Neue Impulse
Ursula Peters, Hochschulratsmitglied aus den ?eigenen Reihen? ist von der fruchtbaren Zusammenarbeit im neuen Rat überzeugt: ?Das gemeinsame Wirken von internen und externen Vertretern wird einen Tunnelblick vermeiden helfen?,glaubt die Professorin für Altgermanistik.
Das wird von anderer Seite durchaus kritisch gesehen. Kritische Stimmen sehen im neuen Hochschulrat eine ?Entdemokratisierung der Hochschulen?, weil zum
Beispiel bisherige Möglichkeiten der studentischen Mitbestimmung wegfallen würden. Außerdem befürchten sie den wachsenden Einfluss wirtschaftlicher Interessen: ?In der Hochschule sollte es um Forschung und Lehre gehen. Wenn
da wirtschaftliche Interesse mit hineinspielen ist die Freiheit der Universität
bedroht?, glaubt Sebastian Schweitzer, Vorstandsmitglied des Kölner AStA.
Bayern und Baden-Württemberg haben bereits einen Hochschulrat
Für die nordrhein-westfälischen Hochschulräte können auch die Erfahrungen anderer Bundesländer hilfreich sein. In Bayern gibt es das Gremium bereits seit 2006, wenn auch mit etwas anderen Funktionen. Auch die Hochschulen in Baden-Württemberg werden schon seit einigen Jahren durch einen Universitätsrat unterstützt.
Eine Studie im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung hat erste Erfahrungen mit Hochschulräten ausgewertet. Die Tätigkeit eines Hochschulrats sei im Kern eher die eines beratenden Aufsichtsrats, so Prof. Dr. Jörg Bogumil, einer der Verfasser der Studie: ?Eine fundamentale Änderung in der Steuerung der Hochschulen, wie manche das befürchtet hatten, ist noch nicht eingetreten.?
Letztendlich wird entscheidend sein, dass es Universität und Hochschulrat gelingt, die neue Aufgabenverteilung im Sinne und zum Wohl der Universität einzusetzen.
Die Mitglieder des Hochschulrats
Dr. Barbara Bludau, Juristin und Wissenschaftsmanagerin, geboren 1946, studierte Rechtswissenschaften in Göttingen, München, Bonn und Köln und promovierte 1974 an der Uni Bonn. Von 1976 bis 1980 war sie Beamtin im Landesdienst NRW. Nach der Geburt ihres Sohnes hatte Bludau von 1984 bis 1985 einen Lehrauftrag für öffentliches Recht an der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung in Köln. Im darauffolgenden Jahr war sie Leiterin der Abteilung der Allgemeinen Verwaltung und Vizepräsidentin des Polizeipräsidiums in Köln. In der Zeit von 1987 bis 1994 war sie Staatsrätin der Freien und Hansestadt Hamburg in den Ressorts Innen, Justiz und Wissenschaft und Forschung. Seit 1995 ist Bludau Generalsekretärin der Max-Planck-Gesellschaft.
Prof. Dr. Hans-Joachim Gehrke, geboren 1945, studierte von 1967 bis 1973 Geschichte und Klassische Philologie an der Georg-August-Universität Göttingen, wo er 1973 promovierte und von 1973 bis 1982 wissenschaftlicher Assistent war und sich 1982 habilitierte. Von 1982 bis 1984 lehrte Gehrke als Professor für Alte Geschichte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, zwischen 1984 und 1987 als ordentlicher Professor an der Freien Universität Berlin. 1987 wurde Gehrke Ordinarius für Alte Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Von 1999 bis 2005 war er Mitglied im Senat, im Kuratorium und im Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Am 11. Juli 2007 wurde Hans-Joachim
Gehrke zum neuen Präsidenten des Deutschen Archäologischen Instituts gewählt.
