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Flüchtlingsfonds der Uni Köln - Schenken Sie Zukunft!

Vor ihrer Flucht hat Sandra Abba bereits ein Jahr Medizin an der Universität Mossul studiert. Sie möchte ihr Studium gerne fortsetzen und hat die sprachlichen Voraussetzungen durch einen Sprachkurs der Universität zu Köln schon bald erreicht. Foto: Jörg Rieksmeier

"Ich möchte als Ärztin den Menschen helfen. In Köln und auch in meiner Heimatstadt Ninive im Irak haben die Menschen ein Recht auf Leben und Gesundheit." (Sandra Abba)

Sandra Abba kommt aus Ninive, der einstigen Hauptstadt des antiken assyrischen Königreichs, im heutigen Irak. Vor ihrer Flucht 2013 hatte Sandra Abba bereits ein Jahr Medizin an der Universität Mossul studiert. Täglich fuhr sie über eine Stunde vom Wohnort ihrer Familie Hamdaniya zur Universität.

Dabei musste sie als Angehörige einer christlichen Minderheit zusehend mehr Anfeindungen über sich ergehen lassen. Sie wurde gedrängt, ein Kopftuch zu tragen. Auch massiven Einschüchterungen und Verfolgungen war sie ausgesetzt. Spätestens durch das Vorrücken des so genannten "Islamischen Staat" wurde das Leben für sie lebensgefährlich.

Zusammen mit ihrer Familie entschloss sie sich zur riskanten Flucht über die Türkei in eine damals völlig ungewisse Zukunft. Nach vielen schmerzhaften Erfahrungen seit ihrer Flucht, über die sie auch heute noch nicht sprechen möchte, ist Sandra inzwischen gut integriert in Köln. Sie hat bereits Kontakt zur aramäischen Hochschulgruppe, möchte ihr Studium an der Universität zu Köln gerne fortsetzen und hat die sprachlichen Voraussetzungen durch einen Sprachkurs der Universität zu Köln schon bald erreicht.

Jabbar Alabdullah wuchs im heute umkämpften syrischen Raqqa auf. Derzeit besucht er den studienvorbereitenden Sprachkurs an der Universität zu Köln und würde gerne ein Masterstudium Archäologie anschließen. Foto: Jörg Rieksmeier

"Ich will mithelfen, das UNESCO-Weltkulturerbe Palmyra vor dem Vergessen zu bewahren." (Jabbar Alabdullah)

Jabbar Alabdullah wuchs im heute zwischen Al-Qaida, Al-Nusra-Front, "Islamischem Staat" und Assad-Regime umkämpften syrischen Raqqa auf.

Jabbar studierte Archäologie in Aleppo, als 2011 die Hoffnung auf einen arabischen Frühling auch in Syrien aufkeimte. Mit weiteren Kommilitonen entschloss er sich die revolutionären, oppositionellen Kräfte gegen das Assad-Regime zu unterstützen. Sie sprühten Anti-Regierungs-Parolen auf die Mauern der Baath-Parteizentrale, Schulen und öffentliche Gebäude.

Doch schnell gerieten er und seine Mitstreiter ins Fadenkreuz der syrischen Geheimdienste. Alarmiert und der großen Gefahr für sein Leben bewusst, floh er mit Hilfe seines Bruders zunächst in den Libanon und fünf Tage später zu Freunden nach Alexandria in Ägypten.

Da sich auch die ägyptische Gesellschaft großen politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen ausgesetzt sah, setzte er 2013 seine monatelange Flucht über die Türkei und Bulgarien bis nach Deutschland fort.

Bereits während seines Studiums in Aleppo half er bei Ausgrabungen deutscher Archäologen-Teams an den Fundorten römischer Siedlungen in Al-Rusafa und Al-Sura. Auch heute bleibt er seiner Heimat verbunden und organisiert Ausstellungen zum UNESCO-Weltkulturerbe im syrischen Palmyra. Diese antike Oasenstadt wurde vom so genannten "Islamischen Staat" in großen Teilen zerstört.

Derzeit besucht er den studienvorbereitenden Sprachkurs an der Universität zu Köln und würde gerne ein Masterstudium Archäologie anschließen.

Sie möchten Geflüchteten an der Universität zu Köln Zukunft schenken und haben Fragen?

Steffen Beuys, Referent in der Stabsstelle Universitätsförderung

 

Steffen Beuys

Referent in der Stabsstelle Universitätsförderung
Tel: 0221/470-1857
E-Mail: steffen.beuys(at)uni-koeln.de