Forschungstätigkeit als bei unseren Nachbarn. Wir dachten somit, dass dies ein spezifisches deutsches Problem darstellt und dass die Deutschen&nbsp; da schlecht abschneiden würden. Das war nicht der Fall, da lagen wir im europäischen Mittelfeld. Bei der Xenophilie, der Offenheit gegenüber allem Fremden,&nbsp; war es sogar so, dass die Deutschen eine sehr starke Ausprägung aufwiesen und einen europäischen Spitzenplatz einnahmen. Besonders interessant war die Beschreibung der Eigengruppe. Wir wussten aufgrund von sozialpsychologischen Theorien, dass Menschen eigentlich dazu neigen, sich mit der eigenen Gruppe zu identifizieren und diese aufzuwerten, weil man natürlich lieber einer attraktiven als einer unattraktiven Gruppe angehört. Da ist es aber so, dass sich die Deutschen selbst abwerten, also eine geringe Eigengruppenfavorisierung aufweisen.</p>
<p class="bodytext"><br /><i>Sie haben auch Migranten befragt. Was bedeutet diese deutsche Eigenart für sie?<br /></i><br />Für die Migranten stellt die Eigenart, das Eigene eher skeptisch zu betrachten und ständig zu problematisieren, ein Integrationshemmnis dar.&nbsp; Man mutet ihnen sozusagen zu, sich mit etwas zu identifizieren, was&nbsp; wenig attraktiv ist.&nbsp; Das ist besonders dann eine schwierige Aufgabe, wenn sie aus Ländern kommen, in denen es absolut selbstverständlich ist, das eigene Land hoch zu schätzen. Eine positiv besetzte soziale Identität soll dann gegen eine negativ besetzte ausgetauscht werden. Und das ist ja wirklich ein unattraktives Angebot. </p>
<p class="bodytext"><br /><i>Müsste es da nicht andere positive Angebote geben, im Sinne eines positiven Selbstbildes?</i><br /><br />Dem würde ich zustimmen. Die Art, wie Deutsche mit Patriotismus umgehen,&nbsp; macht auch für die deutschen Jungendlichen&nbsp; die Entwicklung einer sozialen Identität schwieriger. Wir haben ja nicht ohne Grund speziell Jugendliche untersucht. Sie befinden sich nach entwicklungspsychologischen Gesichtspunkten in der&nbsp; Altersphase, in der sich die Identität formt. Wir haben dabei gesehen, dass&nbsp; viele Jugendliche darunter leiden, dass sie so eine unattraktive Identität zugeschoben bekommen. Sie würden lieber eine andere Nationalität haben. Wir haben die Frage gestellt: Wenn es die Möglichkeit einer „Wiedergeburt“ gäbe&nbsp; – möchten Sie da wieder Deutsche/r sein oder lieber etwas anderes. Da sagen&nbsp; rund 70 Prozent, sie würden lieber als jemand anderes geboren werden. Von den jugendlichen Migranten möchten 84 Prozent&nbsp; nicht als Deutsche geboren werden.</p>
<p class="bodytext"><br /><i>Wo ergeben sich besondere Unterschiede zwischen Erwachsenen und Jugendlichen?</i><br /><br />Die größten Unterschiede ergeben sich zwischen den erwachsenen und jugendlichen Migranten. Bei vielen erwachsenen Migranten wird durchaus Nationalstolz in Bezug auf Deutschland geäußert. Sie liegen diesbezüglich sogar über den erwachsenen Deutschen. Die jugendlichen Migranten weisen dagegen eine noch niedrigere Ausprägung auf als die deutschen Jugendlichen. Daraus habe ich geschlossen, dass es keine familiären Transmissionsprozesse sein können, die die Jugendlichen dazu bringen, die deutsche Identität abzulehnen, sondern dass sie das von woanders her nehmen.</p>
<p class="bodytext"><br /><i>Woher?</i><br /><br />Wichtige Einflußfaktoren bilden sicherlich die Medien und die Schule. Dort herrschen negative Selbstdarstellungen in Bezug auf die nationale Identität vor.</p>
