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„Diskriminierungen abbauen, Chancen aufbauen“

lautete das diesjährige Motto der Diversity-Woche an der Universität zu Köln

Ein Artikel zur Diversity Woche 2017

„Wollen Sie so behandelt werden, wie farbige Menschen in unserer Gesellschaft behandelt werden?“
Mit dieser und weiteren Fragen zum Thema Diskriminierungsverhalten, Diskriminierungsstrukturen und stereotypen Annahmen darüber, wie etwas oder jemand (scheinbar) ist, brachte Jürgen Schlicher das Publikum seines Vortrags „Der Rassismus in uns – Zur Anatomie von Diskriminierungsstrukturen“ zum Nachdenken. Und auch nach der Veranstaltung war Schlicher umringt von interessierten Studierenden und Mitarbeitenden der Universität zu Köln, die im Rahmen der Diversity-Woche gekommen waren.

Der Vortrag von Schlicher bildete die Auftaktveranstaltung zur Diversity-Woche, die vom 19.-23.06.2017 im dritten Jahr in Folge stattfand und zu der das Prorektorat für Gleichstellung und Diversität und das Referat Gender und Diversity Management einluden. Unter dem Motto „Du machst den Unterschied – Diskriminierungen abbauen, Chancen aufbauen“ fanden mehr als 45 Veranstaltungen in Form von Lehrveranstaltungen, Filmvorführungen, Workshops und Campusaktionen statt. Das Referat Gender & Diversity Management übernahm hierbei die Bündelung und gezielte Veröffentlichung der Veranstaltungen und Aktionen, die von verschiedenen Institutionen und Akteur*innen angeboten wurden.

„Ziel der Diversity-Woche ist es, durch Veranstaltungen, Aktionen und Informationen für den Umgang mit Vielfalt, Verschiedenheit und Chancengerechtigkeit an der Universität zu Köln zu sensibilisieren und auf die entsprechenden Angebote und Institutionen an unserer Hochschule aufmerksam zu machen“ so Dr.‘ Britt Dahmen, Leiterin des Referats Gender & Diversity Management. Und so konnten sich die Studierenden und Mitarbeitenden auf vielfache Weise informieren, denn das Programm der Diversity-Woche bot für jeden Geschmack etwas.

An einem Tag lockte die AustauschBar mit Saftgetränken und einem TED-Talk (kurzer Videovortrag) zum Thema geschlechterneutrale Toiletten ein. Das Interesse war groß und fast zwei Stunden wurde leidenschaftlich über die aktuelle Situation diskutiert und über Vor- und Nachteile von Unisex-Toiletten. Zwei Abende zuvor gab es eine Lesung aus dem Exilroman „Kind aller Länder“ von Irmgard Keun und im Anschluss daran ein Podiumsgespräch mit zwei aus Syrien stammenden Brüdern. Sie beschrieben ihren langen Fluchtweg nach Deutschland, berichteten über bürokratische Hürden, aber auch über erhaltene Unterstützung und ihre persönlichen und beruflichen Ziele. An einem anderen Tag fand ein Fachgespräch mit Nathalie Schlenzka von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes statt. Sie erläuterte die Möglichkeiten und Grenzen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes und gab wertvollen Input für den Weg zu einer diskriminierungsfreien Hochschule, den die Universität zu Köln bereits aktiv und in vielfältiger Weise beschreitet, u.a. durch die Richtlinie zum Umgang mit sexualisierter Diskriminierung.

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  • Das Filmplakat zum Film die Mitte der Welt.
  • Schilder von der Candy Bar bei der Filmvorführung.
  • Der Hörsaal in dem die Filmvorführung lief mit Publikum.

Ein weiterer Höhepunkt der Diversity-Woche war die Filmvorführung
„Die Mitte der Welt“
, die im klimatisierten Hörsaalgebäude der Universität stattfand und nicht nur eine gute Alternative zur drückenden Hitze bot, die Köln in dieser Woche fest im Griff hatte. Der Film, eine schöne Geschichte über das Erwachsen werden, die erste Liebe, Homosexualität, Freundschaft, Familie und queerness, nach dem gleichnamigen Buch von Andreas Steinhöfel, zog alle mit seiner Ästhetik und Intensität in den Bann und regte zum Nachdenken und zu einem intensiven Austausch im Anschluss daran an. Der Regisseur, Jakob M. Erwa, war dazu extra aus Berlin angereist und stellte sich bis in die Nacht hinein den vielen Fragen des interessierten Publikums.

"Diskriminierungen abbauen, Chancen aufbauen" das war das Motto, das die vielfältigen Veranstaltungen vereinte. Immer auch mit dem Ziel, darauf aufmerksam zu machen wie viel Vielfalt es an der Universität, bei den Studierenden und Mitarbeitenden, aber auch im Service- und Lehrangebot gibt, und um deutlich zu machen, dass jede*r einzelne den Unterschied macht!