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Determinants and Effects of inadequate health literacy in chronically ill (DHL-C)



Die internationale Literatur zeigt, dass eine niedrige Gesundheitskompetenz mit erhöhten Mortalitäts- und Morbiditätsraten sowie mit vermehrten Hospitalisierungen und dementsprechend höheren Ressourcenverbräuchen und Kosten assoziiert ist. Eine Verbesserung der Gesundheitskompetenz erfordert den Einsatz von Maßnahmen, die an die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe angepasst sind.

In Deutschland mangelt es bislang an subgruppenspezifischen Analysen, die sich mit möglichen Determinanten und Effekten einer geringen Gesundheitskompetenz bei chronisch kranken Menschen befassen. Darüber hinaus steht derzeit kein Instrument zur Erhebung der Gesundheits- und Krebskompetenz im deutschen Versorgungskontext zur Verfügung.

Im Rahmen dieses Forschungsprojektes in Zusammenarbeit des IGKE und des IMVR werden daher exemplarisch an dem als chronisch betrachteten Krankheitsbild Brustkrebs die folgenden Ziele festgesetzt.

Es sollen erstens Determinanten einer niedrigen Gesundheitskompetenz bei Brustkrebspatientinnen in Deutschland identifiziert werden. Dafür wird im Rahmen einer explorativen Analyse untersucht, ob und inwieweit soziodemographische sowie krankheits- und personenbezogene Faktoren mit einer niedrigen Gesundheitskompetenz von Brustkrebspatientinnen assoziiert sind.

Zweitens werden die ökonomischen Auswirkungen einer niedrigen Gesundheitskompetenz bei Brustkrebspatientinnen in Bezug auf eine höhere Inanspruchnahme von ambulanten und stationären Gesundheitsleistungen und damit verbundenen Kosten analysiert.

Drittens werden die Konstrukte Gesundheitskompetenz und Krebskompetenz aus dem Blickwinkel von KrebspatientInnen konkretisiert und die Ergebnisse als Grundlage zur Entwicklung von Instrumenten genutzt. Viertens soll ein möglicher Zusammenhang zwischen den Konstrukten Gesundheitskompetenz und Progredienzangst untersucht werden.

Als Datengrundlage zur Untersuchung der dargelegten Ziele dienen quantitative Daten zu Brustkrebspatientinnen aus der  PIAT-Studie, Routinedaten der gesetzlichen Krankenversicherung sowie qualitative Daten, die anhand von Fokusgruppen mit aus der PIAT-Studie rekrutierten Brustkrebspatientinnen generiert werden.

Weitere Informationen



Sprecherinnen
Prof. Dr. Stephanie Stock, Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE)

Jun.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Nicole Ernstmann, Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR)

Kooperationspartner
Prof. Dr. Christian Rietz, Arbeitsbereich Forschungsmethoden

Koordinatorinnen
Sibel Altin, M.Sc., Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE)

Sarah Halbach, Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR)