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Recipe: 1 Verordnungsgespräch – Die Kunst, den PatientInnen ihre Medikation zu erläutern

Projektverantwortlich:  PD Dr. med. Jan Matthes (Med)

Beteiligt:     HumF

Projektlaufzeit:  04/2013 bis 03/2015 (4 Semester)


Die Ursachen für mangelnde „Therapietreue“ (Adhärenz) von PatientInnen liegen vor allem in einer mangelhaften Kommunikation zwischen ihnen und den verordnenden ÄrztInnen.
Das Gemeinschaftsprojekt von Pharmakologie, Psychosomatik (Prof. C. Albus) und humanwissenschaftlicher Fakultät (Frau Prof. M. Niehaus) möchte die Theorie und die Praxis von Verordnungsgesprächen stärker in das Studium der Humanmedizin integrieren. Dazu sollen die Studierenden mit speziell für diesen Zweck geschulten SchauspielpatientInnen Verordnungsgespräche simulieren, die anhand eines eigens dafür entwickelten Evaluationsbogens be- und ausgewertet werden.
Am Ende des 2. Klinischen Semesters ist zu diesem Thema eine Lehrveranstaltung als Wahlpflichtmodul vorgesehen, die mit einer Multiple-Choice-Abfrage sowie Kurzantwort-Fragen und den oben genannten Simulationsgesprächen abschließt. Die Ergebnisse werden mit denen anderer Studierender aus demselben Semester verglichen, die das Angebot nicht belegt und das Thema Arzneimittelverordnung im Allgemeinen und Verordnungsgespräch im Besonderen demnach nicht bearbeitet haben. Außerdem ist ein Vergleich der Gespräche der Studierenden des 2. Klinischen mit solchen von Studierenden aus dem 5. Klinischen Semester geplant (Querschnitt). Des Weiteren sollen die Studierenden, die im 2. Semester an den simulierten Verordnungsgesprächen teilgenommen haben, dieselben Tests im 5. Semester noch einmal durchführen, um deren Entwicklung festzuhalten (Längsschnitt).

Im Rahmen des Projekts soll gemeinsam mit Studierenden der Humanmedizin ein Leitfaden zum Führen eines Arznei-Verordnungsgesprächs erarbeitet werden, der dann in simulierten Arzt-Patient-Gesprächen am Beispiel der Behandlung des Bluthochdrucks zur Anwendung kommt.

 

Planung für 2015

Für 2015 ist die weitere Optimierung unseres Wahlpflichtangebots geplant. Es soll mit einer neuen Unterrichtsveranstaltung verknüpft werden („Kompetenzfeld Adhärenz und Selbstmedikation“, ab Wintersemester 2014/2015). Für 2015 ist der Abschluss der Validierung des entwickelten Gesprächsleitfadens durch Begutachtung von Experten sowie Anwendung im Praxisalltag geplant.

Projektfortschritt 2014

Mittlerweile haben wir unser Wahlpflichtangebot zweimal umgesetzt. Dabei konnten Durchführbarkeit und Akzeptanz der Veranstaltung gezeigt werden. Es wurde ein Leitfaden zum Führen eines Verordnungsgespräches entwickelt. Dieser Leitfaden fand im Rahmen des Studentenunterrichts Anwendung für das Feedback zu simulierten Arzt-Patient-Gesprächen. Die Anwendung im Praxisalltag soll im Rahmen der Facharztweiterbildung Allgemeinmedizin getestet werden. Im Rahmen unseres Projektes wurde eine Literaturübersicht zur Endpunktrelevanz von Adhärenz-fördernden Maßnahmen erstellt und publiziert (Matthes und Albus, Dtsch Ärztebl 2014).

Projektfortschritt in 2013

Nach Freigabe der bewilligten Mittel konnte zum Wintersemester 2013/2014 die ausgeschriebene Stelle für unser Projekt besetzt werden. Auf Grundlage einer eingehenden Literaturrecherche erfährt derzeit die dezidierte Ausarbeitung des Unterrichtsangebots zum „Verordnungsgespräch“ ihren letzten Schliff. Für die Semesterwoche 14 (Januar 2014) ist die erstmalige Durchführung im Rahmen eines Wahlpflichtblocks für Studierende der Humanmedizin geplant und erste Anmeldungen liegen vor. Der Ablaufplan ist online einsehbar (http://tinyurl.com/p3bdsx4).

Unser Projektpaket „Arzneitherapiesicherheit – im Spannungsfeld von pharmakologischer Kompetenz und Arzt-Patient-Kommunikation“, zu dem auch das hier geförderte Projekt „Recipe“ zählt, wurde in die Landesinitiative „Gesundes Land Nordrhein-Westfalen“ aufgenommen. Weitere Informationen