Hermann-Josef Lamberti, geboren 1956, studierte Betriebswirtschaftslehre in Köln und Dublin und erlangte 1982 den Abschluss Diplom Kaufmann. Danach ging er nach Toronto, sammelte Erfahrung bei Touche Ross (heute: Deloitte Consulting) im Consulting und Audit, später bei der Frankfurter Niederlassung der Chemical Bank. Mitte der 80er Jahre wechselte er zu IBM, wo er verschiedene internationale Führungspositionen bekleidete und schließlich 1997 Deutschland-Chef wurde. Seit 1999 ist Herr Lamberti Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bank AG, Frankfurt am Main. Als Chief Operating Offi cer ist er weltweit für Personal, Informationstechnologie, Abwicklung (ausgenommen Handelsgeschäfte gemäß MaRisk), Kosten- und Infrastrukturmanagement, Gebäude und Flächenmanagement sowie Einkauf verantwortlich.
Prof. Dr. Ursula Peters, geboren 1944, studierte Germanistik, Romanistik und Philosophie und promovierte 1970 an der FU Berlin. Nach Assistententätigkeiten in Konstanz und Köln war sie ab 1974 wissenschaftliche Angestellte an der Universität Konstanz. Dort habilitierte sie sich im Jahr 1980. Von 1985 bis 1986 hatte sie eine Professur für Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters an der Universität Oldenburg inne. Im Wintersemester 1986 übernahm sie eine Professur für Ältere Deutsche Literatur an der RWTH Aachen. Seit dem Wintersemester 1994 ist Peters Professorin für Ältere Deutsche Sprache und Literatur an der Universität zu Köln. Prof. Peters war mehrere Jahre Mitglied in verschiedenen Gremien und Kommissionen der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), zuletzt von 1998 bis 2004 Mitglied des Präsidiums.
Dr. Richard Pott, geboren 1953, war nach seinem Studium der Physik von 1977 bis 1983 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität zu Köln. Pott promovierte im Jahr 1982 zum Dr. rer. nat. und begann seinen berufl ichen Werdegang 1984 im Bereich Zentrale Forschung im Bayer-Werk Uerdingen. 1987 wechselte er in die Konzernverwaltung, zunächst als Organisationsberater im Bereich Unternehmensorganisation und ab 1989 als Strategie-Berater in der Strategischen Planung. Drei Jahre später übernahm Pott die Leitung der Abteilung Strategische Planung. Zum 1. Mai 1997 wurde er zum Leiter des Konzernbereichs Konzernplanung und Controlling ernannt, bevor ihm am 1. Juli 1999 die Leitung des Geschäftsbereichs Spezialprodukte übertragen wurde. Seit dem 1. Mai 2002 ist er Mitglied des Vorstands der Bayer AG und verantwortlich für Strategie und Personal, zudem ist er Arbeitsdirektor des Unternehmens.
Prof. Dr. Rolf Dobischat, geboren 1950, startete seine wissenschaftliche Karriere nach einer Lehre zum Industriekaufmann. 1964 bis 1967 erwarb er parallel zum Beruf die Hochschulreife. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftspädagogik und Sozialwissenschaften in Kassel, Marburg und Göttingen war er von 1978 bis 1991 als wissenschaftlicher Angestellter an den Universitäten Kassel, Karlsruhe und der FernUniversität Hagen tätig. Während seiner Studienzeit engagierte sich Dobischat Anfang der 1970er Jahre in der studentischen Selbstverwaltung. Er promovierte zum Dr. rer. pol. und habilitierte sich in Berufspädagogik mit dem Schwerpunkt Weiterbildung. Seit 1991 ist er Professor für Wirtschaftpädagogik an der Universität Duisburg. Von 2003 bis 2004 war Prof. Dobischat Vorsitzender der Gründungskommission der Universität Duisburg-Essen und ab 2004 Wissenschaftlicher Direktor der Ruhr Campus Academy (RCA). Am 31. Mai 2006 wurde Dobischat zum Präsidenten des Deutschen Studentenwerks gewählt. Er ist außerdem Vertrauensdozent der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Hans-Böckler-Stiftung.