<p class="bodytext"><br /><i>Wie sieht es bei den deutschen Jugendlichen aus?<br /></i><br />Bei den deutschen Jugendlichen ist das Thema Nummer Eins die gefühlte Beeinträchtigung der nationalen Identität, die mit der „Holocaust Education“, das heißt dem Geschichtsunterricht über das Dritte Reich und den Holocaust, in Verbindung gebracht wird.<i></i></p>
<p class="bodytext"><i><br />Konnten Sie den Zusammenhang belegen?</i><br /><br />Es gibt subjektive und objektive Anhaltspunkte dafür. Zum einen haben&nbsp; wir gefunden, dass die Jugendlichen das als Grund nennen. Das heißt, die erleben das so. Zum anderen zeigen statistische&nbsp; Korrelationen, dass diejenigen, die sich stark betroffen fühlen, auch einen geringeren Nationalstolz aufweisen. Bei dem ohnehin im internationalen Vergleich schwach ausgeprägten Nationalstolz der deutschen Jugendlichen findet sich noch mal ein Knick nach unten im Alter von 15 Jahren - und das ist genau das Alter, in dem dieses Thema im Geschichtsunterricht besonders intensiv behandelt wird. Dieser „Identitätsknick“ ist nur für Deutschland typisch. Die „Holocaust Education“ wirkt also nicht in allen Ländern gleich. </p>
<p class="bodytext"><br /><i>Ist denn ein anderer Geschichtsunterricht notwendig?<br /></i><br />Ich hielte es für wichtig, neben der Vermittlung der Geschichte des Holocaust und des „Dritten Reiches“, was ein wichtiges Thema ist und von daher immer gewichtig bleiben wird,&nbsp; auch die anderen historischen Epochen angemessen zu berücksichtigen und bindungsstiftend nahe zu bringen. Dazu gehören die Epochen davor aber insbesondere auch die Nachkriegsgeschichte, die häufig vernachlässigt wird. Das gilt in besonderem Maße für die Jugendlichen in unseren&nbsp; europäischen Nachbarländern, die von deutscher Geschichte oft nichts anderes mitbekommen als das „Dritte Reich“ und den Holocaust. Dies führt dann dazu, dass die Stereotype und Vorurteile über das heutige Deutschland direkt aus der Nazi-Zeit abgeleitet werden. <i></i></p>
<p class="bodytext"><i><br />Wie ist es zu dieser einseitigen Geschichtsbetrachtung gekommen?</i><br /><br />Wir haben die vorhandene Forschungsliteratur zur „Holocaust Education“ sehr genau durchgesehen und nirgendwo gefunden, dass die erheblichen psychischen Belastungen der jungen Menschen und die Beeinträchtigungen der sozialen Identitätsentwicklung explizit angestrebt werden. Wir haben die Richtlinien der Bundesländer und sonstiger involvierter Institutionen zur Kenntnis genommen und nirgendwo steht: Ja, das wollen wir erreichen!&nbsp; Es werden nur unterstützenswerte Erziehungsziele formuliert. Von daher ergibt sich eine&nbsp; beachtliche Diskrepanz zwischen der erzieherischen Intention und dem erzieherischen Effekt.&nbsp; Diese Diskrepanz sollte der Ausgangspunkt für eine selbstkritische pädagogische Reflexion sein. </p>
<p class="bodytext"><br /><i>Gab es im Zusammenhang mit dem deutschen Selbstbild auch positive Erkenntnisse?</i><br /><br />Wenn es um Beziehungsprobleme zwischen Individuen geht, betonen alle Psychologen gegenüber ihren Klienten unisono:&nbsp; Man kann Sie erst lieben wenn Sie sich selbst lieben können. Und das fällt den Deutschen als Gruppe sehr schwer: sich selbst zu lieben. Für die Untersuchung war sehr wertvoll, dass das sogenannte „Sommermärchen“ der Fußball-WM 2006 in den Untersuchungszeitraum fiel. Da konnte man sehen, dass die lockere Selbstliebe der Deutschen bzw. besser die Fähigkeit, sich selbst zu feiern, bei den Migranten und Gästen aus dem Ausland erstaunlich gut ankam. Man kann daraus schließen, dass wir kollektive Identitätskonstruktionen benötigen, die positive Inhalte aufweisen und die Deutsche und Migranten zusammenführen. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><i>Das Interview führte Robert Hahn, Presse und Kommunikation</i></p>
