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Universität zu Köln


Die Mathemacher

Ein Sport, den auch die Mathematiker der Universität zu Köln kennen: Mit dem Start der Ringvorlesung am 18. März 2008 wird sich das Mathematische Institut der Vermittlung spannender mathematischer Themen widmen. An insgesamt neun Terminen sollen allgemeinverständlich gehaltene Vorträge den Zuhörern sowohl die Eleganz als auch die praktische Bedeutung der Mathematik zeigen und nicht zuletzt zum mathematischen Mitdenken animieren.

?Eine breite Öffentlichkeit soll auf die Schönheit und Wichtigkeit unserer Wissenschaft aufmerksam werden?, erklärt der Koordinator der Veranstaltungen Professor Uwe Semmelmann vom Mathematischen Institut das Ziel der Ringvorlesung. Eine Zielgruppe liegt ihm dabei besonders am Herzen: ?Wir möchten insbesondere die Schüler und Jugendlichen ansprechen und unseren Kontakt zu den Schulen stärken.?

Wichtig ist dem Mathematiker zu zeigen, dass seine Disziplin wichtig und praxisnah ist: ?Letztendlich verbirgt sich die Mathematik hinter vielen Phänomenen unserer Welt und den Dingen des täglichen Lebens.? Ein besonderes Erlebnis planen die Kölner Mathematiker in der zweiten Jahreshälfte: Die Wanderausstellung ?Imaginary ? mit den Augen der Mathematik? des Mathematischen Forschungsinstituts Oberwolfbach. Die Ausstellung präsentiert Visualisierungen und interaktive Installationen und ihre theoretischen Hintergründe.

Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltungen wird das Prinzip des Selbermachens sein. So laden Kollegen des Seminars für Mathematik und ihre Didaktik Kinder der Grundschule zu einem Erlebnistag Mathematik an die Universität ein, um den Grundstein der mathematischen Entwicklung bei den kleinen Rechenkünstlern zu legen. Weitere Veranstaltungen sollen den Spaß und die Freude an der Mathematik in den Vordergrund rücken. So liegt zum Beispiel die Idee des ?sportlichen Wettbewerbs? dem Konzept des ersten Kölner Mathematikturniers zugrunde, das am 19. September an der Universität zu Köln stattfi nden wird. Professor Rainer Kaenders vom Seminar für Mathematik und ihre Didaktik kennt das Turnier von der niederländischen Universität Nimwegen: ?Das Mathematikturnier wird dort seit 1992 mit großem Erfolg durchgeführt und zieht die Aufmerksamkeit von Presse, Rundfunk und Fernsehen auf sich?, erklärt der Kölner Wissenschaftler. ?In wenigen Jahren hat sich dort die Zahl der Mathematikstudierenden verdoppelt.?

Hinter der Veranstaltung steht der Gedanke des Sportturniers, in dem Fünferteams gegeneinander antreten und im Wettrennen gegen die Zeit mathematisch reizvolle und speziell für das Turnier entworfene Aufgaben lösen müssen. Die Zuschauer können während des gesamten Turniers den Stand des Wettkampfes mit Spannung verfolgen. Den Gewinnerteams winken Preise. Wichtig ist den Kölner Mathematikdidaktikern das gemeinschaftliche Arbeiten an den Gleichungen und Puzzles: ?Team- und nicht Einzelarbeit spiegelt heutzutage die Wirklichkeit mathematischen Arbeitens wider?, weiß Kaenders. Dabei sollen die Teilnehmer des Turniers richtig gefordert werden. ?Es soll Spaß machen, aber nicht leicht sein?, stellt der Didaktiker klar. ?Das Turnier fordert die Schüler heraus. Ähnlich wie im Sport macht es Freude, sich anzustrengen, die mathematischen Fähigkeiten zu trainieren und dafür nicht zuletzt auch bei Mitschülern anerkannt zu werden. Kindern, die gerne Mathematik machen, tut das gut.?

Dass ein solcher Ansatz des Mitmachens Früchte trägt, zeigt auch der jährliche Girls? Day, der von der Gleichstellungsbeauftragten der Universität Dr. Heidrun Fußwinkel in Zusammenarbeit mit dem Mathematischen Institut und dem Institut für Informatik veranstaltet wird. Die Einstellung der Schülerinnen zum Studium der Mathematik hat sich in den letzten Jahren merklich geändert, stellt Dr. Fußwinkel fest und verweist auf den steigenden Anteil von Studentinnen im Mathematikstudium: ?Die Schülerinnen wissen inzwischen, dass die Mathematik eine Wissenschaft ist, die für Frauen genauso geeignet ist, wie für Männer. Je nach Berufsziel liegt der Studentinnenanteil inzwischen über der Hälfte oder zwischen fünfunddreißig Prozent und knapp der Hälfte.? Der Girl?s Day, der dieses Jahr zum siebten Mal stattfindet, bietet interessierten Schülerinnen der Jahrgangsstufen 9 und 10 aus Köln und Umgebung die Gelegenheit, in Vorlesungen und Workshops in die Studienfächer Mathematik und Informatik hineinzuschnuppern. ?Mit Frau Tischendorf können wir den Mädchen eine Professorin als Vorbild vorstellen, die Ihnen in ihrer Vorlesung gern vermittelt, in welchen Bereichen von Wissenschaft und Wirtschaft Mathematik eine Rolle spielt?, meint die Gleichstellungsbeauftragte. ?Beim diesjährigen Girls´ Day wird z.B. ein Workshop zum Geocaching, einer ?Schnitzeljagd? mit einem GPS-Navigationssystem, angeboten.?


Robert Hahn ist freier Journalist in Köln

 

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