Prof. Dr. Ulrich Preis, geboren 1956, studierte nach einer Banklehre Rechtswissenschaften in Regensburg und Köln. 1983 legte er sein erstes und 1987 sein zweites juristisches Staatsexamen ab. Er habilitierte sich 1992 und erhielt 1993 den Ruf an die Heinrich-Heine Universität Düsseldorf und FernUniversität/Gesamthochschule Hagen, wo er bis 2001 den Lehrstuhl für
Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht, Handelsrecht und Sozialrecht inne hatte. Von 1994 bis 1997 war er Dekan des Fachbereichs Rechtswissenschaft der FernUniversität Hagen. 1998 wurde er Direktor des neugegründeten Instituts für deutsches und europäisches Arbeits- und Sozialrecht. Im Jahr 2001 erhielt er den Ruf an die Universität zu Köln, wo er 2002 Direktor des Instituts für deutsches und europäisches Arbeits- und Sozialrecht und Lehrstuhlinhaber für Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht und Sozialrecht wurde. Von 2005 bis 2008 war Prof. Dr. Preis Prodekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln.
Prof. Dr. Gerd Lehmkuhl, geboren 1948, legte 1973 das Medizinische Staatsexamen ab und promovierte im selben Jahr. Im Anschluss an seine einjährige Medizinalassistentenzeit im Klinikum der RWTH Aachen nahm er das Studium der Psychologie auf, welches er 1979 mit dem Diplom beendete. Nach seiner Approbation als Arzt im Jahr 1975 war er bis 1980 als Assistent an den Abteilungen Neurologie, Psychatrie und Kinderheilkunde der RWTH Aachen und von 1980 bis 1988 als Assistent an der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim tätig. Im Jahr 1986 wurde Prof. Dr. Lehmkuhl habilitiert. 1987 bekam er den Ruf als Universitätsprofessor für das Fach Kinder- und Jugendpsychiatrie an die Universität zu Köln, wo er 1988 zum Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendpsychiatrie der Universität zu Köln ernannt wurde. Er ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie der Bundesärztekammer.
Prof. Dr. Urs Würgler, geboren 1945, studierte Mathematik, Physik und Philosophie an der Universität Bern. Ende 1969 promovierte er zum Dr. phil. nat. mit einer Arbeit aus dem Gebiet der algebraischen Topologie. Ab 1970 war er Assistent und Oberassistent am Mathematischen Institut der Universität Bern. In den Jahren 1972 bis 1974 war er als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Heidelberg tätig. Im Januar 1975 folgten die Habilitation an der Phil.-Nat. Fakultät der Universität Heidelberg (Lehrgebiet: Mathematik) und verschiedene Auslandsaufenthalte. Ab 1. Oktober 1979 seit er Professor für Mathematik an der Universität Bern, zwischen 1994 und 2000 war er Geschäftsführender Direktor des Mathematischen Instituts der Universität Bern. Prof. Dr. Würgler war von 1996 bis 2001 Sekretär, Vizepräsident und Präsident der Schweizerischen Mathematischen Gesellschaft und außerdem mehrere Jahre Mitglied des Stiftungsrats des Schweizerischen Nationalfonds. 1991 bis 1993 übernahm er das Amt des Dekans der Phil.-Nat. Fakultät. Seit Oktober 1996 wirkte er als Vizedirektor, seit dem 1. September 2005 als Rektor der Universität Bern.
Prof. Dr. Andreas Radbruch, geboren 1952, legte 1976 sein Diplom im Fach Biologie ab und promovierte 1980 zum Dr. rer. nat.. Bis 1982 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter und von 1982 bis 1988 Hochschulassistent am Institut für Genetik der Kölner Universität. Nach seinem Forschungsaufenthalt im Jahr 1987 an der Universität von Alabama in Birmingham habilitierte er 1988 an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln. Von 1988 bis 1989 hatte Prof. Dr. Radbruch eine Bayer-Dozentur am Institut für Genetik der Universität zu Köln inne. Von 1990 bis 1998 war er Professor für Genetik und Immunologie an der Universität zu Köln. Seit 1996 ist Andreas Radbruch wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin, und seit 1998 ist er Professor für Experimentelle Rheumatologie (C4-Stiftungsprofessur) an der Medizinischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin (Charité).