<p class="bodytext"><i>KUZ 1/12</i></p>]]></content:encoded>
			<category>Forschung und Lehre</category>
			
			<author>pressestelle@uni-koeln.de</author>
			<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 15:56:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Forschen im Verbund</title>
			<link>http://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=4640&#38;type=100&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=3716&#38;cHash=3b8cf72698fa8c131e187f6de7325d1f</link>
			<description>Große Forschungsprojekte sind international und interdisziplinär
Interdisziplinär und im Verbund –...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Forschungsnetzwerke umspannen heute den gesamten Globus. Sie stützen sich&nbsp; auf regionale Zentren der Wissenschaft, die über besondere Kompetenzen technologischer und theoretischer Art verfügen. Diese Schwergewichte der Forschung bringen finanzielle und personelle Ressourcen zusammen, die weltweit einzigartig sind. Die Universität zu Köln ist mit verschiedenen anderen wissenschaftlichen Institutionen im Rheinland Heimat solcher Zentren: Astrophysik, Biologie und Genetik, Geographie und Meteorologie, Geologie und Archäologie, um nur einige zu nennen. Wie kommt es zu solchen Zentren und wie werden sie zu internationalen Spielern? </p>
<h3><br />Komplexe Fragestellungen</h3>
<p class="bodytext">Die Fragestellungen der modernen Forschungsprojekte sprengen einerseits die engen Grenzen der klassischen Fächer. Andererseits sind es ganz praktische Erwägungen, die die Wissenschaftler zusammenführen. Für Professor Jürgen Stutzki vom I. Physikalischen Institut sind es einfach die Herausforderungen, denen sich die heutigen Forscher stellen. Der Astrophysiker ist Antragsteller und Sprecher des SFB 956 „Conditions and Impact of Star Formation - Astrophysics, Instrumentation and Laboratory Research“. Beteiligt am SFB sind das Max-Planck-Institut für Radioastronomie und das Argelander-Institut für Astronomie der Uni Bonn. Beim fliegenden Observatorium SOFIA, arbeitet Stutzkis Arbeitsgruppe auch mit Kollegen aus den Vereinigten Staaten zusammen. NASA und DLR tragen das Projekt. „Solche Forschungsprojekte kann man heute nur noch mit aufwendigen Technologien etablieren, die man nicht mehr mit kleinen Forschergruppen vor Ort machen kann“, weiß der Physiker. Kompetente internationale Partner sind gefordert, die auch selber personelle und finanzielle Ressourcen einbringen, um die neuen Forschungsfragen anzugehen. „Je weiter man forscht, desto größer werden die Fragen“, so Stutzki.<br /><br /></p>
<h3>Zusammenarbeit mit bewährten Partnern</h3>
<p class="bodytext">Für Stutzki ist die etablierte und intensive Kollaboration zwischen Köln und Bonn das Standbein für internationale Projekte. Mit dem Max-Planck-Institut für Radioastronomie und dem Argelander-Institut für Astronomie pflegen die Kölner eine&nbsp; jahrzehntelange Zusammenarbeit. Die Projekte Herschel und SOFIA wurden gemeinsam durchgeführt, der SFB 956 ist inzwischen schon der dritte gemeinsame. „Max-Planck-Institute haben normalerweise einen größeren Fundus an Engineering-Personal, das sich Universitäten nicht leisten können“, so der Kölner Physiker. Dafür bringen die Universitäten mit, was den Max-Planck-Instituten fehlt: die Innovationskraft junger Studenten. „Das gibt eine sehr gute Balance und dann kann man gemeinsam Sachen heben, die man alleine nicht heben könnte.“<br /><br /></p>
