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Jenny Gusyk Gleichstellungspreise verliehen

Die Universitätsleitung hat am 18. November die Jenny Gusyk Gleichstellungspreise verliehen. Die Preise ehren Institutionen und Individuen, die sich für Gleichstellung und Familienfreundlichkeit an der Universität einsetzen oder herausragende wissenschaftliche Leistungen im Bereich der Gender und/oder Queer Studies erbracht haben.

Der diesjährige Innovationspreis in Höhe von 3.000 Euro für eine Strukturmaßnahme im Bereich Berufungen ging an Professor Dr. Matthias Heinz, der den Preis stellvertretend für das Exzellenzcluster ECONtribute entgegennahm. Das Konzept des Exzellenzclusters umfasst eine breit gefächerte und bewusst offen gehaltene Ausschreibung von Professuren, in Verbindung mit einem Pre-Rekrutierungsprogramm, um potentielle Nachwuchswissenschaftlerinnen bereits frühzeitig mit der Uni Köln zu vernetzen. Bereits gewonnene Kandidatinnen fungieren wiederum als Rollenvorbilder innerhalb der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät. Das Berufungs- und Rekrutierungskonzept hat Vorbildcharakter für andere forschungsstarke Bereiche, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, und macht Köln als chancengerechten Wissenschaftsstandort bekannt.

Andreas Dömmecke, Dezernent des Dezernats für Studierendenangelegenheiten, erhielt den Preis Familienfreundliche Führung in Höhe von 1.000 Euro. Dömmecke wurde von nahezu allen Kolleginnen und Kollegen in Dezernat 2 vorgeschlagen, da er Familienfreundlichkeit in ganz besonderer Weise lebt und sich für die Vereinbarkeit von Familie/Pflege und Beruf seiner Mitarbeitenden einsetzt – auch unabhängig von bestehenden Maßnahmen und manchmal auch über die Arbeitszeit hinaus. Als moderne Führungskraft stehen für ihn die Bedürfnisse seiner Mitarbeitenden im Fokus, für die es gilt, individuelle Lösungen zu finden.

Christiane Jopek und David Michel wurden für ihre herausragenden Arbeiten mit dem Nachwuchspreis in Höhe von 1.000 Euro ausgezeichnet. Jopek beleuchtet in ihrer Arbeit „Homosexuelle Frauen im ‚Dritten Reich‘, im Spannungsfeld von nationalsozialistischer Frauenideologie, Bevölkerungspolitik und Verfolgung“ die Situationen von Frauen mit gleichgeschlechtlichem Begehren in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Arbeit weist deutlich auf Forschungslücken zu diesem Thema hin und verschafft der bisher weitgehend unbeachteten Opfergruppe Aufmerksamkeit und sensibilisiert so die breitere Öffentlichkeit für die Thematik.
Michel nimmt mit seiner Arbeit „Kritisch-psychologische und queertheoretische Kritiken an verbreiteten Geschlechtserhebungen“ die Erfassung von Geschlecht in psychologischen Studien unter die Lupe. Er reflektiert nicht nur kritisch das psychologisch empirische Forschungshandeln, sondern legt auch konstruktive Vorschläge dar.

Die Verleihung fand im Rahmen des siebten „GenderForums“ statt. Professor Dr. Ansgar Büschges, Prorektor für Akademische Karriere und Chancengerechtigkeit, und die zentrale Gleichstellungsbeauftragte Annelene Gäckle sprachen einleitend zum Thema „Chancengerechtigkeit an der Universität zu Köln: Rückblick und Perspektiven“. Im Anschluss stellt sich Dr.in med. Amma Yeboah, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vor. Yeboah ist Trägerin der Gastdozentur Gender & Queer Studies in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Fakultät im Wintersemester 2019/20.

Den Impulsvortrag hielt Diplom-Psycholog*in René_ Rain Hornstein zum Thema „Die Einführung der 3. Option: Neue Herausforderungen für die Gleichstellung der Geschlechter an Hochschulen“.

Weitere Informationen zu den Jenny Gusyk Gleichstellungspreisen: https://gb.uni-koeln.de/jenny_gusyk_preise/index_ger.html