<h3>Spitze in der Instrumentierung</h3>
<p class="bodytext">In diese Teamarbeit bringen die Kölner unter anderem ihre Fähigkeiten in der Instrumentierung ein. Für den Satelliten Herschel und das Flugzeug-Observatorium SOFIA entwickelten sie wesentliche Teile der astronomischen Instrumentierung. Der Weg dahin begann schon in den achtziger Jahren. Inzwischen gehört man zu den weltweit respektierten Arbeitsgruppen in der Submillimeter-Technologie, freut sich Jürgen Stutzki: „Wenn man sich als lokales Zentrum, wie zum Beispiel im SFB hier etabliert, dann ist man im nächsten Schritt auch auf die internationalen Partner angewiesen.“ Dies gilt für SOFIA wie Herschel. „Bei Herschel arbeiten an jedem Instrument 16 Nationen und 25 Institute zusammen.“ Denn neben den technischen geht es den Wissenschaftlern auch um die finanziellen und personellen Ressourcen, die in den Verbund eingebracht werden. <br /><br /></p>
<h3>Stärkung der regionalen Position</h3>
<p class="bodytext">Die gilt es zu koordinieren, weiß auch Professor Susanne Crewell: „Gerade so ein interdisziplinäres Projekt erfordert eine lange Vorbereitungsphase.“ Die Meteorologin ist die Kölner Sprecherin des Transregio/SFB 32 „Pattern in Soil-Vegetation-Atmosphere Systems: Monitoring, Modelling, and Data Assimilation“. Das regionale Forschungsprojekt wird von den Universitäten Bonn, Aachen und Köln sowie vom Forschungszentrum Jülich getragen. Dort hat der rheinische Geo-Verbund sein Sekretariat. „Das große Endprodukt des TR wird sein, dass wir ein gekoppeltes Modell der verschiedenen Teilgebiete des Geosystems erstellen werden, mit dem wir die Wirkung der Austauschprozesse an der Landoberfläche besser beschreiben können“, erklärt die Wissenschaftlerin. „Dies ist fundamental für Wettervorhersage und Klimaforschung.“<br /><br /></p>
<h3>Kompetenz in Messtechnik</h3>
<p class="bodytext">In Meteorologie und Geophysik gibt es wie in der Astronomie besonders enge Beziehung zwischen den Wissenschaftlern in Köln und Bonn. Durch jedes neue Projekt wird die Zusammenarbeit enger und neue Projekte werden angestoßen. „Wir verfügen hier über ein großes Potential von Geo-Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen, die bei der Erforschung des komplexen Geo-Systems alle ihren Beitrag leisten“, so die Forscherin.&nbsp; Denn der TR erforscht die unterschiedlichen Kompartimente der Umwelt: Boden, Pflanzen, Atmosphäre und Biosphäre. „Solche Kapazitäten hat man halt nicht alleine an einem Standort“, weiß Crewell. .Die Prozesse in den Kompartimenten wirken zusammen mit komplexen Rückkopplungen auf das Klima. Um die großen Zusammenhänge zu verstehen ergibt sich die Interdisziplinarität von selber . Was macht Köln attraktiv für seine Partner? „Köln bringt vielfältige Kompetenzen ein. Sehr stark sind wir im Bereich des Beobachtung. Wir führen Langfristmessungen am Boden und vom Satelliten durch und sind koordinierend bei großen Messkampagnen zur Untersuchung der Austauschprozesse tätig.“ <br /><br /></p>
<h3>Doktoranden werden internationaler</h3>
<p class="bodytext">Einen weiteren erwünschten Effekt der Kollaborationen können sowohl Crewell als auch Stutzki bestätigen: Die zeitgemäße und intensive Ausbildung junger Wissenschaftler. So hat der TR 32 inzwischen eine Graduiertenschule eingerichtet. Ein Gebot der Stunde, so Crewell. „Es wird für uns immer schwieriger, gute Doktoranden zu gewinnen und sie auf die vielfältigen Anforderungen vorzubereiten.“ Graduiertenschulen seien da der sinnvollste Weg, um eine neue Generation von Wissenschaftlern in Köln heranzubilden. Über zwanzig Doktoranden besuchen sie inzwischen. „Wir werden immer internationaler, da sich in Deutschland nicht genügend Nachwuchs für die Forschung findet.“ Auch Professor Jürgen Stutzki sieht das ähnlich: „Ich bin der festen Überzeugung, dass man die beste Nachwuchsförderung betreiben kann, wenn die Ausbildung eng in die wissenschaftliche Forschung eingebunden ist. Das ist das reale Leben.“ Deswegen beschlossen die beiden Departments in Köln und Bonn im Jahr 2006 in dem zunehmend sehr wettbewerbsorientierten Feld auch international gute Studenten einzuwerben. Die Bonn-Cologne Graduate School (BCGS) war die Folge. In Verbindung mit den großen Forschungsprojekten eine ideale Ausbildung in Theorie und Praxis. „Wichtig ist, dass sie in aktueller State of the Art-Forschung tätig sind. Das ist das Beste was man den Studenten mitgeben kann“, ist sich der Forscher sicher.</p><div><p class="bodytext"><i>Robert Hahn ist Redakteur in der Abteilung 81 Presse- und Kommunikation</i> </p>
<p class="bodytext"><i>KUZ 1/12</i></p></div>]]></content:encoded>
			<category>Thema</category>
			
			<author>pressestelle@uni-koeln.de</author>
			<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 14:53:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Das Chaos im Kopf bekämpfen</title>
			<link>http://www.portal.uni-koeln.de/index.php?id=4640&#38;type=100&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=3698&#38;cHash=82b7bedab626ccc03b28afb584b9f45f</link>
			<description>Das ADHS-Projekt an der Uni Köln hilft Studierenden mit...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Peter K. kennt das Chaos im Kopf: „In der Vorlesung dauert´s nicht lange, dann geht die Konzentration flöten – zu viele Infos, der Geist schweift ab. Zu Hause weiß ich dann nicht wirklich, worum es heute ging. Dabei ist das alles prüfungsrelevant...“ Der Student ist einer der von ADHS betroffenen Kölner Studierenden. Er ist nicht der Einzige. Die Betroffenen fallen sozial auf. Oft bekommen sie zu hören: „Ständig wippst Du herum und wackelst mit den Füßen! Du machst mich ganz hibbelig.“ Der Grund für derartige Auffälligkeiten könnte ein Vorliegen einer ADHS sein, ADHS – die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung denn diese kann – was viele nicht wissen – oftmals bis ins Erwachsenenalter weiter bestehen.&nbsp;</p>
<h3>Konkrete Probleme angehen</h3>
<p class="bodytext">Um diesen Schwierigkeiten sinnvoll zu begegnen, Planungsfähigkeit und Zeitmanagement zu optimieren oder angemessene Vorgehensweisen und Denkmuster zu erlernen und einzuüben, wurde an der Universität von Professor Gerhard Lauth und Professor Wolf-Rüdiger Minsel ein Training entwickelt. „Das Training konzentriert sich in sechs thematischen Sitzungen speziell auf ADHS-bedingte Probleme, denen sich Studierende im Studium, aber auch im Alltag oft gegenüberstehen“, erklärt Professor Minsel vom Department für Psychologie. Zu den speziellen Problemen gehören das Anfangen und Umsetzen von Aufgaben, Gedächtnis, Konzentration und Co., Prioritäten setzen und Einteilen, Verstehen und Verstanden werden.</p>
<h3>Training mit Psychologen</h3>
<p class="bodytext">Sechs bis zehn Studierende nehmen für gewöhnlich an dem Training teil. „Das Training wird unter Anleitung von Mitarbeitern des ADHS-Projekts der Uni Köln oder der Psycho-Sozialen Beratung durchgeführt“, erklärt Minsel. Fachliche Qualifikation ist natürlich vorausgesetzt. „Alle sind Psychologinnen und Psychologen oder klinische Psychotherapeuten und –therapeutinnen.“ Möglichst genau wird dabei herausgearbeitet, welche Schwierigkeiten bei jedem Einzelnen momentan vorliegen, aber auch, welche Bereiche unproblematisch sind. Darauf aufbauend werden konkrete Lösungen gesucht und verhaltenstheoretische Strategien vermittelt, um individuelle Ziele zu erreichen und anstehende Aufgaben erfolgreich zu bewältigen.</p>
<h3>Mit dem Tandem zum Erfolg</h3>
<p class="bodytext">Oftmals berichten Menschen mit ADHS, dass sie ihre Aufgaben zwar selbst nicht „auf die Reihe“ kriegen, aber effektiv und empathisch anderen helfen können. Derartige Ressourcen werden auch im Rahmen des Trainings genutzt, indem Tandems (Zweipersonengruppen) gebildet werden, um sich so gegenseitig Hilfe, ein offenes Ohr oder auch Struktur zu geben. Gerade das Erleben, dass man mit seinen Schwierigkeiten nicht alleine steht sowie das gegenseitige Verständnis innerhalb der Gruppe, werden als entlastend und aufbauend empfunden. Um am Training teilnehmen zu können, geht man folgendermaßen vor: Zunächst schreibt man eine E-Mail (Adresse: s.u.) an das ADHS-Projekt. Daraufhin werden ADHS-spezifische Fragebögen via Mail übersendet, die, nach deren Rückerhalt, ausgewertet werden.</p>
<h3>Diskretion garantiert</h3>
<p class="bodytext">Anschließend erfolgt eine Einladung zu einem Eingangsgespräch, um einerseits die Ergebnisse der Fragebögen und zum anderen die jeweilige Situation und das weitere Vorgehen und das Training differenziert besprechen zu können. „Dabei terliegen natürlich sämtliche persönliche Daten der Schweigepflicht“, so Koch. Dies gilt ebenfalls für die weiteren Fragebögen, die während des Trainings zu Evaluationszwecken erhoben werden. Für das Training ist eine einmalige Gebühr von 50.– Euro zu entrichten. Dass das Training zu diesem Preis angeboten werden kann, liegt daran, dass es durch den Studierendenförderungsfonds der Universität zu Köln, das Kölner Studentenwerk und zwei Lehrstühle der Humanwissenschaftlichen finanziert wird. Nähere Informationen finden Sie auf der Internetseite www.adhs-projekt.uni-koeln.de und bei weiterem Interesse, zur Klärung von Fragen oder zum Erhalt der Fragebögen stehen Ihnen Dipl.-Psych. Melanie Koch und Cand.-Psych. Michael Standke gerne zur Verfügung:</p>
<p class="bodytext"><br /><a href="mailto:melanie.koch@uni-koeln.de" >melanie.koch@uni-koeln.de</a><br /><a href="mailto:michael.standke@uni-koeln.de" >michael.standke@uni-koeln.de</a><br />Tel: 0221/470 47 24 (Anrufbeantworter)<br /><a href="http://www.adhs-projekt.uni-koeln.de" target="_blank" >www.adhs-projekt.uni-koeln.de</a></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p><div><p class="align-justify"><i>Robert Hahn ist Redakteur in der Abteilung 81 Presse- und Kommunikation</i></p>
<p class="align-justify"><i>KUZ 6/11</i></p></div>]]></content:encoded>
			<category>Studierende</category>
			
			<author>pressestelle@uni-koeln.de</author>
			<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 12:22:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
	</channel>
</rss>
